Karlsruhe 2.200 Master-Plätze extra: Entspannt sich die Situation an Karlsruher Unis?

Die Grün-Rote Landesregierung schafft in ganz Baden-Württemberg 2.200 zusätzliche Master-Studienplätze. Im kommenden Wintersemester 2016/17 sowie im darauf folgenden Studienjahr 2017/18 zur Verfügung stehen. Davon profitieren auch Hochschulen in Karlsruhe - eine Entspannung der Lage ist aber nicht in Sicht.

Wer nach dem Bachelor sein Studium weiterführen will, benötigt einen der begehrten Master-Studienplätze. Seit 2011 erhöht die Landesregierung im Rahmen der Fachkräfteoffensive "Master 2016" die Zahl der Master-Studienplätze in Baden-Württemberg in zwei Runden um 6.300 Plätze. Dafür werden rund 60 Millionen Euro pro Jahr investiert, wie die Landtagsabgeordneten Johannes Stober (SPD), Gisela Splett und Alexander Salomon (Grüne) in einer gemeinsamen Pressemitteilung berichten. Es würden sowohl neue Studiengänge eingerichtet als auch bereits vorhandene gestärkt.

Ministerium entscheidet nach verschiedenen Kriterien

Von der Notwendigkeit dieser Maßnahme sind die Karlsruher Landtagsabgeordneten überzeugt: "Wir brauchen exzellente Fach- und Führungskräfte in Wirtschaft und Wissenschaft, um unsere internationale Spitzenposition zu halten. Ebenso brauchen wir Persönlichkeiten, die sich in einer immer komplexer werdenden Welt mit einem eigenen Wertesystem orientieren und gute Entscheidungen treffen können", teilen sie in einer Presseerklärung mit.

Das Land traf dabei die Entscheidung, welche Hochschulen gefördert werden: "Das 'Ausbauprogramm Master 2016' wurde vom Wissenschaftsministerium wettbewerblich unter den Hochschulen ausgeschrieben", erklärt Kirsten Buttgereit, Pressesprecherin der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe, das Prozedere. Das Ministerium habe anhand folgender Kriterien entschieden: Forschungsbezug, arbeitsmarktbezogene Aspekte, Passung zum Profil der Hochschule und Einbettung in das bestehende Studienangebot.

KIT erhält 11 Prozent der zusätzlichen Master-Plätze

Für das kommende Wintersemester sowie das darauf folgende Studienjahr 2016/2017 erfolgt nun die zweite Stufe des Ausbaus der Master-Studienplätze in Baden-Württemberg. 2.200 zusätzliche Plätze sind im Wintersemester 2016/2017 sowie im Studienjahr 2017/2018 geplant. Die zweite Runde hält in der Fächerstadt für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie die Pädagogische Hochschule zahlreiche neue Masterplätze bereit. "Das Plus ist konsequent, nachdem die Zahl der Bachelor-Studierenden im Land und an den Karlsruher Hochschulen stark gestiegen ist", kommentieren die Karlsruher Landtagsabgeordneten. 

Besonders stark hat das KIT das Ministerium überzeugt. Dort wurden bei der ersten Ausbaustufe 350 neue Master-Studienplätze gefördert, in der aktuellen zweiten Runde weitere 290. Mit insgesamt 640 erhält das KIT damit elf Prozent aller für Baden-Württemberg geplanten zusätzlichen Masterplätze - so viel wie keine andere Hochschule, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. So werde es jeweils 55 neue Studienplätze in den Mastern Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen geben, jeweils 25 für Informatik und Ingenieurpädagogik, 15 in Sportwissenschaft und jeweils 10 in Geophysik und Germanistik.

"Das KIT begrüßt die zweite Stufe der Ausbauplanung Master 2016 sehr, die Förderung unterstützt das KIT bei der zukunftsgerichteten Weiterentwicklung des Studienangebots", meint Pressesprecherin Margarete Lehné. Neben dem Ausbau bestehender Plätze wurden auch neue Master-Studiengänge am  KIT ermöglicht: Mechatronik und Informatikstechnik, Water Science and Engineering sowie Wissenschaft-Medien-Kommunikation. Die Master mit den meisten neuen Plätzen seien auch die am stärksten gefragten, wie Lehné gegenüber ka-news erklärt. Dazu gehöre auch der Neuling Wissenschaft-Medien-Kommunikation, der im Rahmen der ersten Ausbaurunde geschaffen wurde. 

Zwei weitere Karlsruher Hochschulen profitieren

Doch nicht nur das KIT profitiert: Die PH Karlsruhe habe sich mit zwei Projekten beworben und konnte sich mit einem Antrag erfolgreich durchsetzen, so Pressesprecherin Buttgereit. Das Land ermögliche im Rahmen der zweiten Ausbaustufe 15 zusätzliche Plätze für den Master-Studiengang "Kulturvermittlung". In der ersten Runde der Ausschreibung waren Pädagogische Hochschulen generell nicht antragsberechtigt.

Die Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft konnte das Ministerium ebenfalls in zahlreichen Fällen überzeugen. Laut einer Pressemitteilung der Hochschule waren es in der ersten Runde 96 neue Plätze, in der aktuellen zweiten Runde weitere 50. Zum Wintersemester 2016/17 werde es im Master-Studiengang Elektro- und Informationstechnik 15 zusätzliche, und damit insgesamt 45 Plätze geben. In den Studiengängen Maschinenbau, Mechatronik sowie Effiziente Mobilität in der Fahrzeugtechnologie würden jeweils 5 hinzukommen, womit insgesamt dann jeweils 20 Plätze zur Verfügung stünden. 

Das Ausbauprogramm der Landesregierung ermögliche der Hochschule außerdem einen neuen Master im Bereich Technologie-Entrepreneurship mit 20 Studienanfängerplätzen. Das Angebot, das zum Wintersemester 2017/18 starten soll, werde sich an Absolventen von Bachelorstudiengängen richten, die sich für die Übernahme eines bestehenden Unternehmens oder den Aufbau eines Start-Ups qualifizieren wollen. 

"Studierendenberg" bleibt nach wie vor bestehen

Die Landesregierung will mit dem Ausbau im Schnitt der Hälfte aller Bachelorabsolventen den Übergang zum Master-Studium ermöglichen. Dennoch rechnet das KIT auch weiterhin mit einer angespannten Situation: Prognosen der Vergangenheit, der "Studierendenberg" von 2011 bis 2013 würde wieder absinken, hätten immer wieder nach oben korrigiert werden müssen. Deshalb rechne das KIT trotz des Ausbaus weiterhin mit einer starken Auslastung der Studiengänge, erklärt Pressesprecherin Lehné.

Die Nachfrage nach Masterplätzen an der Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft ist laut deren Pressemitteilung in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Während im Wintersemester 2010/11 94 Bewerbungen auf einen Master-Studienplatz in der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik und 155 in der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik eingegangen seien, waren es im Wintersemester 2015/16 129 beziehungsweise 301. 

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