Karlsruhe Herausforderungen des Kinderkrebsvereins FUoKK: Vorsitzende Admira Knoll im Interview

Die Diagnose Krebs wirft ganze Familienleben aus der Bahn und ändert den Alltag schlagartig. Durch die Corona-Pandemie werden die zum Teil noch kleinen Patienten und Familien der Onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe vor noch viel größere Probleme gestellt. Der FUoKK ist stets zur Stelle und unterstützt die Familien in den schweren Zeiten der Corona Krise mit Unterstützung der Stadtwerke sowie vieler bekannter Karlsruher Gesichter und hilft die Schicksale erträglicher zu machen.

Der Förderverein zur Unterstützung der Onkologischen Abteilung der Kinderklinik Karlsruhe, kurz FUoKK erlebt in der Corona-Pandemie eine der größten Herausforderungen der Geschichte des Fördervereins, gleichzeitig aber auch beeindruckenden Zuspruch durch die Winterkampagne der Stadtwerke Karlsruhe. Admira Knoll, die Vorsitzende des Fördervereins hat in einem Gespräch verraten, wie die Arbeit rund um die Kinder- und Jugendonkologie aussieht und weshalb die Weihnachtszeit die Finanzierung von Therapeuten, Erziehern und vielem mehr sichert. 

Frau Knoll, mit welchen Herausforderungen haben Sie derzeit zu kämpfen? 

Frau Knoll: "Die Pandemie überschattet einfach alles. In 2020 sind alle großen Veranstaltungen ausgefallen, bei denen wir bisher einen großen Teil unserer Spendeneingänge erhalten haben. Aber es geht nicht nur um die materiellen Dinge. Der enge persönliche Kontakt zum Stationsteam und zu dem Ärzteteam darf natürlich auch nicht stattfinden. Die besonders kurzen Wege, bei der Abstimmung von Anschaffungen für die Station oder für das Spielzimmer sind nun deutlich komplizierter."

Worin liegt derzeit der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Frau Knoll: "Trotz Corona versuchen wir die Kontakte zu unseren Unterstützern zu pflegen und zu prüfen, was für Möglichkeiten wir haben, um trotz der Einschränkungen  Spendengelder zur Finanzierung unserer kurz- und langfristigen Projekte zu erhalten. Zu den langfristigen Projekten gehören z.B. Personalkosten für zusätzliche Therapeuten und einer Erzieherin auf der S24. Wir versuchen mit diversen Anschaffungen den oft sehr langwierigen Aufenthalt auf der Station für die Kinder und deren Begleitpersonen zu erleichtern. Dazu gehört selbstverständlich auch die ständige Erneuerung von Spielzeugen, die durch notwendiges und ständiges desinfizieren sehr schnell verschleißen. Wir schaffen auch technische Geräte an, die dem Stationsteam und den Ärzten die Arbeit erleichtern und zum Teil eine schnellere Diagnostik ermöglichen. Diese zusätzlichen Gerätschaften sind nicht im Etat der Klinik vorgesehen, bringen aber den kleinen Patienten deutliche Vorteile."

Mit welchen Herausforderungen haben die Patienten auf der Onkologie neben ihrer eigenen Krankheit zu kämpfen?

Frau Knoll: "Corona ist eine extreme Herausforderung und Belastung für die Patienten und insbesondere für die Familien. Mit das größte Problem ist sicherlich die eingeschränkte Besuchsmöglichkeit, d.h. dass bei Kindern immer nur 1 Person als Begleitperson oder Besuch kommen kann und dass die Begleitpersonen auch nicht unreguliert wechseln können. Dies stellt eine große Herausforderung für die Familien dar, ist aber aus Infektionsschutzgründen unumgänglich. Ein weiteres Problem ist, dass einige Therapeuten die größtenteils von extern kommen (Ergo, Musik, Kunst, Sport,. Clown) derzeit aus Infektionsschutzgründen nicht auf die Station kommen können und man dann erst nochmal so richtig merkt wie sehr sie fehlen. Auch der Einzel-Schulunterricht läuft nur über (Video)-Telefonie und die Lehrer kommen nicht mehr auf Station. Im Häuslichen Umfeld ist dies ähnlich."

Erleben Sie durch das Corona-Virus überhaupt noch die Spenden- und Hilfsbereitschaft, die ein Förderverein benötigt?

Frau Knoll: "Aufgrund dessen, dass keine Veranstaltungen mehr stattfinden, haben wir im Vergleich zum Vorjahr beinahe 55% weniger Spenden erhalten (per 11/2020). Jetzt im Dezember zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Unsere Unterstützer haben mit tollen neuen Ideen dafür gesorgt, dass das Spendenaufkommen wieder deutlich zugenommen hat. FUoKK erhält seine Spenden aber nicht nur aus den großen Veranstaltungen. Die Geldbeträge kommen zum größten Teil von privaten Spendern und von Firmen, die unsere Arbeit damit unterstützen wollen. Wir möchten an dieser Stelle all jenen sehr herzlich für die teils jahrzehntelange Unterstützung danken. "

Wie wichtig ist die Hilfe von großen Unternehmen wie beispielsweise der Stadtwerke Karlsruhe?

Frau Knoll: "Dies ist enorm wichtig!  Die großen Firmen sind sehr gut vernetzt und können auf diese Weise vielmehr Menschen erreichen, als FUoKK allein."

Sind Sie Spendenkampagnen, wie die Winterkampagne der Karlsruher Stadtwerke gewöhnt?

Frau Knoll: "Unsere Unterstützer haben in den vergangenen 30 Jahren viele wunderbare Ideen gehabt, die uns unsere Arbeit ermöglichen. "Unter den derzeitigen besonders schwierigen Voraussetzungen stellt die Aktion der Stadtwerke eine echte Ausnahme dar. Hier werden so viele Menschen erreicht und es ist beeindruckend und sehr rührend zugleich, welchen Zuspruch unser Verein erhält."

Wird der FUoKK durch Kampagnen, wie die der Stadtwerke Karlsruhe bekannter?

Frau Knoll: "Aufgrund der Medienvielfalt, die von den Stadtwerken Karlsruhe genutzt werden erfährt unser Verein einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad. Wir konnten bereits eine zunehmende Klick-Anzahl auf unserer Homepage "FUoKK.de" feststellen. Natürlich erhoffen wir uns von dieser Medienbreite, dass wir weiterhin unsere Projekte sichern können. Für die herzliche Unterstützung sind wir unendlich dankbar."

Mehr über die Arbeit des FUoKK´s finden Sie unter www.fuokk.de

Unterstützen können Sie diese wertvolle Arbeit durch die aktuelle Winterkampagne der Stadtwerke Karlsruhe unter Von Herzen schenken - Stadtwerke Karlsruhe . Mit einer Spende können Sie der FUoKK helfen und Großes bewirken:

Spendenkonto:
Sparkasse Karlsruhe
IBAN: DE33 6605 0101 0009 0012 72
Verwendungszweck „Von Herzen schenken“

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