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Karlsruhe Vollblutmusiker Justin Nova im ka-news.de-Interview: "Wir wollen unsere Musikschule in der Südstadt weiter voranbringen!"

Justin Nova ist ein echter Tausendsassa, der Mann ist zuvorderst Vollblutmusiker, dann auch Musiklehrer, Musikschulbetreiber und Familienvater. Natürlich hat die Coronazeit auch den wohnhaften Mutschelbacher kalt erwischt, der Blick geht aber jetzt und immer nach vorne.

 Man hat es nicht immer leicht, wenn man etwas erreichen will. Davon kann Nova (im Wortsinne) ein Liedchen singen, er nennt es "Knüppel zwischen die Beine" bekommen. Wir haben mit dem Multitalent über seine ambitionierten Pläne gesprochen und wie man den Mut aufbringt, mitten in der Pandemie eine (zweite) Musikschule zu eröffnen.

Lieber Justin, du hast Lust zu wachsen, du hast ein tolles Team, stehst hinter deinen Lehrern.

Ich will auch und vor allem meine Musikschule in der Karlsruher Südstadt weiter pushen und ausbauen, weil ich da wachsen will, da haben wir so um die 70 Schüler, so 150 wären langfristig schön. Es ist ja aktuell diese Mischung aus Veränderung und ein bisschen Angst, welche die Leute umtreibt, auch eine gewisse Problematik in der Wohnungssituation: Gewerbliche Räume werden plattgemacht und zu Wohnraum umgebaut. Und gleichzeitig steigen weiter die Preise.

Da gibt es schon Leute, die kämpfen müssen. Auch wir haben gekämpft und zugelegt, haben nach Corona wirklich noch einmal neue Schüler akquiriert und neue Konzepte geschrieben - und dann wird uns hier die Location gekündigt! Aber: Den Ort wechseln wollen wir nicht. Weil und zum Beispiel: Da drüben ist die Grundschule, in der Kernzeit kommen die Kids kurz rüber, haben Schlagzeugunterricht und gehen danach wieder in die Schule.

Was ist dir bezüglich der Musikschule wichtig?

Zum einen habe ich einen gewissen Anspruch, die Kunden sollen natürlich was kriegen, bezahlen ja Geld dafür. Das ist mir wichtig. So hat sich meine Schule auch aufgebaut, eben durch einen guten Ruf. Ich verkaufe den Leuten auch ein gewisses Wohlgefühl, so wie in der Südstadt, die Räumlichkeiten sind tiptop. Und den Anspruch habe ich halt. Gleichzeitig habe ich auch Verantwortung gegenüber meinen Lehrern, dass auch weiterhin Schüler kommen, weil Leute sagen: Das ist eine coole Schule, da könnt ihr hingehen! 

Justin Nova in seinem "Element"
Justin Nova in seinem "Element" | Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Wie lange hast du denn in der Südstadt gesucht?

Tatsächlich eine Woche (lächelt). Wir haben bei ImmoScout den Radius erweitert. Und auf einmal ging die Südstadt auf.  Ich habe gedacht, wenn die Location toll ist, überlege ich es mir. Und dann war die auch noch sehr schön (lacht)!

Wie viele Schüler kannst du denn aufnehmen, wenn du das Potenzial voll ausschöpfst?

In der Südstadt allein? So 150 bis 200 gehen schon. Aktuell sind wir bei etwa 70.

Und wie viele Musiklehrer hast du?

Für beide Schulen haben wir insgesamt 18 Musiklehrer. Es gibt noch ein paar in der Pipeline, die vielleicht anfangen wollen nächstes Jahr. Ein paar Leute haben wegen Corona aufgehört, einer hat seine eigene Schule in Rastatt eröffnet. Gleichzeitig habe ich versucht, die Kosten zu senken, ich mache tatsächlich die komplette Verwaltung von 260 Schülern ganz allein. Zudem unterrichte ich selber vier Tage in der Woche und spiele fast wöchentlich Konzerte.

