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Karlsruhe AfD-Veranstaltung: Sagt jetzt auch die dritte Location ab?

Der Karlsruher SPD-Vorsitzender Parsa Marvi kritisiert mit klaren Worten eine Veranstaltung der Karlsruher AfD im KSC-Clubhaus. Sie soll am kommenden Freitag, 23. Oktober, unter dem Thema "Mut zur Wahrheit" im Clubhaus des Karlsruher SC stattfinden. Marvi bezeichnet die Veranstaltung als "geschmacklos" und fordert den KSC zur Absage auf. Dieser reagierte am Montagabend in einer Stellungnahme.

Als "geschmacklos" bezeichnet der Partei- und Fraktionsvorsitzende der Karlsruher SPD, Parsa Marvi, die geplante Veranstaltung der rechtspopulistischen AfD im Clubhaus des Karlsruher SC. "Im eigenen Clubhaus rechten Hetzern eine Bühne zu bieten, das steht dem KSC nicht gut zu Gesicht", so Marvi in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Er appelliert an die KSC-Führung, sich von der Veranstaltung zu distanzieren und eine Absage zu erzwingen. Insbesondere KSC-Präsident Ingo Wellenreuther sei jetzt gefragt. "Als größter Karlsruher Verein muss der KSC auf deutliche Distanz zu Gruppierungen wie der AfD gehen. Ich erwarte, dass der KSC-Präsident hier ein deutliches Signal setzt."

KSC legt Gastwirt eine Absage nahe

Marvi betont, dass der KSC und die Stadt Karlsruhe gleichermaßen für "völlig andere Werte als die dumpfen Parolen der AfD" stehen: "Karlsruhe ist seit den Tagen seiner Gründung eine Stadt von Einwanderern. Vielfalt und Zuwanderung haben unsere Stadt stark gemacht. Die ausländerfeindlichen und antieuropäischen Parolen der AfD passen nicht zu unserer Stadt und sie schaden unserer international verflochtenen Wirtschaft. Der KSC wäre deshalb gut beraten, der AfD kein Podium im eigenen Clubhaus zu bieten."

In einer Stellungnahme auf seiner Homepage distanziert sich der KSC von der Veranstaltung und begründet sie mit seiner politischen Neutralität. Dem Gastwirt des Clubhauses legt er eine Absage nahe. Wörtlich heißt es: "Der Karlsruher SC hat seinem Clubhauswirt empfohlen, der für kommenden Freitag geplanten AfD-Veranstaltung keine Räumlichkeiten im KSC-Clubhaus zur Verfügung zu stellen. Klarstellend weißt der KSC darauf hin, dass der Verein auf die Entscheidung des Clubhauswirtes, wem er seine Gasträume vermietet, keinen rechtlichen Einfluss nehmen kann. Der KSC ist entsprechend seiner Satzung politisch neutral. Gerade aus dieser Verantwortung zur politischen Neutralität heraus will der Verein mit einer solchen Veranstaltung nicht in Verbindung gebracht werden."

Aktualisierung, 20. Oktober, 14.05 Uhr: KSC-Clubhaus sagt AfD-Veranstaltung ab

Nach Protesten hat das Clubhaus des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC eine Veranstaltung der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) abgesagt. Ursprünglich wollte an diesem Freitag AfD-Bundesvorstand Alexander Gauland in dem Clubhaus einen Vortrag halten. Er habe die Veranstaltung jedoch am Dienstag kurzfristig abgesagt, sagte der Inhaber des Clubhauses, Athanasios Chatzitehodorou. Das teilt die Deutsche Presseagentur (dpa) mit.

Aktualisierung, 20. Oktober, 15 Uhr:

In einer Pressemitteilung meldet sich am Dienstagmittag der AfD-Kreisverband Karlsruhe-Stadt zu Wort. Die öffentlichen Äußerungen von Parsa Marvi habe man mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. im Clubhaus hätten in den vergangenen Jahren mehrfach politische Veranstaltungen stattgefunden - sowohl von der CDU als auch von der AfD.

"Wieso der nun bevorstehende Abend mit AfD-Bundesvorstandsmitglied Alexander Gauland nun auf einmal 'geschmacklos' sein soll, warum Herr Marvi auf einmal massiv Druck auf den KSC ausübt, seinen Gaststättenpächter zum Vertragsbruch zu nötigen, können wir uns nur mit der derzeit hoffnungslosen Lage der SPD in den Baden-Württembergischen Umfragen erklären", so AfD-Kreisverbandssprecher Gerhard Lenz, ""Wir freuen uns, dass die SPD uns nun offensichtlich als ernst zu nehmenden Gegner einstuft, wenn wir auch die hier zu Tage tretende mangelnde Fairness bedauern."

