Karlsbad Spinalkanal: Wenn's eng wird - SRH Klinikum Karlsbad informiert über Wirbelkanalverengung

Im Spinalkanal verläuft das empfindliche Rückenmark, die Wirbel bilden einen Schutz um die Nerven und das weiche Rückenmark. Ist der Wirbelkanal verengt, spricht man von einer Spinalkanalstenose. Prof. Tobias Pitzen vom SRH Klinikum Karlsbad Langensteinbach klärt in einer Online-Infoveranstaltung über die Ursachen und möglichen Behandlungen auf.

Einmal senkrecht durch die Wirbelsäule verlaufen Nerven und Rückenmark. Davon gehen die einzelnen Nerven in die Arme und Beine. Diese werden vom sogenannten Spinalkanal umgeben, der sie schützt. Wenn sich der Wirbelkanal, etwa durch eine Verletzung oder genetische Veranlagung verengt, drückt das auf das Mark und verursacht starke Schmerzen. Wenn alle konservativen Maßnahmen keinen Erfolg bringen, hilft nur eine Operation, wie Prof. Tobias Pitzen, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am SRH Klinikum Karlsbad Langensteinbach. 

Bild: Andreas Friedrich

Herr Prof. Pitzen, wie entsteht eine Verengung im Spinalkanal?

Prof. Pitzen: Meist ist es altersbedingt: Verschleiß in den Wirbeln und diese Verknöcherungen drücken auf das Rückenmark. Auch kaputte Bandscheiben können eine Spinalkanalstenose auslösen. Wenn im Laufe der Jahre das weiche Gewebe der Bandscheibe nicht mehr vorhanden ist und Verknöcherungen entstehen führt das zur Verengung.

Bild: pixabay.com

Ebenso können Unfälle und deren Folgen zu einer Verengung im Wirbelkanal führen oder die genetische Veranlagung. 

Was sind die typischen Symptome dieser Erkrankung?

Prof. Pitzen: Oftmals leiden die Patienten seit Jahren unter Rückenschmerzen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter verschlimmern. Mitunter strahlen sie bis in die Beine aus, so dass beim Gehen die Beine wehtun. Wenn sie dann stehen bleiben und sich leicht nach vorne neigen, dann gehen die Beschwerden wieder weg - und sie können wieder ein paar Meter weiterlaufen. Radfahren dagegen ist kein Problem, da ist man immer leicht nach vorne gebeugt und die Verengung drückt nicht auf das Rückenmark. 

Weitere Symptome bei der Verengung im Bereich der Halswirbelsäule sind kribbelnde Arme, und die Patienten können nicht mehr richtig zugreifen. Um eine Spinalkanalstenose zu diagnostizieren, lasse ich daher die Patienten mit diesen Symptomen erst einmal laufen und kleinere Sachen aufheben. 

Wie wird die Wirbelsäulenverengung festgestellt? 

Prof. Pitzen: Eine individuelle Untersuchung ist dabei das A und O, da lege ich sehr großen Wert drauf. Wenn Sie zu einem Termin ins SRH Klinikum kommen, dann hole ich Sie im Wartezimmer ab und wir gehen gemeinsam in mein Besprechungszimmer. Der Clou dabei: Der Flur, über den Sie laufen müssen, ist etwa 80 Meter lang. Da bekomme ich schon mal den ersten Eindruck von Ihnen. 

Die Anamnese spielt im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle. Bei Ihrem Ersttermin liegen mir zwar die Röntgen- oder Kernspinbilder vor, aber ich stelle Ihnen erstmal ein paar Fragen über das Leiden. Und das ist wichtig, denn viele Patienten leiden unter ihren Schmerzen, wissen aber nicht, wie sie sich ausdrücken sollen oder welche Informationen wichtig sind. Wenn ich im Gespräch feststelle, dass eine Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule ursächlich sein kann, dann lasse ich Sie nach etwas kleinem greifen und wenn das nicht richtig funktioniert, dann bin ich der richtigen Diagnose ein Schritt näher. Das ist die klinische Diagnose.