Die Lehrer der Nova Music School
Die Lehrer der Nova Music School | Bild: Phillip Saucer

Was machen denn die Curbside Prophets?

Gibt's noch. Aber: Alles, was Bands betrifft, ist größer und alle größeren Events stehen im Moment auf der Kippe. Aber nach wie vor eine coole Band. Wir sind nach wie vor befreundet, aber das letzte, was wir gespielt haben, war ein Gig im Tollhaus. Ansonsten bin ich solo echt viel gebucht. Das heißt, ich spiele Events. Das Publikum kann konzeptionell aus einem Repertoire aus 300 Songs auswählen ("Wünsch dich glücklich"-Heft) und fühlt sich auch ernst genommen und interagiert. Das funktioniert tatsächlich bei Geburtstagen, bei Hochzeiten! Ich habe da Einiges auch von Comedians gelernt! Musikalisch passt also alles.

Habt ihr eigentlich grad noch Hybrid-Unterricht?

Nein, mittlerweile ist der Unterricht wieder komplett Präsenz, mit Maske und so weiter. Wir sind aktiv gewesen, haben dadurch einen ordentlichen Schwung an neuen Schülern bekommen, und so kommen wir auf die aktuelle Zahl. Und das ist nicht schlecht für Coronazeiten. Ich kenne andere Musikschulen im Umkreis, die haben allein durch Corona 100 Schüler verloren. Und wir haben vielleicht zehn Schüler verloren, wenn überhaupt.

Kleine berufliche Vita: Bevor ich hier die Location hatte, habe ich von 2010 bis 2016 in meinem Wohnzimmer und dann in meinem Keller anfangs zehn Schüler unterrichtet. Zum Schluss hatte ich dann 40 Schüler, die habe ich dann alleine unterrichtet. Dann haben wir das hier gesehen. Und siehe da, wir haben grad Fünfjähriges hier in Stupferich gefeiert! Und haben das Level auf 120 Schüler gepusht.

Mitten im Lockdown haben wir dann die Musikschule in der Südstadt eröffnet, die ist neu und schön und soll wachsen. Wir waren durch den Lockdown durch stetig am Wachsen - das  ist ja grundsätzlich mal eine gute Nachricht. Wir sind ja nicht die einzige Musikschule in Karlsruhe. Mit Fokus auf die Dependance in der Südstadt: Hier waren wir am Anschlag, aber in der Südstadt gibt es noch Kapazitäten, dafür werbe ich natürlich. Ich habe eine Warteliste von Leuten, die wir im Augenblick nicht unterrichten können.

Justin Nova On Stage
Justin Nova On Stage | Bild: ps

Welche Instrumente unterrichtet ihr denn bei euch?

Da wären Gitarre (akustisch und elektrisch), Ukulele speziell für Kinder, Schlagzeug, Bass, viel Klavier, Geige, Querflöte, Saxophon, Gesang, Songwriting und auch Produktion. Ich versuche den Leuten ja, dieses Superstar-Denken auszureden. Eher Appetit darauf zu machen, einfach das Handwerk Musik zu erlernen, Spaß zu haben. Was du dann damit machst, ist deine Sache, Ich rede es dir aber aus, wenn ich das Gefühl habe, du bist nicht gut genug und würdest dich nur bei Casting-Shows blamieren. Da bin ich dann schon ehrlich.

Warst du eigentlich selbst in einer Musikschule?

Ich bin Autodidakt und habe mir bis zum Anfang meines Studiums alles selbst beigebracht. Notenlesen habe ich dann da gelernt, aber habe das starre Notenlesen nicht weiterverfolgt. Wir machen das hier nach einem anderen System. Dieses basiert mehr auf Akkorden und Tabulatur. Das Herz der Kinder liegt natürlich bei aktueller Musik. Aber da kann danach auch ein anderer Zwölfjähriger kommen, der "Stairway To Heaven" lernen will.  Und nebenan habe ich einen Lehrer, der Beethoven unterrichtet, parallel wird Rammstein gelehrt. Das ist alles okay.

