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Karlsruhe KSC: Edmund Becker im Interview (Teil I)

Der Mensch strebt nach mehr. Mehr Geld, mehr Ansehen und Reputation. Nicht so Edmund Becker. Der machte einen Rückschritt, verzichtete auf Geld und Ansehen in der Öffentlichkeit. Der einstige Erfolgstrainer des Karlsruher SC - der Mann, der die Badener als Cheftrainer nach einer zehnjährigen Durststrecke wieder in die erste Liga führte - macht einen, vielleicht zwei oder drei Schritte zurück.

Von Reihe eins zurück auf eine der hinteren Bänke. Becker ist nicht mehr Boss der Fußballprofis im Wildpark, er arbeitet jetzt als Leiter der Nachwuchszentrums beim KSC. Der gebürtige Reichenbacher machte diesen Schritt, obwohl ihm etliche Anfragen aus der Bundesliga vorlagen.
 
ka-news: Herr Becker, normale Menschen wollen mehr. Mehr Geld, mehr in der Öffentlichkeit stehen. Sie anscheinend nicht. Sind Sie  nicht normal?
Becker (lacht):
Na ja, ich habe in den Jahren als Cheftrainer ein paar Euro beim KSC verdient und habe mir einen gewissen Lebensstandard erarbeitet. Darüber hinaus habe ich etwas auf die Seite legen können, damit ich den Lebensstandard, den ich habe, halten kann. Soll ich noch zwei Häuser bauen und dann irgendwann als einer der wohlhabendsten Männer von Waldbronn oder Grünwettersbach in die Kiste gehen? Ich bin zufrieden und kann auch als Jugendkoordinator gut leben.

ka-news: War der Wechsel von den Profis zur Jugend ein Rückschritt?
Becker: Wenn man die Präsenz in der Öffentlichkeit bedenkt, oder die Aufmerksamkeit der Fans, dann ist es ganz klar ein  Rückschritt. Als Bundesligatrainer steht man anders im Fokus, als in der Position eines Leiters des Nachwuchszentrums.

ka-news: Fehlt Ihnen diese Öffentlichkeit?
Becker: Wenn ich die Öffentlichkeit bräuchte, wenn mir etwas fehlen würde, dann hätte ich diese Entscheidung so nicht getroffen. In der Zeit, als ich Bundesligatrainer war, war mir klar, dass die Arbeit mit den Medien ein Teil meines Jobs ist. Es war mir klar, dass ich mich da zur Verfügung zu stellen habe. Aber ich bin nie von Mikrofon zu Mikrofon gelaufen. Ich wusste, dass das ein wichtiger Faktor ist und ich die Öffentlichkeit zu bedienen habe. Genossen habe ich das nicht, ich hatte aber auch keine Probleme auf diesem Feld. Ich habe alles versucht, damit meine Partner, die Fans und Journalisten sagen konnten: "Der Ede Becker macht einen ordentlichen Job".

ka-news: Können Sie inzwischen unerkannt durch die Straßen gehen?
Becker: Nein, egal wo ich aufkreuze, werde ich immer noch angesprochen oder man merkt, dass die Leute über einen tuscheln. Die Person Ede Becker ist im Karlsruher Raum immer noch bekannt. Ich habe übrigens von vielen Leuten Zuspruch für meine Entscheidung bekommen.

ka-news: Sie erklärten einmal: Das Leben ist wie der Dax-Index. Da geht es immer wieder mal rauf und runter. Heißt das: Ede Becker geht nochmals rauf? Wird wieder einmal Bundesligatrainer?
Becker: Die Entscheidung wegzugehen vom Trainerjob, hin zu einer mehr administrativen Aufgabe, war eine Grundsatzentscheidung. Daher kann ich mir im Moment die Rückkehr in den Trainerjob nicht vorstellen. Ich habe abgewogen: Was bringt ein Trainerjob mit sich? Zum Beispiel, dass ich mein Umfeld verlassen müsste, meine Familie, meine Freunde und dass ich eine Wochenendehe führen müsste. Das war die Grundlage nach 20 Jahren im Trainerjob eine andere Aufgabe zu übernehmen. Als es jetzt, nach der KSC-Anfrage, darum ging: "Was machst Du?" - Da dachte ich, es wäre auch mal interessant, etwas anderes zu machen.