Es folgt die bildgebende Untersuchung: Ich schicke Sie zur Absicherung noch in den Kernspin. Dort sieht man sehr gut, wenn die Wirbelsäule verknöchert ist und sie unter einer Verengung des Wirbelkanals leiden. 

Wie geht es weiter? 

Prof. Pitzen: Man kann konservativ behandeln, der Patient bekommt Medikamente. Die Wirbelsäulenverengung wird dadurch nicht verschwinden, nur die Symptome lindern. Was folgt ist eine Operation, um den Druck wieder vom Rückenmark zu nehmen. Ein anspruchsvoller Eingriff, den wir hier selbstverständlich auch am Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach durchführen. 

Je nach Schweregrad der Stenose können wir den Eingriff minimal-invasiv durchführen. Dann gibt es nur einen kleinen Schnitt in der Haut und es wird mit einem Endoskop gearbeitet. Wenn es komplizierter wird, weil mehr Gewebe und Verknöcherung entfernt werden muss, ist der Eingriff größer. Dabei wird mitunter auch der Bereich der Wirbelsäule versteift. Dann dauert er auch länger als eine minimal-invasive Operation.

Bild: Andreas Friedrich

Welche Methode zum Einsatz kommt liegt zum einen daran, was konkret gemacht werden muss, wie ich bereits gesagt habe. Auf der anderen Seite besprechen ich immer individuell mit dem Patienten, was er sich von der OP erhofft: Möchte er wieder sportlich aktiv werden oder reicht es sozusagen aus, dass der Patient wieder schmerzfrei zum Einkaufen gehen kann. Auch das Alter und die Gesundheit des Patienten spielen eine Rolle: Ein minimal-invasiver Eingriff ist keine 8-stündige OP, die man dem 80-Jährigen zumuten muss.

OP am SRH Klinikum Karlsbad.
OP am SRH Klinikum Karlsbad. | Bild: studio visuell'photography

Wie Hightech sind Sie für Operationen am Spinalkanal aufgestellt? 

Prof. Pitzen: Wir haben die modernsten Geräte am SRH Klinikum in Karlsbad Langensteinbach, um endoskopische Eingriffe durchführen zu können. Das ist das Technische. Das besondere hier ist aber, dass wir ein kompetentes Team in der Wirbelsäulenchirurgie haben. Wer zu uns kommt, der wird bestens versorgt. Die Diagnose wird individuell festgestellt, ebenso die Therapieform. Das macht uns aus: Wir gehen auf die Beschwerden der Patienten ein und behandeln sie individuell abgestimmt.

 

Über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten informiert Prof. Tobias Pitzen, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, im Gesundheitstreff. 

Online-Veranstaltung im Live-Stream: Spinalkanal: Wenn's zu eng wird

Wann: 17. Juni 2021, ab 19 Uhr

Wie & Wo: https://www.youtube.com/srhklinikumkarlsbad

Referent: Prof. Tobias Pitzen, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie

www.klinikum-karlsbad.de

Bild: SRH Klinikum Karlsbad
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Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist ein Akut- und Fachkrankenhaus südöstlich von Karlsruhe am Fuße des Nord-Schwarzwaldes gelegen.: Es befindet sich im Ortsteil Langensteinbach der Gemeinde Karlsbad. Das Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Unser national und international renommiertes Klinikum bietet Ihnen medizinische Leistungen auf höchstem Niveau. In unseren Fachbereichen Wirbelsäulenchirurgie, Querschnittlähmungen, Orthopädie, Innere Medizin, Gefäßchirurgie, Neurologie, Schmerztherapie und Psychiatrie behandeln wir unsere Patienten interdisziplinär und mit modernsten medizinischen und therapeutischen Verfahren. Unsere hoch motivierten Führungskräfte und Mitarbeiter organisieren und betreuen die Behandlung von mehr als 30.000 Patienten im Jahr, davon über 20.000 ambulant.
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