Wir haben da einfach ein anderes Konzept als andere Schulen: Wenn ich einen Schlagzeugschüler habe, der es nur gewohnt ist, reinzubrettern, wird sich das spätestens dann ändern, wenn er eine eigene Band hat. Die sagen dann: "Kannst du auch leiser spielen?!" Bei mir lernen sie leise zu spielen!

Du hast ja da ein heterogenes Angebot, positiv gesehen!

Absolut. Die sollen lernen in Wohnzimmerlautstärke Musik zu machen, genau so wie sie später mit ihrer Band vielleicht proben werden. Wenn jetzt aber jemand der absolute Profischlagzeuger ist, der volle Laustärke Metallica spielen will, dann sind wir nicht die richtige Schule. Dafür gibt es befreundete Musikschulen, wo wir sagen, hey, geh' doch da hin! Ich selbst will Tageslicht haben und ich will diese Lautstärke nicht.

Bei uns ist der Fokus auf Familien und Kinder, das Ukulele-Projekt wird beispielsweise super angenommen, ist der totale Verkaufsschlager. Trotzdem möchte ich auch weiterhin Erwachsene haben. Meine  Lehrer bekommen auch irgendwann einen "Vogel", wenn sie den ganzen Tag nur Dreijährige unterrichten. Mal so ein Erwachsener, der einfach einen Rocksong lernen will, das tut den Lehrern auch mal gut.

Was ist mit weniger talentierten Schülern, was ist da das Problem?

Da gibt's einige. Wir haben Schüler gehabt, die haben keinen Ton getroffen. Die haben das verbessert, trainiert. Eben im Bereich der Möglichkeiten. Und irgendwann kommst du an den Punkt: Wie wichtig ist es dir? Dann nehme ich denjenigen auf mit Mikrophon, dann ist die Reaktion: "Oh Gott, ich treffe ja keinen einzigen Ton!" Warum trifft einer kein Tor beim Fußball? Talent oder kein Talent! Und Ehrgeiz oder kein Ehrgeiz!

© Paul Needham / www.paulneedham.de
© Paul Needham / www.paulneedham.de | Bild: Paul Needham

Manche können sich ja anstrengen, wie sie wollen, die können einfach nicht singen ...

... ich finde Gitarre, Schlagzeug, vielleicht auch Klavier, wenn man fleißig ist und nicht ganz talentfrei, kann man schon mit Basics Einiges erreichen und viel lernen. Wir passen das Level immer an. Es geht uns eben nicht darum, eine Elite auszubilden/zu züchten, sondern dass beispielsweise Familien zusammen Musik machen können und auch Spaß daran haben. Eine schöne Idee beispielsweise an/für Weihnachten! Aber: Nicht jeder, der hier Unterricht hat, steht dann nachher auch auf der Bühne!

Da habe ich die kleinen  Kinder, die können dann einen Akkord spielen und zusammen mit der Familie an Weihnachten "Jingle Bells" spielen. Als Dreijährige! Das Ganze muss ja nicht komplex sein. Soll eher für ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen! Ich habe da ein Konzept mit Farbpunkten für die Kleinen entwickelt. Denen sind wiederum Tiere zugeordnet.

Die Kids lernen ja in anderen musikalischen Früherziehungen Federn hochzuwerfen, Tamburin zu spielen oder auf die Triangel zu hauen - bei uns lernen sie halt C-Dur. Das hauseigene, selbstentworfene Maskottchen Mompitz zeigt den (jungen) Schülern, wie man die Ukulele richtig hält. Dazu gibt es ein originelles, innovatives, vor allem einzigartiges "tierisches" Konzept mit spezifischen Farbpunkten: Die Anfangsbuchstaben der Tiere sind also im Prinzip die Akkordsymbole. Zum Beispiel: C ist der Clownfisch, G ist die Giraffe, A-Moll ist die Ameise und F ist der Frosch. So lernen schon Kinder Ukulele spielen. Das Ganze ist ein selbst entwickeltes Konzept.

