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Karlsruhe Erst hart arbeiten, dann hart schwitzen: So sieht die neue Sauna im Fächerbad bald aus

Künftige Besucher des Fächerbades in Karlsruhe dürfen sich demnächst auf ein neu saniertes Saunahaus freuen, welches ein Tepidarium, ein Dampfbad, eine Salzkabine, ein Ruheraum und ein Leseraum beinhaltet. Das Architekturbüro "Rossmann + Partner Architekten" hat den Umbau geplant und betreut. Wir schauen einmal hinter die Kulissen.

Der wunderschöne Außenbereich des Fächerbades, mit seinen drei alten Trompetenbäumen, war der Inspirationszünder. Dort wird unter anderem ein Saunahaus platziert.

Auch Fächerbadchef Jens Freiseisen und das ganze Fächerbadteam freuen sich schon sehr auf die neuen Saunen und die Umsetzung in den kommenden Monaten. Sie fiebern mit dem Architekturbüro mit und sind neugierig.

Die alte und nicht barrierefreie Sauna wir somit abgelöst. Durch eine einheitliche Formensprache und Materialität der Häuser wird eine komplett neue Einheit geschaffen.

Die umfangreichen Um- und Neubaumaßnahmen des Fächerbades tragen bereits Früchte. Immer mehr entspannungssuchende und sportbegeisterte Gäste besuchen das Sportbad in der Karlsruher Waldstadt trotz leicher Einschränkungen während der Umbaumaßnahmen. So konnten, sich im vor Corona Jahr 2019 über 380.000 Gäste vom neuen Erscheinungsbild überzeugen.

Dabei kommen viele Besucher aus der Pfalz und dem angrenzenden Elsass nach Karlsruhe. Ziel ist es, die 380.000 Marke dauerhaft zu übertreffen. Jens Freiseisen Prokurist des Fächerbades: "Das schaffen wir mit einem attraktiven Saunabereich, die Saunalandschaft ist in die Jahre gekommen und wir sind froh diese neu gestalten zu können um für unsere Gäste weiterhin ein interessantes Angebot gestalten zu können."

Am spannensten wird mit Sicherheit die Textilsauna werden, diese ist in der Region einmalig und soll vor allem die Menschen ansprechen, die nur mal kurz eine Runde schwitzen wollen.

Herr Huber, Architekt und seit 2019 Geschäftsführer von Rossmann + Partner Architekten, beantwortet uns ein paar Fragen

Dipl. Ing. (FH) Michael Huber ist der zuständige Architekt für die neue Sauna im Fächerbad
Dipl. Ing. (FH) Michael Huber ist der zuständige Architekt für die neue Sauna im Fächerbad | Bild: Rossman + Partner Architekten

Herr Huber, was muss man zu Planungsbeginn eines solchen Projektes beachten?

Eine gute Grundlagenermittlung ist wichtig, besonders beim Bauen im Bestand. Dies gilt technisch und auch gestalterisch. Ebenso muss man die Besonderheiten erkennen. Hier im Fächerbad war es zum Beispiel der sehr schöne alte Baumbestand um den sich die neue Außenanlage entwickelt.

Bild: Rossman + Partner Architekten

Können Sie uns einen kurzen Einblick in die Entwurfsidee geben?

Aufgrund der vorhandenen und durch den alten Baumbestand sehr attraktiven Freifläche wurde das Konzept gewählt, die Hauptnutzung in den Außenbereich zu verlagern. Hier werden zwei neue Häuser errichtet und das bestehende Saunahaus integriert. Das alte sanierungsbedürftige Ruhehaus wird abgebrochen. Die neue Mitte der Außenanlage bilden die drei alten Trompetenbäume, um die sich die neuen Häuser anordnen. Die Liegewiese wird zu großen Teilen erhalten und schafft einen großzügigen Rückzugs- und Erholungsbereich. 

Bild: Rossman + Partner Architekten

Wie hebt sich der neu geplante Saunabereich von dem bisherigen ab?

