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Karlsruhe "Die perfekte Stellenanzeige muss …"

Fachkräftemangel, zu wenig Azubi-Bewerbungen, es melden sich immer die falschen Bewerber und Bewerberinnen - die Liste ließe sich fortsetzen. Wie moderne Personalsuche funktioniert und was Unternehmen jetzt tun können, um Top-Leute auf sich aufmerksam zu machene, erklärt JOBS-IM-SÜDWESTEN Key Account Managerin Jule Weigel im Interview.

Jule, in drei Sätzen: Wie sieht eigentlich die perfekte Stellenanzeige aus?

Unterschiedlich und sehr zielgruppenabhängig. Bei Führungskräften ist eine informative und verdeutlichende Ausschreibung sinnvoll. Für gewerbliches Personal kann wiederum eine QR-Code Ausschreibung zielführend sein, die mit einem ansprechenden Bild auf einem Bus fährt.

Anders formuliert: eine Stellenanzeige ist dann perfekt, wenn sie perfekt zu denjenigen passt, die sie ansprechen soll.

Genau.

Du verstärkst seit August das Team von JOBS-IM-SÜDWESTEN als Key Account Managerin. Wie kam es dazu – hast Du die für Dich perfekte Stellenanzeige gesehen und Dich beworben?

Ich war zuvor als Personalberaterin tätig und habe Ingenieurpositionen besetzt. Das Schlagwort hier ist Active Sourcing, lso das direkte Ansprechen von geeigneten Kandidaten. So ähnlich es bei mir dann selbst passiert: ich wurde angesprochen, weil eine Bekannte, die bereits im Unternehmen arbeitet, fand, die Stelle könnte für mich passen. 

Was reizt Dich an der Arbeit für ka-news und JOBS-IM-SÜDWESTEN?

Bei JOBS-IM-SÜDWESTEN habe ich die Möglichkeit, noch mehr nach links und rechts zu schauen und mit jedem Kunden individuell zu besprechen, wie er seine Ziele im Bereich Personal erreicht. Das große Portfolio, dass ich auch mit Employer Branding anbieten kann, erweitert meinen Erfahrungsschatz sehr. Das gefällt mir.

Du bist schon länger im Bereich Personal tätig. Was fasziniert Dich an diesem Bereich?

Die notwendige Menschenkenntnis. Ich freue mich, wenn sich Teams zusammenfinden, die richtig gut zueinander passen. Und um solche Teams zusammenzusetzen, braucht es Klarheit und Transparenz eines Unternehmens. Bewerber müssen verstehen, welche Werte und Visionen es vertritt. Dabei kann ich unterstützen. Das finde ich wundervoll.

Neben Deiner Tätigkeit als Key Account Managerin arbeitest Du als freiberufliche Beraterin und als Dozentin für Personaler. Welchen Einfluss hat diese Tätigkeit auf Deine Arbeit bei JOBS-IM-SÜDWESTEN? 

Sie ist bereichernd. Manchmal entstehen aus den Rückfragen der Teilnehmenden richtig tolle Ideen. Einmal habe ich zum Beispiel die Hausaufgabe gegeben, eine gelungene Stellenanzeige zu recherchieren, zu erläutern, warum man sich für diese entschieden hat und an welcher Stelle man etwas ergänzen würde. Ein Teilnehmer hat die Aufgabe ganz anders gelöst und mir statt einer klassischen Stellenanzeige eine Ausschreibung präsentiert, die genau auf die gewerbliche Zielgruppe zugeschnitten war. So einfach, intuitiv und genial! Solche Erfahrungswerte kann ich in meiner Arbeit bei JOBS-IM-SÜDWESTEN einbringen.

Der Begriff Fachkräftemangel geht schon seit einigen Jahren durch die Medien. Wieso tun sich zumindest manche Unternehmen offenbar so schwer damit, die richtigen Mitarbeiter zu finden?

Eine große Schwierigkeit steckt in der Online-Präsenz. Insbesondere kleine und kleinere mittelständische Unternehmen stoßen hier in Puncto Budget als auch Wissen an ihre Grenzen. Sie improvisieren dann, um überhaupt etwas zu haben. Dem Thema wird nicht der Raum eingeräumt, den es heutzutage notwendigerweise braucht. Da geht es unter anderem darum, eine für Suchmaschinen – wie Google – optimierte Seite zu haben. Im vergleichenden Wettbewerb ist es zusätzlich wichtig, die Inhalte der Seite aktuell zu halten. Das ist eine hohe Grundvoraussetzung, um überhaupt am Wettbewerb um die besten Talente teilzunehmen. Jobs-im-Südwesten unterstützt zum Beispiel genau in dem Punkt. Das PremiumArbeitgeber-Profil ist die unkomplizierte Möglichkeit für einen suchmaschinenoptimierten Internet Auftritt. Noch dazu einfach intuitiv zu bedienen. 