Das knuffige Maskottchen der Nova Music School
Das knuffige Maskottchen der Nova Music School | Bild: Toby Frei

Irgendwann sind die Instrumente natürlich total abgerockt. Die Punkte fallen ab und die Kinder merken gar nicht, dass sie C oder F spielen, obwohl der Punkt schon lange abgefallen ist. Ich will da  auch in Zukunft noch mehr machen in dieser Richtung. Ich habe extra eigene Lieder komponiert, die ranken sich ums eigene Konzept. Da singt der Mompitz - zum Frohsinn der Kinder - am liebsten aufm Klo, wegen der guten Akustik. Und dann ist  er krank, liegt im Bett, da ist dann die Message: Eins, zwei, drei, dann ist es  schon vorbei! Das heißt, gewöhnlich liegt man drei Tage flach, man isst Suppe, alles ganz normal. Auch Kopfläuse sind ein lustiges Liedthema (lächelt).

Was mich auch persönlich weitergebracht hat: Durch die frühere DJ-Tätigkeit habe ich mir ein sehr großes musikalisches Wissen angeeignet. Das war eine coole Zeit und es kommt mir heute zugute, dass ich drei Nächte in der Woche die Crowd im Krokokeller bespaßt habe. Und zudem auf 20 Jahre auf Live- und Bühnenerfahrung zurückblicken kann.

Dadurch, dass du selbst Kinder hast, weißt du natürlich auch genau, was gerade angesagt ist.

Genau! Meine drei Mädchen halten mich auf dem Laufenden, was aktuelle Musik angeht (lacht).

Was hat die Nova Music School also final und zusammenfassend alles zu bieten?

Eine tolle, prosperierende Musikschule in der Südstadt mit modernen, neuen und schönen Räumlichkeiten und bunter/musikalischer (Lern-)Atmosphäre. Zudem kümmert sich der Chef persönlich ums Business, wenn es ein Problem gibt, dann ruft Justin Nova persönlich die Kunden an und nimmt Kontakt auf.

Schön und gleichzeitig sozial gedacht ist des Weiteren die Kooperation mit einer Grundschule und drei Kitas. Nova: "Für unsere (Ukulele-)Kurse in der Grundschule Wolfartsweier haben wir eigens eine Förderung der Stadt Karlsruhe bekommen, weil diese das Konzept so cool fand. Die haben uns Geld gegeben und wir haben das genommen und haben die Monatsbeiträge halbiert oder günstiger gemacht, um es auch für Familien möglich zu machen. Das Angebot spricht auch alle in der Klasse an, da wird keiner ausgeschlossen.

Wichtig: Wir sind auch immer auf der Suche nach neuem, kompetentem Lehrerpersonal. Wir suchen coole, neue Lehrer, die Lust haben auf ein neues Umfeld, auf eine liebevoll geführte Musikschule. Ich schaue auch, dass ich meinen Lehrern Gigs vermittele, die ich persönlich nicht spielen kann. Da frage ich als Erstes meine Lehrkräfte." Ein kleines Schmankerl noch zum Schluss: Die Nova Music School offeriert Interessierten Weihnachtsgutscheine -  das wäre/ist doch ein schönes Präsent zum Festtag!

Lieber Justin, vielen Dank für das Gespräch!

 

Nova Music School Stupferich

Werrenstraße 11, 76228 Karlsruhe

0721/91 43 75 82

info@novamusicschool.de

www.novamusicschool.de

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Nova Music School KA-Südstadt

Winterstraße 44, 76137 Karlsruhe

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