Am Termin am Freitag im Karlsruhe werden man festhalten, teilt die AfD mit. Ort und weitere Details will man kurzfristig mitteilen.

Karlsruher Linken befürworten Absage

Die Karlsruher Linken befürworten die Absage des KSC-Clubhaus: "Das KSC-Clubhaus haben wir bisher als Zusammenkunft von Fußballfans wahrgenommen. Nun soll es aber als Podium dienen für einen der rechtesten Flügelstürmer der AfD. Das zieht nicht nur dem KSC-Fan-Projekt gegen rechte Hooligans den Boden unter den Füßen weg."

In einer Pressemitteilung erklären die beiden Linken-Stadträte Sabine Zürn und Niko Fostirpoulos: "Die Fans, die Bürgerinnen und Bürger, auch der Gemeinderat und der Oberbürgermeister müssen sich fragen: Für was steht der KSC? Wir appellieren an das Präsidium und an den Präsidenten des KSC sich in aller Öffentlichkeit gegen diese Veranstaltung auszusprechen und alles dafür zu tun, dass auf dem KSC-Gelände kein Platz dafür ist. Auch der Oberbürgermeister sollte hier Flagge zeigen und sich dafür aussprechen, dass der KSC kein Standort für rechte Hetze sein darf. Diese Veranstaltung wäre nicht nur ein großer Schaden für den KSC und seine Fans – sie wäre ein großer Schaden für unsere ganze Stadt."

Aktualisierung: 21. Oktober, 11 Uhr

Die umstrittene AfD-Veranstaltung "Mut zur Wahrheit" wird nun im Kühlen Krug stattfinden. Das gibt die Partei in einer Pressemitteilung bekannt.

Aktualisierung: 21. Oktober, 16 Uhr

Wie die AfD gegenüber ka-news mitteilt, hat sich nun auch, entgegen erster Terminbestätitung, der Kühle Krug als Veranstaltungsort distanziert. Sobald eine neue Lokation gefunden sei, wolle man erneut über die weiteren Schritte informieren.

Aktualisierung: 22. Oktober, 10.20 Uhr

Nun sei ein endgültiger Veranstaltungsort gefunden, erklärt die AfD am Donnerstag gegenüber ka-news. Das Event werde im Siedlerheim in der Heidenstückersiedlung stattfinden.

Aktualisierung: 22. Oktober, 11.20 Uhr

Etwa eine Stunde, nachdem die AfD öffentlich bekannt gegeben hat, im Siedlerheim einen endgültigen Veranstaltungsort gefunden zu haben, meldet sich der Vorstand des dortigen Vereins der Siedler und Eigenheimer Heidenstücker e.V. zu Wort. In einer Mail an ka-news heißt es: "Mit Entsetzen haben wir aus der Presse entnommen, dass die AfD ihre Veranstaltung "Mut zur Wahrheit" in unserem Siedlerheim in der Heidenstückersiedlung abhalten möchte. Dieser Sachverhalt war uns bisher nicht bekannt, die Zusage zur Vermietung erfolgte durch den Pächer unserer Gaststätte."

Der Protest zeigt einen Tag vor dem Event tatsächlich Wirkung: "Nach Rücksprache mit unserem Pächter wurde die Veranstaltung umgehend abgesagt. Sie wird nicht im Siedlerheim stattfinden", so der Vereinsvorstand weiter. Damit ist das Siedlerheim der dritte Karlsruher Veranstaltungsort, der der AfD nachträglich eine Absage erteilt.

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  •   Nachteule
    (872 Beiträge)

    22.10.2015 12:30 Uhr
    Mein Rat an die AfD:
    Verschiebt die Veranstaltung mit Gauland um ein paar Tage und meldet eine Kundgebung mit Gauland als Redner im Freien auf dem Stephanplatz an um ein Zeichen zu setzen gegen Intoleranz.
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  •   silberahorn
    (10531 Beiträge)

    22.10.2015 12:42 Uhr
    Falls Gauland
    tatsächlich überhaupt schon etwas davon weiß, dass er hier reden sollte, ist das tatsächlich die Möglichkeit, an die ich schon seit einiger Zeit bei der Diskussion hier auch dachte. Eine Demo kann so schnell gar nicht untersagt werden.

