Wer die Akademie für Kommunikation (AfK) besucht, betritt zunächst ein großes, erhaben wirkendes Bürogebäude: In der Erbprinzenstraße, unweit vom Bundesgerichtshof, treffen die Fußgängerzone, die Gastronomie am Ludwigsplatz und die Office-Welt aufeinander.

Die AfK vereint gymnasiale Oberstufe sowie weiterführende Schule, jeweils mit Fokus auf kreative Gestaltung. Die seit über 25 Jahren existierende Privatschule wird von rund 170 Schülern besucht. Die Flure im ersten und zweiten Obergeschoss sind ebenfalls hell und offen gehalten, jeweils gestaltet mit Projekten der unterschiedlichen Klassen

"Visuelle" Schule mit dem Anspruch, Kunst zu präsentieren

"Wir sind eine ‚visuelle‘ Schule", fasst Schulleiter Bastian Gretenkord zusammen. An den Wänden hängen Fotostrecken, dazu Zeichnungen, Projekte und Produkt-Prototypen. Darunter sind kunstvoll gestaltete Schülerportraits, in einen Farbschatten aus Magenta – der "Hausfarbe" der Akadamie – getüncht. "Alles ist von Schülern, mit Schülern. Wir legen großen Wert darauf, die Sachen an die Wand bringen, die die Schüler machen", erläutert Gretenkord. "Es geht darum, den Anspruch zu entwickeln, dass es präsentationsfähig ist und man nicht nur für das eigene Kämmerchen arbeitet – es braucht ein Publikum oder hat einen Kunden." Er zeigt komplette Geschäftsausstattungen: Logo-Designs, Broschüren, Flyer, Visitenkarten, Briefbögen. Das Ergebnis wird bereits professionell und geordnet präsentiert.

Produktgestaltungen für ein passend geformtes Nutellamesser sind ebenfalls ausgestellt: "Die Aufgabenstellung lautete: Wie bekomme ich das Nutella am besten aus dem Glas? Inzwischen existiert von Nutella auch ein ‚offizielles‘ Messer."

Die Ergebnisse einer Foto-Exkursion im Wald vermitteln Tiefenstaffelung und Blick für Details, die ein Profi erstmal hinbekommen muss. "Die Klasse waren damals am Ende ihres ersten Jahres. Es ist allerdings eine ‚Vorzeige-Klasse‘ mit besonders kreativem Output", erklärt der Schulleiter.  

Für Schüler mit Realschulabschluss oder zur Spezialisierung beim Abitur

Für wen eignet sich die Akademie? "Entweder als weiterführende Schule für Schüler mit Realschulabschluss, oder für Gymnasiasten, die in der Oberstufe auf ein technisches Gymnasium oder sozialwissenschaftliches Gymnasium wechseln möchten.  Realschüler können auch in die Oberstufe wechseln, wenn ihr Schnitt stimmt."

Berufskollegs für Foto- und Medientechnik, Produktdesign und Grafikdesign

Insgesamt werden fünf Schulzweige geboten, darunter zwei zweijährige Berufskollegs – "einmal für Foto- und Medientechnik, einmal für Produktdesign", wie Schulleiter Bastian Gretenkord erläutert. Ein dreijähriges Berufskolleg für Grafikdesign befindet sich ebenfalls im Portfolio. "Gerade im Berufskolleg ist es die Kombination aus staatlich geprüfter Berufsausbildung und eine Fachhochschulreife."

Abitur auf dem technischen und sozialwissenschaftlichen Gymnasium der Akademie

Dazu ist die Akademie ein technisches Gymnasium mit dem Profilfach Gestaltungs- und Medientechnik, sowie ein sozialwissenschaftliches Gymnasium mit den Profilfächern Pädagogik und Psychologie.

