So kommt Glasfaser direkt in Ihr Haus

Das Glasfaserkabel verlegen die Stadtwerke in den Straßen der Oststadt, teilweise wurde es bereits bei früheren Baumaßnahmen mit eingebracht. Wer in dem Stadtteil Glasfaser bei den Stadtwerken bucht, für den muss dann noch der Zugang zum jeweiligen Haus gelegt werden. Dazu existieren zwei Bautechniken - einerseits kann der Weg zum Haus "klassisch" aufgebaggert werden. Die zweite Variante findet über eine sogenannte Erdverdrängungsrakete statt. Nach Möglichkeit setzen die Stadtwerke auf letztere Methode. Bei Gebäuden, die direkt am Gehweg gebaut sind und bei denen bereits eine anderweitige Hauptleitung anliegt, wird dann nur eine sogenannte Kernbohrung sowie ein Kopfloch am Gebäude benötigt, über das die Erdverdrängungsrakete eingebracht wird.  

Die Dauer des Hausanschlusses hängt dabei von der Umsetzbarkeit der unterschiedlichen Bauvarianten sowie der Leitungslänge bis zum Haus ab. In der Regel, so nach Aussage der Stadtwerke Karlsruhe, kann der Anschluss innerhalb von ein bis vier Tagen durchgeführt werden, insofern Leerrohr und Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt .

Und dann? "Der Glasfaseranschluss endet in der Wohnung am sogenannten Optical Network Termination (ONT). Am ONT wird das Lichtsignal in ein elektrisches Signal umgewandelt", erklärt Stefan Sambas, der bei den Stadtwerken Karlsruhe für die Technik verantwortlich ist. An jenem ONT kann über eine Netzwerkbuchse ein herkömmlicher Router angebunden werden. "Grundsätzlich steht es jedem Kunden frei, einen Router seiner Wahl einzusetzen, allerdings empfehlen wir, die Router der Stadtwerke Karlsruhe zu verwenden", so Stefan Sambas. Sie sind optional buchbar. "Die mitgelieferten Geräte bieten die Leistungsfähigkeit, um die Bandbreite der Datenübertragung sicherzustellen. Zudem sind sie bereits vorkonfiguriert und richten sich selbstständig ein, sobald sie korrekt angeschlossen sind."

In den Röhrchen befinden sich die einzelnen Glasfaser-Kabel
In den Röhrchen befinden sich die einzelnen Glasfaser-Kabel | Bild: ARTIS - Uli Deck

Synchrones Angebot von Down- und Upload-Geschwindigkeit durch entsprechende Technik 

Ein Vorteil des Angebots der Stadtwerke liegt darin, dass sie – im Gegensatz zu anderen Anbietern – die Synchronizität von Down- und Upload-Datenraten anbieten können. "Die Down- und Upload-Raten werden grundsätzlich über Sendeeinheiten, sogenannte Optical Line Terminals (OLT) geregelt." Diese befinden sich beispielsweise an Übergabepunkten im Kabelnetz. Es existieren OLTs mit asynchronen Down- und Upload-Raten und auch solche, bei denen beide Raten gleichschnell übertragen werden können. "Bei den Stadtwerken Karlsruhe setzen wir auf OLTs mit synchroner Sendeleistung und können daher ohne Probleme synchrone Produkte anbieten. Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, die Upload-Rate künstlich zu reduzieren", erläutert Stefan Sambas.

Das Datenvolumen kann in der Zukunft erhöht werden

Wie sieht es mit der Zukunft aus – lässt sich das Datenvolumen auf den Leitungen nach oben skalieren? "Ja auf alle Fälle. Letztendlich ist nicht die Glasfaserleitung das begrenzende Element für die Datenübertragung, sondern die erwähnten OLTs, die die Sendeleistung bereitstellen." Laut Stefan Sambas sind die Stadtwerke Karlsruhe direkt zu Beginn zukunftsfähig aufgestellt. "Wir haben auf leistungsstarke Sendeeinheiten gesetzt. Dies bietet uns die Möglichkeit, auch in den kommenden Jahren höhere Bandbreiten anzubieten."

Einbringen der Kabel in einem Mehrfamilienhaus.
Einbringen der Kabel in einem Mehrfamilienhaus. | Bild: Stadtwerke Karlsruhe GmbH

Geringe Störanfälligkeit

Zu den Vorteilen von Glasfaser-Internet zählt – neben der Übertragungsgeschwindigkeit – die geringe Störanfälligkeit. Im Gegensatz zur bisherigen Kupferleitung soll kaum Wartungsbedarf bestehen. "Nachdem sie ordnungsgemäß verlegt wurde, kann die Glasfaser sehr lange betrieben werden. Ein Defekt etwa durch Alterung ist sehr selten. Störungen entstehen in der Regel nur durch Fremdeinwirkung", so der Technik-Spezialist. Sambas führt einen sogenannten "Baggerbiss" als Beispiel an, wenn etwa das Kabel versehentlich durch einen Bagger durchtrennt wird, auch ein Bohrer in der Wand könne das Kabel naturgemäß schädigen. Ein weiterer Vorteil: "Glasfaserkabel sind unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Feldern von Geräten und anderen Kabeln, sodass die Datenübertragung nicht negativ beeinflusst wird."

Im Rahmen der Informationsveranstaltung "KA Glasfaser live erleben" boten die Stadtwerke am 3.August auf dem Schlachthof-Gelände der Betriebsstelle Ost Einblicke zum Thema

Vorvermarktung Südstadt bis Ende August

Die Karlsruher Oststadt soll für die Stadtwerke Karlsruhe nur der Startpunkt ihres Netzes sein.

Das Ziel des Unternehmens ist es, das die Karlsruher Bürger*innen flächendeckend von Glasfaser profitieren können. Derzeit befindet man sich daher in der angrenzenden Südstadt in der Vorvermarktungsphase.

So kann auch dort zukünftig schnelles und zuverlässiges Highspeed-Internet mit KA Glasfaser verfügbar sein, wenn eine wirtschaftlich vertretbare Zielerreichung von KA Glasfaserverträgen für das Unternehmen erreicht wurde.

Blick auf einzelne Kabelstränge.
Blick auf einzelne Kabelstränge. | Bild: Stadtwerke Karlsruhe GmbH

Weitere Informationen unter www.ka-glasfaser.de

Interessenten können sich telefonisch unter der Rufnummer 0721 – 599 2225

informieren. Erreichbar sind die Stadtwerke hier von montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 9.00 bis 18.00.

Bild: Stadtwerke Karlsruhe GmbH