Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche?

In der Bau- und Immobilienwirtschaft beinhaltet es vor allem eine verantwortungsvolle und intelligente Gebäudeplanung, bei der auch die Knappheit von Ressourcen sowie langfristige Kosten und ein hoher Nutzerkomfort einbezogen werden. Als Maßstab dient uns ein Katalog, der rund 40 Einzelkriterien umfasst. Dabei werden ökologische und ökonomische Aspekte ebenso berücksichtigt wie der Standort des Gebäudes, die technische Ausstattung und sozioökonomische Faktoren, etwa Barrierefreiheit. Dabei werden bestimmte Kriterien stärker gewichtet. Im Fokus steht jedoch immer ein ganzheitlicher Bewertungsansatz.

Was raten Sie einem Einfamilienhausbesitzer, der sein Haus aus den 80er Jahren nachhaltig modernisieren will?

Wichtig ist, dass eine klare Zielvorstellung besteht, was erreicht werden soll. Jedes Gebäude ist anders, deshalb sollte zunächst eine Analyse durchgeführt werden, um die richtigen und effizientesten Lösungen festzulegen. Hierbei sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.


Welche Zielgruppen interessieren sich für Nachhaltiges Bauen oder Modernisieren?

Grundsätzlich ist die Nachfrage in allen Bereichen der Bau- und Immobilienbranche vorhanden. Bei Bürogebäuden wird ein Nachhaltigkeitszertifikat immer mehr zum Standard. Aber auch im privaten Bereich steigt das Bewusstsein
für Nachhaltiges Bauen. Laut einer Studie der BNP Paribas Real Estate wurden 2011 bereits 2,7 Milliarden Euro in Gebäude investiert, die ihre Nachhaltigkeit mit einem Zertifikat bescheinigt haben oder zur Zertifizierung angemeldet waren. Das Investment für nachhaltige, zertifizierte Gebäude hat sich der Studie zufolge seit 2008 mehr als verdreifacht.

Den Katalog der Nachhaltigkeitskriterien finden Sie unter:
http://www.dgnb-system.de/de/system/kriterien/neubau_gebaeude/
Weitere Infos zur DGNB:
http://www.dgnb.de/de/
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