Schüler aus unterschiedlichen Lebensabschnitten finden zusammen

"Die Schüler kommen aus völlig unterschiedlichen Umfeldern: Sie sind mindestens 16 Jahre alt, die ältesten teils 22, 23 Jahre alt. In einer Klass existiert eine Altersspanne – während manche noch bei den Eltern zuhause wohnen, sind andere in der zweiten Job-Ausbildung und verdienen seit fünf Jahren ihr eigenes Geld. Die Mischung macht die Klassen auch interessant." Im besten Fall entstehe positive Reibung. "Viele Schüler gehen danach noch studieren – nicht nur im Kreativbereich, für manche ist es nur die Zwischenstation, eine Fachhochschulreife zu machen. Manche machen auch noch eine andere Ausbildung, weil sie sich in den jungen Jahren erst finden müssen. Manche gehen arbeiten, andere machen sich selbständig." "Manche merken auch hier, dass sie mit dem Stress nicht klarkommen – Kreativität unter Druck ist auch eine schwierige Sache. Der Produktionsprozess gehört allerdings dazu."

Berufsfelder im Bereich Werbung mit abgedeckt

Die Ausbildung der Berufskollegs deckt typische Berufsbilder im Bereich Werbung ab – etwa Fotografie, Grafikdesign, die Arbeit in einer Agentur oder Marketing-Abteilung. Dabei werden alle Bereiche moderner Medienproduktion bedient, samt Print, Fotografie und Film, 3D-Animation, Sounddesign, Screendesign oder auch mobiler Applikationen, interaktive Websites und Computerspiele.

Lehrer und Dozenten mit Praxisbezug

Bastian Gretenkord selbst arbeitete lange in einer Werbeagentur. "Der Großteil unserer Lehrer kommt aus der Praxis: Es ist die Mischung, die wir hier haben an Lehrpersonal, die ihr Staatsexamen gemacht haben, und die, die aus der Wirtschaft kommen und hier in Voll- oder Teilzeit arbeiten, und teils nebenbei noch kreativ arbeiten. Das ist für mich auch ein hoher Zugewinn, dass es kein ‚verstaubtes‘ Wissen ist, sondern von Leuten, die noch arbeiten."

Du hast ein Händchen für Kunst, Design oder Gestaltung? Dann bist du bei uns genau richtig!
Du hast ein Händchen für Kunst, Design oder Gestaltung? Dann bist du bei uns genau richtig! | Bild: Akademie für Kommunikation

Kreative Studienreisen

Für die Erkenntnisse in der Praxis dürfen Studienreisen nicht fehlen: Im Flur zeugt ein Strang Fotos von Exkursionen. "Wir fahren mit unseren Schülern auch regelmäßig ins Ausland", erklärt Gretenkord. Zuletzt waren die Klassen in London, Paris, Wien oder Krakau. Es gehe um den Bezug zu Kunst und Kultur. "Die Schüler gehen mit uns in Museen, machen kreative Schnitzeljagden durch die Stadt und dürften natürlich auch selbst durch die Stadt ziehen."

Fast familiäres Arbeitsklima

Gelegentlich wird das Gespräch auf dem Gang unterbrochen, von Schülern und Lehrerkollegen, die sich beim Schulleiter herzlich verabschieden. Der Umgang sei "recht familiär", so Gretenkord. Die Schüler, das zeigt der Besuch, wenden sich auch mit ihren Problemen an ihn, geben Bescheid, wenn etwas geändert werden soll. Der Geist, der durch die Gänge weht, ein persönliches Verhältnis, das auch aufgrund der überschaubaren Größe möglich ist. "Man muss auch sagen: Es ist eine Privatschule, die Schüler zahlen hier ihre monatliche Gebühr. Ein Punkt, der mir dabei wichtig ist: Dass die Schüler gut aufgenommen sind. Das heißt für mich, ich weiß, mit wem ich rede, soweit möglich. Die Grundkultur besteht darin, dass die Türen unserer Büros offen sind, sodass die Schüler eigentlich jederzeit kommen können, wenn etwas ist."