Die bisherige Sauna wirkte aufgrund der vielen unterschiedlich verwendeten Oberflächen und Materialien sehr kleinteilig und durch die Anordnung der Sauna im Untergeschoss war ein Großteil nicht barrierefrei zu erschließen. Hinzu kam die grundsätzliche Sanierungsbedürftigkeit. Durch die Verlagerung der Nutzung in den Außenbereich eröffnen sich nun für die Saunafläche im Bestandsgebäude neue Möglichkeiten. Das unattraktive und nicht barrierefreie Untergeschoss wird nicht mehr benötigt und deshalb zu Lagerräumen rückgebaut. Im Erdgeschoss wird nun neben dem WC- und Duschbereich der Sauna noch ein kleiner Massageraum angeordnet. Ebenfalls findet hier der neu konzipierte Textilsaunabereich  seinen Platz. Dieser neue Bereich ist für den spontanen Saunabesuch als Ergänzung zum Schwimmen geplant und wird direkt von der großen Schwimmhalle erschlossen. Er ergänzt das bestehende Angebot des Sportbades ideal.

Bild: Rossman + Partner Architekten

Welche Art von Material muss zum Bau einer Sauna verwendet werden und was ist dabei zu beachten?

Bei der Materialauswahl muss auf die speziellen Anforderungen des Projektes geachtet werden. Dies gilt beispielsweise für die benötigte Abdichtung und für die Fliesen mit entsprechenden Rutschfestklasse – die Einbindung eines Bauphysikers ist hier sinnvoll. Gerade durch den großen Temperaturunterschied zwischen Sauna und Außenbereich besteht Tauwashsergefahr, welche – wenn man sie nicht berücksichtigt – schnell zu Bauschäden führen kann. Im Bestandsgebäude finden die Umbauten nur im Gebäude statt. Die Gebäudehülle (Dach/Außenwand) wurde bereits im 2. Bauabschnitt erneuert. Die Saunaaußenhäuser werden als Mauerwerk/Betonbau geplant. Die Dachkonstruktion ist (wie auch bisher) als Stahlbau mit Trapezblecheindeckung geplant. Der Dachaufbau ist als extensives Gründach mit mindestens 12 cm Substratschicht geplant. Die hoch wärmegedämmte Gebäudehülle wird mit einer offenen Holzlamellen-Fassade bekleidet. Alle Häuser verfügen über ein frei schwebendes Vordach, welches mit einer schrägverlaufenden Blechdecke bekleidet wird. Diese Decke wird auch ins Innere des Gebäudes geführt und verbindet somit – durch die großzügige Glasfassade – den Innenbereich mit dem Außenbereich.

Bild: Rossman + Partner Architekten

Welche weiteren Punkte gilt es bei der Projektplanung zu beachten?

Grundsätzliches Handwerkszeug wie ständig aktualisierte Kostenkontrolle und Terminplanung gehören unbedingt dazu. Gerade in der aktuellen Zeit, in der Materialkosten einer Dynamik unterliegen, wie sie so auf dem Markt und vor allem in der Breite über viele Baustoffe hinweg lange nicht da gewesen ist. Wenn man hier frühzeitig die Risiken erkennt, hat man noch Reaktionsmöglichkeiten. Sicherlich nicht überall, aber dennoch an vielen Stellen.

Die neuen Fliesen in der Sauna des Fächerbades
Die neuen Fliesen in der Sauna des Fächerbades | Bild: Rossman + Partner Architekten

Was können Sie abschließend zur Nachhaltigkeit des Baus berichten?

Ziel ist es, die aktuellen Anforderungen nach EnEV um 30 Prozent zu unterschreiten. Eine hochwärmegedämmte, wärmebrückenfreie und luftdichte Gebäudehülle sowie Fenster mit Dreifachverglasung tragen hier zum Erreichen des Zieles bei. Folgende Bausteine bestimmen das ganzheitliche und nachhaltige Gebäudekonzept: ein kompaktes Volumen der Baukörper, ein wirtschaftliches Tragwerk, sowie eine wirtschaftliche und nach ökologischen Gesichtspunkten optimierte Materialwahl.

Bild: Rossmann + Partner Architekten
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