"So typisch wie der Name andeutet, ist der Tennisarm für Tennisspieler:innen gar nicht", berichtet Christian Neuhäuser, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. "Diese Sehnenursprungsentzündung auf Höhe des Ellenbogens entsteht durch eine Überanspruchung der Unterarmsmuskulatur und sie bekommen auch viele Menschen, die in ihrem Leben nie Tennis gespielt haben. Es ist eine Zivilisationskrankheit, die auch oft durch Computerarbeit entsteht."

Unangenehm ist der Tennisarm auf jeden Fall: Jede Bewegung des Arms schmerze, so Neuhäuser. Die Entzündung brauche lange, zwischen sechs und neun Monaten, um sich zurückzubilden und sei nicht leicht zu behandeln.

"Mögliche Behandlungen sind die Stoßwellentherapie und Kortisoninjektionen, um die Entzündung zu hemmen, aber es gibt nicht die goldene Lösung. Manchmal liegt die Ursache im Gelenkinneren, das kann dann operativ behandelt werden. Dieser Fall kommt aber eher selten vor", so der Arzt.

"Über-Kopf-Sportarten" beanspruchen Schultern stark

Tennisspieler:innen, die im Bereich des Ellenbogens Probleme haben, erkennt man oft an einer Bandage, welche die Sehnenursprünge entspannen soll. Doch nicht nur hier können sich die Spieler:innen schmerzhaft verletzen: "Beim Tennis werden auch die Kniegelenke stark beansprucht, durch abrupte Drehungen besteht die Gefahr einer Meniskusverletzung. Und das Risiko für Schulterverletzungen ist natürlich erhöht", so Neuhäuser.

"Alle sogenannten "Über-Kopf-Sportarten", wie Handball, Badminton, Tennis, Squash oder auch das Schwimmen, beanspruchen die Strukturen im Schulterbereich stark", erklärt Neuhäuser weiter. Sehnen- oder Bandverletzungen in diesem Bereich seien häufig.

"Dehnungs- und Überlastungsschäden können zu einer schleichenden Instabilität der Schulter führen", warnt der Orthopäde und Unfallchirug. Normalerweise werden Schulterverletzungen physiotherapeutisch behandelt: Es wird auf Muskelaufbau, Dehnung und Ausbalancieren gesetzt.

OP SRH
Bei strukturellen Schäden in der Schulter ist oft eine Operation nötig. | Bild: SRH

Bei strukturellen Schäden ist laut Neuhäuser jedoch oft eine Operation vonnöten, für die eine Gelenkspiegelung der Schulter durchgeführt werden muss. Knorpelschäden wie sie beispielsweise bei Fußballer:innen im Knie regelmäßig vorkommen, seien in der Schulter selten.

Auch der Ellenbogen ist beim Tennisspiel verletzungsgefährdet. Es muss nicht unbedingt der Tennisarm sein, auch die Seitenbänder des Gelenks können verletzt werden. "In solchen Fällen ist eine genaue Diagnostik durch Ultraschall und Kernspintomographie wichtig, manchmal sind hier auch OPs vonnöten", so Neuhäuser.

Neues hochspezifisches Ultraschallgerät im SRH Klinikum

Für diese wichtigen Untersuchungen stehen im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach modernste Geräte bereit: 2021 wurde ein neues, hochspezifisches Ultraschallgerät bereitgestellt, dass eine möglichst schnelle Diagnose erlaubt. Darüber hinaus stehen den Ärzt:innen alle weiteren apperativen Möglichkeiten zur Verfügung: Computertomographie, MRT sowie ein strahlenreduzierter Ganzkörperscan. "Wir sind auf jeden Fall in Richtung Sport aufgestellt", fasst Neuhäuser zusammen, der sporttraumatologisch ausgebildet ist und jahrelange Erfahrung mit Leistungssportler:innen vorweisen kann.

Doch besonders froh sind Sportler:innen und Ärzt:innen natürlich, wenn es gar nicht erst zu einem Klinikbesuch kommen muss. Wie vermeidet man Überlastung und Verletzungen beim Tennis?

Tennisschläger
Eine hochwertige und passende Ausrüstung gehört zur Vorbeugung von Sportverletzungen beim Tennis. | Bild: pixabay

"Beim Tennis muss das Augenmerk auf jeden Fall auf passendem, qualitativ hochwertigen Material liegen, das entsprechend der Technik und Kraft ausgewählt wird", erklärt Neuhäuser. Die Technik sei eine weitere wichtige Stellschraube, die angepasst und verbessert werden müsse: "Bitte nicht mangelnde Technik durch Kraft kompensieren!"

Mehr zum Thema SRH-Klinikum-Karlsbad-Langensteinbach: Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist ein Akut- und Fachkrankenhaus südöstlich von Karlsruhe am Fuße des Nord-Schwarzwaldes gelegen.