    Allerdings - und das ist gut so - werden dort auch nicht viele Karlsruher hingehen und zuhören wollen. Da müsste er schon seine Anhänger aus anderen Regionen mitbringen und die AfD hat diese Veranstaltung außer auf Plakaten in der Stadt oder mit Hilfe von ka-news und den hier gemachten Aktualisierungen noch gar nicht publiziert.
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  •   WilliEms
    (61 Beiträge)

    22.10.2015 12:19 Uhr
    Da will ich mal nicht so sein und der afd ein paar Tipps geben wo sie noch
    buchen könnten: Clubhaus, Kühler Krug und Siedlerheim fallen ja aus, aber:
    -Walhalla,
    -Zieglersaal
    -Kaisergarten
    -Schalander
    -Kleiner Ketterer
    -Tollhaus
    -ZKM
    -Schwarzwaldhalle
    -Carl-Benz-Halle
    -Graf Zeppelin
    -Gehörlosenzentrum
    -Ufgauhalle in Forchheim
    - Alte Hackerei
    - Club le Carambolage
    -Linie 8
    -Casino der VBK

    bitte mal alle durchtesten, mich würd's interessieren. Es wird ja sonst langweilig, wenn diese Meldung nicht stündlich mit einem "Veranstaltung findet jetzt dortunddort statt" bzw. "wurde dortunddort abgesagt" upgedatet würde.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    22.10.2015 12:57 Uhr
    Hehe,
    wenn die in der alten Hackerei auftreten, dann geh ich hin. Das wird Satire grinsen
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  •   Nachteule
    (872 Beiträge)

    22.10.2015 12:19 Uhr
    Grundrechte und Meinungsdiktatur
    Im als tolerant und bunt gepriesenen Karlsruhe herrscht eine Drohkulisse. Jeder, der die rotgrüne Mainstreammeinung kritisiert, wird als Rechter und Nazi diffamiert. Die Antifa-Sympathisanten und Kumpels von Marvi haben ihr Übriges geleistet. Mit den Grundrechten auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit nimmt man es auch nicht mehr so genau und setzt die Wirte entsprechend unter Druck und bedroht sie und ihre Mitarbeiter. Die Herren Marvi und Wellenreuther haben der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Karlsruhe ist intolerant geworden. Allmählich muss einem Angst und bange werden.
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  •   WilliEms
    (61 Beiträge)

    22.10.2015 12:26 Uhr
    na, dann mach ich mal von meinem Grundrecht auf Meinungsäußerung Gebrauch
    Meiner Meinung nach hat jeder das Recht den Anhängern des braunen Mob die Nutzung seiner Räume zum rechtsextremistischen Hetztiraden schwingen zu untersagen.
    Niemand muß sich mitschuldig machen an solchen Verbrechen wie angesteckten Häusern, Moderversuchen an Politikerinnen, Terrorisierung, Pöbeleien, Bedrohungen usw.
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    22.10.2015 15:55 Uhr
    Ems
    wer hat Sie denn exhumiert?

    Sind Sie beim Thema "wir mobben eine demokratische Partei" aus dem Koma erwacht?
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  •   Nachteule
    (872 Beiträge)

    22.10.2015 12:51 Uhr
    "brauner Mob"
    Gehört Boris Palmer jetzt auch dazu? Hier sein Kommentar in der Welt: Appell von Boris Palmer. Der möchte eine gesellschaftliche Diskussion die Sie ablehnen.
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  •   WilliEms
    (61 Beiträge)

    22.10.2015 14:20 Uhr
    Boris Palmer will "eine gesellschaftliche Diskussion" mit dem braunen Mob????
    wenn das wahr ist, Dann sollten Sie die Gelegenheit wahrnehmen.
    Ich werde mich daran sicher nicht beteiligen!
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  •   silberahorn
    (10531 Beiträge)

    22.10.2015 13:02 Uhr
    Auch wenn die AfD
    auf seinen Hinweis aufgesprungen ist, hat er mit Sicherheit nicht deren politische Positionen gemeint. Wieso darf denn ein Bürgermeister nicht sagen, wenn er meint an Grenzen der Aufnahmekapazitäten gekommen zu sein? Damit meinte er beileibe nicht das, was die AfD vertritt.
    "Wir schaffen das" wurde nach meiner Erinnerung gesagt, als die Bilder der toten Flüchtlinge in Schlepperfahrzeugen die Notlage verdeutlicht haben. Das war keine Einladung für alle Zeiten, sondern akute humanitäre Notwendigkeit. Wenn man etwas nicht zu schaffen glaubt, dann darf man das auch sagen und nach Lösungen suchen.

    Was ist denn die Lösung der AfD? Hetze und Angstmacherei? Oder wollen sie jetzt nur sagen: seht ihr, wir müssen gewählt werden. NIE werde ich die AfD wählen!
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