Helle Arbeitsräume mit moderner Ausstattung

Die Klassenzimmer sind ebenfalls hell und funktional gestaltet, wie eine moderne, kreative Büroetage. Sie werden gerade mit volldigitalen Tafelsystemen ausgestattet – "im Grunde ein großer Touch-Bildschirm" – dazu kommen Rechnersysteme. "Wir wollen volldigitalen Unterricht machen. Wir sind hier eigentlich in einem Bürogebäude. Das Ambiente hat einen leichten Büro-Touch. Es ist sehr angewandt und soll auch berufsvorbereitend sein." In einem Medienraum sind 25 iMacs vorhanden, zur Foto- und Videobearbeitung. Auch ein Fotostudio mit passendem Material ist geboten, dazu eine Werkstatt, etwa zur Produktmuster-Fertigung. Hierzu dient auch ein 3D-Drucker.

Gepflegter Aufenthaltsraum

Die AfK ist eine Ganztagesschule. Dabei wird für ein entspannt-produktives Klima gesorgt: Mit einer kompakten Aula bietet die Schule einen angenehmen Mittagsraum, in dem die Beteiligten essen. Auch eine Tischtennisplatte ist vorhanden. "Letztes Jahr haben wir auch ein Tischtennis-Turnier veranstaltet." Dazu dient die Aula als Ausstellungsraum der Grafiker und Medientechniker.

Eine Pausenhof-Dachterrasse als "Lieblingsort der Schüler"

Ein Zugang auf eine Pausenhof-Dachterrasse samt Liegeflächen und kleinem Garten bietet eine "Oase" über der Fußgängerzone, samt meditativem Flair durch die Sonnenstrahlen im Spätherbst. Darum dürften nicht nur andere Schulen die Akademie für Kommunikation beneiden – sondern schlicht auch viele Büros in der Umgebung. Die Dachterrasse inmitten der Stadt sei der "Lieblingsort unserer Schüler", so Gretenkord. "Das ist unser Schulhof-Ersatz. Die Schüler sind in jeder Pause so lange draußen wie möglich."

Bild: Akademie für Kommunikation

Sieben Schulstandorte in Baden-Württemberg

Insgesamt ist die Akademie für Kommunikation sieben Mal im Land vertreten: Alle Standorte sind grob ähnlich aufgestellt, jede Schule arbeite allerdings autark, mit individuellen Schwerpunkten, erläutert Gretenkord den Grundgedanken.

Gebührenmodell: Unterstützung per Bafoeg und Ermäßigung möglich

Die AfK ist staatlich anerkannt, die Abschlüsse sind – trotz des kreativen Schwerpunkts - gleichwertig. Das Gebührenmodell wurde vereinfacht, ein Bafoeg-Antrag ist möglich. "Es besteht auch die Möglichkeit, für einkommensschwache Haushalte eine Überprüfung zu machen, und zu schauen, ob sie eine Ermäßigung bekommen. Das haben wir immer wieder."

Die AfK bei einem Infoabend kennenlernen

Wer sich für die AfK interessiert, kann die Schule beispielsweise bei einem von sechs Infoabenden im Schuljahr kennenlernen. Der erste findet am 28.November ab 18 Uhr statt. Individuelle Termine sind ebenfalls möglich.

Und was steht neben der aktuellen Digitalisierung an? Eine neue Attraktion für den Mittagsraum soll ebenfalls noch kommen – die, so schärft Gretenkord geheimnisvoll und augenzwinkernd ein – dürfe aber noch nicht verraten werden.

 

Informationen:

Infoabend an der AfK Karlsruhe

30. November 2022 um 18 Uhr

 

Homepage AfK Karlsruhe

YouTube AfK Karlsruhe

 

Tel. 0721 / 180 54 09 - 0

E-Mail: karlsruhe@akademie-bw.de