Karlsruhe Bedrohliche Herzrhythmusstörungen – Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?

Zehn bis 15 Minuten soll es laut gesetzlicher Vorgabe maximal dauern, bis der Rettungswagen eintrifft. Aber beim plötzlichen Herztod sind selbst ein paar Minuten zu lang. Wie man im Notfall reagieren sollte erklärt Prof. Dr. Mehlhorn, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe.

Herr Prof. Dr. Mehlhorn, was ist der "plötzliche Herztod"?

Als plötzlichen Herztod beschreiben Mediziner einen unerwarteten Tod mit kardialer Ursache. Er wird zumeist durch schwere Herzrhythmusstörungen ausgelöst. Jedes Jahr sterben mehr als 70.000 Menschen in Deutschland daran. Doch so "plötzlich", wie der Name vermuten lässt, ist der plötzliche Herztod nicht. Bei über 50 Prozent der Betroffenen sind teils schon Wochen vorher Symptome sichtbar.

 

Welche Symptome sind das?

Am häufigsten treten Brustschmerzen auf, ebenso wie Kurzatmigkeit, Schwindel, Atemnot, Ohnmachtsanfälle und Herzrasen. Leider werden diese Symptome oft nicht richtig gedeutet oder ignoriert. Insbesondere Männer neigen dazu, mit dem Arztbesuch zu lange zu warten. Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Einer von neun Männern stirbt daran – und eine von 30 Frauen.

 

Wie kann ein Arztbesuch helfen, den plötzlichen Herztod zu verhindern?

Erkrankungen, die den plötzlichen Herztod begünstigen, können vom Fach- oder Hausarzt rechtzeitig diagnostiziert werden. Je nach Ergebnis werden die Patienten zu uns in die Klinik überwiesen.  Mit fast 3000 Eingriffen im Jahr ist die Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe eine der größten Fachkliniken für Herzchirurgie in Deutschland und auf die Behandlung von Herzerkrankungen spezialisiert.

Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Herzchirurgie und Intensivmedizin an der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe.
Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Herzchirurgie und Intensivmedizin an der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe. | Bild: jodo-foto / Joerg Donecker Karls (jodo-foto Karlsruhe)

Wenn es passiert: Wie sollte ich im Notfall reagieren?

Bis der Rettungswagen eintrifft, also laut gesetzlicher Grundlage nach maximal 15 Minuten, ist es oft schon zu spät. Darum beginnen Sie, nachdem Sie den Notruf abgesetzt haben, sofort mit der Herzdruckmassage. Im Idealfall ist ein Defibrillator in der Nähe. Die Geräte sind sehr einfach zu bedienen und in der Regel bebildert oder mit einer Sprechstimme ausgerüstet, die Ihnen sagt, was Sie tun müssen.

Sollten Sie weitere Fragen haben: Am 20. November bieten wir in unserer Klinik um 18 Uhr einen kostenlosen Vortragsabend an. Dort lernen Sie unter anderem, wie Sie sich vor dem plötzlichen Herztod schützen können. Kommen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie!

Bild: Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.