Über die perfekte Stellenanzeige haben wir bereits gesprochen. Du sagst, sie muss zur Zielgruppe passen. Finde ich allein damit auch die perfekten Mitarbeiter? 

Wenn das so wäre würden Bewerbungsgespräche und Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme obsolet. (Zwinkern)

Was sind Deiner Erfahrung nach die drei größten Fehler, die Unternehmen beim Thema Recruiting machen? 

Erstens: Eine Eier-legende-Wollmilchsau zu suchen. Es braucht mehr Klarheit, was unersetzlich vorhanden sein MUSS.

Zweitens: Sich nicht genug mit der Sprache auseinandersetzen, in der sie ihre Ausschreibung verfassen. Es gibt zum Beispiel Begriffe, die eher Frauen ansprechen, etwa Worte wie „teamfähig“ und „Empathie“. Und dann gibt es jene, die eher Männer ansprechen, beispielsweise „zielstrebig“ oder „ehrgeizig“. Auf männlich-formulierte Stellen bewerben sich kaum Frauen. Hingegen bewerben sich Männer sehr wohl auch auf weiblich-formulierte Ausschreibungen.  Das Resultat: mit weiblich-formulierten Anforderungen haben Sie umgehend mehr Job-Interessenten.

Drittens und letztens: fehlende Transparenz. Hier gilt: viel hilft viel. Es wäre doch so schön, wenn ich in der Ausschreibung lese „innerhalb von X Tagen meldet sich Herr Mustermann bei Ihnen“. Das erzeugt doch direkt ein angenehmes Empfinden und erspart dem Unternehmen gleichzeitig Arbeit, weil der Bewerber nicht nachfragen muss. Oder wie wäre es mit einer Angabe zum Thema Gehalt. Unternehmen tun sich damit unheimlich schwer, dabei kommen auf eine Anzeige mit Gehaltsangabe bis zu drei Mal so viele Bewerbungen.

Spätestens seit Corona ist Homeoffice bei vielen Unternehmen übliche Praxis. Das gilt auch für Dich, mit dem Unterschied, dass Du von Leipzig aus arbeitest. Wie funktioniert das? 

Das funktioniert soweit sehr gut. Aufgrund meiner Tätigkeit als Beraterin und Dozentin hatte ich bereits ein sehr gut ausgestattetes Heimbüro. Dazu kam die neue Technik vom Arbeitgeber. Über das Intranet habe ich den gleichen Datenzugriff wie meine Kollegen vom Jobs-im-Südwesten-Team. Die Absprache untereinander funktioniert über Chat überraschend angenehm, und manchmal denke ich, das funktioniert besser als in Live – weil ich niemanden aus seinen Gedanken reiße. Wenn es sehr wichtig ist rufe ich an. Und wenn die Soziale Vermissung zu groß wird, fordere ich einen virtuellen Termin ein. 

Fragen: Felix Neubüser

Jule Weigel ist seit 1. August Key Account Managerin bei Jobs-im-Suedwesten.de. jobs-im-südwesten.de ist die gemeinsame Online-Stellen- und Arbeitgeberplattform von ka-news.de und suedkurier. de. Neben der Möglichkeit, zum Festpreis unbegrenzt Stellen ausschreiben zu können bietet die Jobs-im-Suedwesten.de unter anderem eine Bewerberdatenbank, über die Unternehmen potenzielle Mitarbeiter direkt kontaktieren können.
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Kommentare (3)
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  •   WeigelJ
    (2 Beiträge)

    10.11.2021 11:35 Uhr
    Dankeschön!
    ... für das tolle Feedback. So soll es sein! grinsen
    Wenn noch fragen offen sind... gern hier stellen - vielleicht können wir daraus ein Q&A machen.
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  •   DenBren
    (1 Beiträge)

    29.10.2021 20:03 Uhr
    Ein Muss für alle alle Unternehmen auf Personalsuche!
    Ein wichtiges und tolles Interview zum Thema "Personal Recruiting". Häufig liest man Tipps für Bewerber "So bestehen Sie das Bewerbungsgespräch". Die wenigsten Unternehmen bzw Arbeitgeber machen sich jedoch aktiv Gedanken um nachhaltiges und erfolgreiches Recruiting - und wundern sich über ausbleibende Bewerbungen.
    Fazit: Den ein oder anderen Tipp von Jule Weigel werde ich auf jeden Fall mitnehmen!
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  •   WeigelJ
    (2 Beiträge)

    10.11.2021 11:33 Uhr
    Dankeschön!
    ..für das tolle Feedback. So soll es sein! grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
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