"Ich habe mich mit allen ausgesprochen"

ka-news: Sie wurden beim KSC entlassen. Gibt es keine Ressentiments gegen diejenigen, die Sie entlassen haben?
Becker: Es ist keine der handelnden Personen von damals noch im Amt. Ich habe mich mit allen ausgesprochen. Wir hatten über vier Jahre eng zusammengearbeitet. Die ersten drei Jahre waren einfach, denn da ging es nur bergauf. Auch das letzte Jahr war die Zusammenarbeit gut. Nicht glücklich abgelaufen ist die Art und Weise der Trennung. Da haben wir uns ausgesprochen - das ist für mich erledigt. Ich habe gesagt, dass es mir nicht gefallen hat. Das hätte man besser lösen können.

ka-news: Wenn in Kürze der Bundesligastart ist - kribbelt es da?
Becker: Nein, Ich kannte das aus den neun Monaten, als ich nicht arbeitete. Nochmals: Einer der 36 Trainer in den Bundesligen zu sein, das hat seinen Reiz. Aber es ist auch ein Job, der dich mit Haut und Haaren auffrisst.

ka-news: Ist das jetzt nicht mehr der Fall? Geht es Ihnen jetzt besser?
Becker: Wenn ich an die Zeit denke, als wir einige Spiele in Folge verloren und ich heftiger Kritik ausgesetzt war, dann geht's mir jetzt schon besser. Es gab negative Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel als mich einige Fans aus dem Stadion gebrüllt haben, das tat weh. Wenn da einige hundert Becker-Raus brüllen - das geht unter die Haut.
 
ka-news: Jetzt heißt es: Durlach-Aue anstatt Allianz Arena. Ist das nicht schlimm?
Becker:
Nein. Ich komme aus dem Nachwuchsbereich und habe immer gerne mit jungen Leuten zusammengearbeitet. Auch daher ist die neue Aufgabe reizvoll. Klar, es waren tolle Erlebnisse, mit einem Ottmar Hitzfeld oder Felix Magath auf Augenhöhe zu agieren, das hat sein Reiz. Aber auch solche Sachen sollte man irgendwann abhaken und neue Dinge in Angriff nehmen.

"Es war insgesamt eine Klassezeit"

ka-news: Glauben Sie, dass ein Hitzfeld oder Magath über Ede Becker lächeln und sagen: "Der Ede hat es eben in der Bundesliga doch nicht geschafft."
Becker: Ein klares "nein!". Und: Ich bin auch keine 40, 42 mehr. Wenn man mich mit Rehhagel vergleicht bin ich ein junger Spund, aber im Vergleich mit vielen Trainern in den Bundesligen gehöre ich zum älteren Baujahr. Da ist mir meine gewisse Lebensqualität wichtig und die habe ich in meinem neuen Betätigungsfeld mehr als zuvor. Rückblickend waren es 53 Monate schönes Arbeiten hier im Wildpark und ich denke so etwas kann es nur beim KSC geben.  Ich konnte arbeiten, ohne dass mir jemand reingeredet hat - es war insgesamt eine Klassezeit.

ka-news: Sie erwähnten Hitzfeld und Magath, Nehmen Sie noch an Trainertagungen mit solchen Topleuten teil?
Becker: Ja, das will ich nicht ganz aufgeben. Zudem brauche ich Fortbildungen, um die Gültigkeit meines Trainerscheins zu wahren.

ka-news: Gab es auf diesen Tagungen Reaktionen? Hat jemand gesagt: "Mensch Ede, du hast Recht! So etwas mache ich auch." Oder hat jemand gesagt: "Ede, hast Du keinen Ar… mehr in den Hosen?"
Becker: Negative Reaktionen gab es keine. Aber solche persönlichen Dinge werden dort auch nicht thematisiert. Ich habe allerdings mit Jürgen Gelsdorf gesprochen, der hat einen ähnlichen Weg beschritten. Er war bei Bayer Leverkusen erst Cheftrainer und ist jetzt Chef des Nachwuchszentrums. Er hat mir gesagt, dass ihm die Arbeit wahnsinnig Spaß macht und dass er es nie bereut hat diesen Schritt gemacht zu haben.

ka-news: Was sagt Ihre Frau zum neuen Job?
Becker: Sie überließ mir die Entscheidung. Die Verbitterung über den Verein und die unangenehmem Vorkommnisse bei der Entlassung sind bei ihr größer. Da waren wir etwas unterschiedlicher Meinung.

Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mit KSC-Nachwuchskoordinator Edmund Becker mehr über sein Verhältnis zu Cheftrainer Markus Schupp und sein neues Aufgabenfeld im Wildpark - morgen auf www.ka-news.de.

(Interview: Peter Putzing)

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Kommentare (43)
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    30.07.2010 01:31 Uhr
    zustimmung
    immerhin hat man die ruine kfv stadion bereits abgerissen, was beim wildpark wohl nie der fall sein wird, selbst in der kreisliga wird noch irgendjemand rechte an dem teil anmelden.

    METZGER RAUS !!!
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  • unbekannt
    (2308 Beiträge)

    27.07.2010 14:20 Uhr
    Hallo???
    Ausserdem dachte ich immer: Metzger ischt an allem schuld!!!
    Wie kann es plötzlich der Ede sein?
    *grins!!!
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  • unbekannt
    (2308 Beiträge)

    27.07.2010 14:12 Uhr
    Ede war o.k.!!! E Basta!!!
    Die wo jetzt ablästern waren die die auf dem Marktplatz am grössten jubelten!!!
    Und genauso wäre es auch wieder bei Metzger und Schupp!!!
    Alles nur Fähnchen im Wind!!!
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  • unbekannt
    (58 Beiträge)

    27.07.2010 14:42 Uhr
    Schwere Sprache
    Die wo jetzt ablästern haben am größten gejubelt???
    Armes Deutschland. Wie wäre es mit einem deutsch Integrationskurs?
    METZGER RAUS !!!
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  • unbekannt
    (236 Beiträge)

    28.07.2010 07:33 Uhr
    Guten Morgen!
    Wir sind hier nicht im Forum für Deutschproffessoren!
    Es geht hier um den KSC und seine Themen. Und das ist doch Schnuppe ob die Rechtschreibung oder die Gramatik stimmt.

    Man kotzen mich solche beleidigenden und sinnlosen Beiträge an...
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  • unbekannt
    (147 Beiträge)

    27.07.2010 13:56 Uhr
    Lasst den Ede in Ruhe!
    Er hat den KSC zu einer schwierigen Zeit kurz vorm Abstieg übernommen. Ihn musste man schier dazu zwingen.
    Er hat seine Schuldigkeit getan und wir sind mit ihm aufgestiegen.
    Ede ist nur kein Erstliga-Trainer, hat er auch nie behaupetet und auch nie gewollt!
    Er wäre sicherlich froh gewesen, wenn er in der Winterpause im Abstiegsjahr gehen hätte können - Dohme brauchte halt eine Schuldigen!
    Daher Ede ist ein KSC-Urgestein und als Jugendwächter völlig richtig am Platz.
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  • unbekannt
    (278 Beiträge)

    27.07.2010 14:08 Uhr
    Er wäre froh gewesen?
    Ja warum hat er es dann nicht gemacht? Ich bezweifle, dass ihn irgendjemand mit aller Macht davon abgehalten hätte, wenn er gesagt hätte "Leute, ich kann hier nix mehr bewegen, ich gehe."
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  • unbekannt
    (2308 Beiträge)

    27.07.2010 13:40 Uhr
    neuer Präsident???
    Wüsste nicht das wie einen suchen!!!
    Finde wir haben zur Zeit den besten der zu haben war!!!
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  • unbekannt
    (587 Beiträge)

    27.07.2010 13:38 Uhr
    Neuer Präsident für den KSC
    BP Konzerboss Tony Hayward
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  • unbekannt
    (2308 Beiträge)

    27.07.2010 13:36 Uhr
    W.Trenkel?
    Wo bitte hat der ne Qualifikation für Jugendarbeit??
    Kann mich dran erinnern das der mich mal beim FC Albsiedlung trainierte und do war ich scho 35!!!
    *griiiins!!!
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