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Ettlingen-Bruchhausen Nach 55 Jahren nur eine Frage offen: Benzin oder Motoröl im Blut von Lothar Müller

55 Jahre Betriebsjubiläum: Bei Honda Müller in Ettlingen ist der Gründer Lothar Müller noch mit dabei. Mit 78 Jahren hat er immernoch Benzin im Blut. Der Sprung in die Selbstständigkeit kam früh: Bereits 1966 übernahm Lothar Müller, der zuvor eine KFZ-Lehre absolviert hatte, eine Tankstelle.

"Ein Kollege meines Vaters hatte sie ursprünglich betrieben, der hatte eine Werkstatt – ich hatte ihm geholfen, wenn er nicht weiterkam, weil ich als Mechaniker vom Fach war.“ Wer dem 78-jährigen, ein "Original“ aus Ettlingen-Bruchhausen, zuhört, der kommt nicht umhin, die Begeisterung zu vernehmen, die für das „Werkeln“ und Schrauben an Autos aufblitzt – immer verbunden mit dem Wunsch, am Ende ein tadelloses Fahrzeug vom Hof fahren zu lassen.

„Der Chef brachte sein Auto zu mir als Lehrling, statt zum Meister“

Gelernt hatte er bei Opel Zschernitz. "Der damalige Chef brachte seinen Opel Diplomat zu mir im dritten Lehrjahr – nicht zum Meister!“, erzählt er halb ehrfürchtig-erstaunt, halb schmunzelnd. "Der Meister war immer sauer, weil er übergangen wurde.“ Er machte die Meisterprüfung, war ein Jahr lang auf der Meisterschule in Offenburg, während "nebenbei“ die Tankstelle weiterlief. In der Meisterschule suchte er passende Mitarbeiter aus, die ein paar Stunden tagsüber halfen. „Wir hatten eine gute Clique – mit der Meisterklasse treffen wir uns heute noch einmal im Jahr.“

Vom Toyota- zum Honda-Händler

Zusätzlich zur Werkstatt übernahm er als Händler bald Toyota. Er hatte neu gebaut, zog um – allerdings war Toyota sehr breit aufgestellt, noch mehr Fläche wäre nötig gewesen. 1998 wurde er stattdessen Honda-Händler, bot zudem lange Service für Toyota. Inzwischen ist die Firma zum Familienbetrieb avanciert, sein Sohn Ingo Müller ist neben ihm Geschäftsführer und arbeitet als Verkaufsleiter. Das Geschäft bietet innen auf 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche die neuesten Honda-Modelle, dazu kommen 600 Quadratmeter Außenfläche. Wie es aktuell aussieht, in den "Nachwehen“ des Lockdown-Jahres? "Die Liefersituation ist im Moment etwas eng – dafür habe ich viele Gebrauchtwagen aufgekauft.“ Der Handel erhole sich bereits durch die E-Autos. 

Know-How als Mehrwert

Die Sache mit der Rente? „Mein ältester Mechaniker, der 44 Jahre dabei war, ging letztes Jahr in Rente. Der verletzte sich, als er zu Hause von der Leiter fiel. Er hätte lieber zwei Jahre länger gearbeitet! Wir sehen uns immer noch – er konnte alte Dinge reparieren und bei Bedarf Werkstücke an der Drehbank anfertigen, das kann die junge Generation so nicht.“ Ähnlich sieht es Müller, der als Mechaniker in der Firma gerne ein weißes Hemd mit typischen Motorsport-Emblemen trägt – wer rastet, der rostet. Er vertraut der „jüngeren Generation“ vollkommen, wie er sagt – will aber gerne, solange es sinnvoll ist, seinen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz mit einbringen. Ingo Müller ist dabei fürs Autohaus zuständig, der Vater kümmert sich als "Schrauber“ um die Werkstatt. Lothar Müller hat schlicht immer noch Benzin im Blut.

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