"Der Name Schaufensterkrankheit kommt daher, dass es manchen Patienten im Frühstadium der Krankheit, wenn noch keine Schmerzen in der Ruhe, sondern nur bei Bewegung, auftreten, peinlich ist, auf der Straße stehen bleiben zu müssen, um ihren Beinen Ruhe zu gönnen. Sie bleiben dann vor Schaufenstern stehen, bis die Schmerzen nachgelassen haben", erklärt Prof. Erwin Blessing, Kardiologe und Angiologe am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach.

Prof. Dr. Erwin Blessing_Chefarzt Innere Medizin
Prof. Dr. Erwin Blessing ist Chefarzt der Inneren Medizin, Kardiologe und Angiologe im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. | Bild: SRH

Die dumpfen, muskelkaterähnlichen Schmerzen, die Betroffene am Gehen längerer Strecken hindern, entstehen durch die Blockade einer Arterie. Von der Verengung oder Verstopfung sind normalerweise Arterien im Beckenbereich, den Ober- oder Unterschenkeln betroffen. Die Schmerzen entstehen durch eine Sauerstoffuntervorsorgung der Beine.

Im Frühstadium sind die Symptome in erster Linie lästig, unbehandelt werden die Gefäße über die Jahre aber immer enger und die Sauerstoffzufuhr im Bein schlechter. Dies führt  erst zu Schmerzen, die auch in Ruhe auftreten und kann später Komplikationen wie offene Stellen, schlecht heilende Wunden oder gar einen schwarzen, absterbenden Zeh hervorrufen.

Risikofaktoren im Blick behalten

Wer vermeide will, dass der Halt vorm Schaufenster nicht mehr freiwillig stattfindet, sollte vor allem seine Risikofaktoren im Auge haben, so Prof. Blessing: "Die sehen ähnlich aus, wie bei den Herzerkrankungen: Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht und Bewegungsmangel." Auch genetische Veranlagungen und das Alter spielten eine Rolle, Männer seien etwas häufiger betroffen als Frauen.

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Rauchen gehört zu den Risikofaktoren für die Schaufensterkrankheit. | Bild: pixabay

Um sich vor einem arteriellen Verschluss zu schützen, sollte an Gewohnheiten wie Rauchen, Ernährung und Bewegung gearbeitet werden und vorhandene Erkrankungen müssen sorgfältig eingestellt werden." Die Cholesterinwerte sind tatsächlich nicht immer nur dem Lebenswandel oder der Ernährunge des Patienten anzulasten," so Prof. Blessing. "Es gibt da auch genetische Veranlagungen zu erhöhten Werten. Auch gesund lebende, schlanke Menschen können deutlich erhöhte Cholesterinwerte haben." Wenn  Sport und Ernährung nur wenig Einfluss haben, könne manchmal nur eine medikamentöse Behandlung helfen.

Doch wenn es schon zu spät ist und die Beine bereits nach kurzer Gehstrecke schmerzen, sollte man mit dem Gang zum Arzt nicht zögern. Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist mit seinem zertifizierten Gefäßzentrum optimal für die Behandlung der Schaufensterkrankheit ausgerüstet. "Unser Ansatz ist interdisziplinär und ganzheitlich. Im Gefäßzentrum arbeiten wir Angiologen eng zusammen mit Gefäßchirurgen und Radiologen. Es geht uns nicht nur um die Engstelle und ihre Öffnung, sondern auch um den Menschen als Ganzes und seinen Lenbensstil", erklärt Prof. Blessing.

Bewegung ist im Frühstadium sehr wichtig

Die Basistherapie der Schaufensterkrankheit sieht eine medikamentöse Behandlung mit Blutverdünnern vor. "Auch cholesterinsenkende Mittel helfen, selbst wenn die Werte gar nicht erhöht sind. Es hat sich gezeigt, dass sie auch so eine schützende Wirkung auf die Gefäße haben", so Prof. Blessing.

Außerdem sei Bewegung im Frühstadium der Erkrankung sehr wichtig: Das Herz-Kreislauf-System und die Muskeln können laut Prof. Blessing gut selbst trainiert werden, besonders empfehlenswert seien aber spezielle Gefäßsportgruppen, die ein auf diese Erkrankungen angepasstes Programm anbieten.

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Abhängig vom Leidensdruck kann bei der Schaufensterkrankheit zur Erweiterung der Engstelle auch eine Operation in Frage kommen. | Bild: SRH

Mit einer erfolgreichen Basistherapie können viele Patient:innen ihre Gehstrecke so weit erweitern, dass sie keine weitere Behandlung brauchen. Wem dies für eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität nicht reicht, der hat die Möglichkeit einer Bypass- oder Katheter-OP, die die Engstelle umgeht oder aufdehnt. Die Notwendigkeit des Eingriffs sei abhängig vom Leidensdruck, so Prof. Blessing: "Vielen älteren Menschen reicht es auch, wieder etwas längere Strecken schmerzfrei gehen zu können."

 
Mehr zum Thema SRH-Klinikum-Karlsbad-Langensteinbach: Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist ein Akut- und Fachkrankenhaus südöstlich von Karlsruhe am Fuße des Nord-Schwarzwaldes gelegen.