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Karlsruhe Keine Angst vor der Versteifung: Gesundheitstreff am SRH Klinikum informiert über Ziele und Methoden der Wirbelsäulenversteifung

Eine Versteifungsoperation an der Wirbelsäule: Das kann für Betroffene unheimlich und schmerzhaft klingen. Warum die Methode sicher und schmerzarm ist und Patienten mit fortgeschrittenen Wirbelsäulenproblemen zu mehr Lebensqualität verhelfen kann, erklärt Dr. Gregor Ostrowski, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, im Gesundheitstreff des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach.

"Die Angst vor der Versteifung nehmen" will Dr. Gregor Ostrowski in erster Linie mit seinem Beitrag "Versteifung der Wirbelsäule: Ziele und Methoden". Wenn auch das Entfernen und Ersetzen von Bandscheiben, das Implantieren von Schrauben und Stäben beträchtliche Eingriffe sind, müssen sich Betroffene keine großen Sorgen machen. Die Wirbelsäulenchirurgie des SRH Klinikums ist für Operationen dieser Art optimal ausgerüstet und erfahren in der Praxis: "Wir operieren im Jahr bis zu 2000 Patienten mit verschiedenen Techniken", so Ostrowski.

Aber von vorne: Wann ist eine Wirbelsäulenversteifung notwendig?

Dr. Ostrowski: Verschleiß an sich, Bandscheiben- oder Gelenkdegenerationen bei älteren Leuten sind erst einmal mehr oder weniger normal, da muss nicht unbedingt versteift werden. Wenn es aber durch Verschleißerscheinungen zu Kompression kommt, Einengungen oder Raumforderung und dadurch zu Symptomen wie ausstrahlende Schmerzen durch die Reizung von Nervenwurzeln oder Einschränkungen der Gehfähigkeit, dann kann zunächst eine minimalinvasive Operation helfen, zum Beispiel die Nervenwurzelfreilegung oder die Erweiterung des Spinalkanals.

Wenn wir zu diesen Symptomen eine zunehmende Deformation beobachten und Instabilität, also Wirbelgleiten nach vorne oder zur Seite auftritt, dann kommt eine Versteifungsoperation in Frage. Mit der Versteifung beseitigen wir alle mechanischen Probleme wie die Instabilität, die Deformation, also Veränderungen der Statik, und Enge beziehungsweise Raumforderung. Die Versteifung kann aber auch durch Tumore oder Infektionen an den Wirbelkörpern oder angeborene Missbildungen wie Schmetterlingswirbel angezeigt sein.

Was genau passiert denn bei der Versteifung?

Dr. Ostrowski: Typische Eingriffe sind die monosegmentale Versteifung im Bandscheibenbereich oder die Versteifung einer funktionellen Einheit. Eine funktionelle Einheit an der Wirbelsäule sind die Bandscheibe, die anschließenden zwei Wirbelkörper und die Wirbelkörpergelenke hinten. Wenn wir eine solche Einheit versteifen, müssen wir die Bandscheibe ersetzen.

Statt der Bandscheibe werden Knochenmaterial und ein Abstandshalter aus Kunststoff oder Titan, ein sogenannter Cage, in das Bandscheibenfach eingebracht. Von hinten implantieren wir Schrauben und Stäbe. So sind die Wirbelkörper vorne durch die Cages und hinten durch die Schrauben und Stäbe abgestützt und stabilisiert. Damit erreichen wir unmittelbar nach der Operation stabile und belastbare Verhältnisse.

Wie geht es den Patienten nach der Operation, worauf müssen sie achten?

Dr. Ostrowski: Die Patienten sind schmerzmäßig sehr gut abgedeckt. Wir nutzen  die sogenannte Spinalanästhesie und implantieren sehr häufig zum Schluss der Operation einen Periduralkatheter. Dieser gibt 24 Stunden lang Betäubungsmittel in den Spinalkanal. Das hilft dem Patienten in der ersten postoperativen Zeit sehr bei der Mobilisation und Schmerzreduktion. Die Patienten brauchen dann nicht so viele Opiate. Außerdem nutzen wir gegen Schmerzen und für eine zusätzliche Erleichterung und Mobilisation verschiedene Orthesen, Korsetts und Bandagen.

Nach der Operation dürfen die Patienten sofort aufstehen, laufen und sich ziemlich normal im Alltag bewegen. Trotzdem müssen sie natürlich 2-3 Monate extreme Bewegungen und Belastungen reduzieren, damit die knöcherne Fusion entstehen kann. Das ist die knöcherne Überbrückung der Wirbelkörper, erst dann entsteht eine endgültig belastbare Situation im behandelten Bereich. Wenn wir nach dieser Zeit die knöcherne Fusion festgestellt haben, können sich die Patienten ganz normal belasten und bewegen. Die anderen Segmente übernehmen die Funktionen und der Patient spürt keine großen funktionellen Beeinträchtigungen.

Was erwartet Betroffene bei einer Beratung des SRH Klinikums zum Thema Wirbelsäulenversteifung?

Dr. Ostrowski: In erster Linie wollen wir die Angst vor der Versteifung nehmen. Erklären, wann sie notwendig ist, wie sie funktioniert, was wir damit erreichen, warum sie Erleichterung bringt. Am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach beherrschen wir alle operativen Techniken, wir operieren an allen Segmenten und allen Bereichen der Wirbelsäule, von der Schädelbasis bis zum Steißbein. Wir haben gut ausgebildete Leute, eine sehr gute Anästhesie und sind auf modernstem Niveau ausgerüstet. Man muss wirklich keine Angst vor der Operation haben.

 

 

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