59  

Karlsruhe Eigenanteil Kombilösung: Karlsruhe muss halbe Milliarde Euro zahlen

Wie teuer wird die Kombilösung werden? Nachdem zu Beginn noch rund 500 Millionen prognostiziert wurden, haben die Kosten inzwischen die Grenze von einer Milliarde Euro geknackt. Jetzt ist auch der Eigenanteil der Stadt Karlsruhe an der Kombi-Rechnung bekannt: Rund 500 Millionen Euro.

Seit Ende Februar steht es offiziell fest: Die Kombilösung wird teurer als beim Baustart noch angenommen. Wie Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einem Pressegespräch bestätigte, wurde die magische Grenze von einer Milliarde Euro überschritten. Die Rede war von gestiegenen "reellen Mehr-" sowie Herstellungskosten. Eine genaue Summe nannte das Karlsruher Stadtoberhaupt nicht. Der aktuelle Sachstandsbericht, der ka-news vorliegt, zeigt nun die Details der Kostenentwicklung. 

Kombi-Arbeiten kommen weiter voran

Die positive Nachricht im Sachstandsbericht: An vielen Baustellen geht es voran. Sowohl im Bereich der Kaiserallee, dem Mühlburger Tor und dem Kaiserplatz sind die Oberflächenarbeiten laut Bericht abgeschlossen. Der Plan: Bis Ende Februar sollte die Baustelleneinrichtungsfläche am Kaiserplatz durch die ARGE geräumt sein.

Auch in der Karl-Friedrich-Straße hat sich nach Aussage der Bauherren einiges getan: Im Februar habe man nach rund 250 Tunnelmetern die südliche Stirnwand der Haltestelle Marktplatz erreicht, heißt es weiter. Bis Mitte April oder Mai soll der vollständige Ausbruch erfolgt sein.  

Karlsruher Bauherren müssten die Hälfte der Kosten tragen

Während die Arbeiten voranschreiten, steigen aber auch die Kosten des Karlsruher Jahrhundertprojekts. Im Sachstandsbericht wurde aus diesem Grund eine aktuelle Kostenfortschreibung auf Basis einer "neuen Systematik der Ermittlung und Bewertung" erstellt. Eingeschlossen in diese Berechnung sind unter anderem Risikofaktoren, aber auch potentielle Chancen für die Karlsruher Bauherren. 

Dabei sind nicht nur die reinen Baukosten aufgeführt, sondern auch Kosten für Verwaltung, Personal und Marketing. Je nach Szenario liegen die Endkosten der Kombilösung zwischen 1,036 und 1,09 Milliarden Euro. Die Gesamtbaukosten schlagen dabei mit 899 bis 965 Millionen Euro zu Buche. Die Kosten für Verwaltung und Marketing liegen, ebenfalls abhängig vom Kostenszenario, zwischen 31 und 39 Millionen Euro. 

Den Großteil der Gesamtbaukosten tragen laut Sachstandsbericht nach wie vor das Land Baden-Württemberg und der Bund. Nach aktueller Rechnung würden Land und Bund rund 592 Millionen Euro übernehmen. Und die Karlsruher Bauherren? Sie müssen für ihren Anteil an den Gesamtbaukosten, Kosten für Finanzierung, Marketing, Personal und nicht förderfähigen Kosten nach aktueller Lage 494,7 Millionen Euro tragen. Über weitere Details will die Stadt am morgigen Donnerstag noch offiziell informieren. 

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (59)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   freigeist
    (372 Beiträge)

    Auf die Erklärung der Verantwortlichen
    bin ich gespannt wie Sie die Mehrkosten von ca 300 Millionen begründen. Statt ca 50 oder auch 80 Millionen jetzt Baukosten von 150 Millionen,Werbekosten von 50 Millionen und ca 300 Millionen für was auch immer.
    Es bescheicht einem das Gefühl das evtl. mal der Rechnungshof und der Staatsanwalt diese Ausgaben überprüfen sollte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Shmuel_K
    (166 Beiträge)

    " ...jetzt Baukosten von 150 Millionen..."
    Äh, wiebidde?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Tantalus
    (36 Beiträge)

    Börse auf, der Büttel kommt!
    500 Millionen...1 Milliarde.....1.5 Milliarden ....was schert das den Verwaltungsbüttel mit seiner fetten Pension und lukrativen Kontakten zu heimischen Betrieben, wenn die Schafe nur meckern und nicht handeln?
    Es traut sich doch eh keiner auf einer der nächsten öffentlichen Reden oder Veranstaltungen den Schuh der Missachtung zu werfen oder mal eine überreife Tomate.
    Der Karlsruher Bürger ist und bleibt des Rathaus-Mannes Untertan.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Wie "schön" die Arbeiten kommen "voran"
    Schnecken schleimen auch voran grinsen Das gefühlt einzig schnell voranschreitende sind die Kostensteigerungen! Wohin fließen eigentlich die - fast schon Peanuts - ca.30-40 Millionen an "Markting und Verwaltung"? Für den kasig-Verein? Für die Verbespüchle mit der "Zielgeraden" die wohl voll am finzaniellen Ziel vorbei führt? Für die Besucherhelmchen? Für die Desasterbesichtigungen?
    Hauptsache so ein ****** Projekt durchgesetzt. Die Schulden zahlen ja schließlich die Bürger! Vielen "Dank" Herr Fenrich, vielen "Dank" an Mentrups Partei die fleißig etwas mit durchgewunken hat das noch schlimmer kommt als die pesimistischen Pesimisten vorhergesagt haben!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    Also so richtig stimmt das nicht, denn....
    .....die Bürgerschaft sehnte sich sehnlichst nach einer strassenbahnlosen Flaniermeile. Herr Fenrich und seine SPD haben später nur den Bürgerentscheid umgesetzt. Als im Dezember 2013 die ex Finanzbürgermeisterin Mergen vor dem Gemeinderat feststellte, der Tunnel hätte schon immer 803 Mio gekostet, wenn "man" alle anfallenden Kosten mit eingerechnet hätte, der aber nun 863 Mio kosten solle, fiel der SPD Frau Baitinger ein Stein vom Herzen, denn das Delta von 803 auf 863 Mio sei ja nicht allzu gross. Die Bürger wollen den Tunnel und "dann müssen wir das auch bezahlen".
    Richtig wäre für alle JA zum Tunnel-Sager eine Sonderabgabe einzuführen incl. der Frau Baitinger.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   freigeist
    (372 Beiträge)

    Der Bürger wollte eben den Tunnel nicht
    und nach der ersten Abstimmung hatte der damalige OB Seiler die Bürger mit dem Zitat "den Sie wissen nicht was sie tun" in die Ecke der Doofen gestellt und erst Jahre später hat man die zweite Abstimmung durchgedrückt und den Wählerkreis mit Zuhilfenahme der Bergdörfern erweitert und so die knappe Zustimmung dann erhalten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Prof.Baerlapp
    (451 Beiträge)

    Bergdörfer?
    Die "Bergdörfer" sind seit Anfang/Mitte der 1970er-Jahre eingemeindet und gehörten auch beim 1. Bürgerentscheid schon längst zu den Wahlberechtigten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mikroskop
    (128 Beiträge)

    typisch Karlsruhe
    vor 30 Jahren hätte die Kombielösung ein drittel gekostet, der Umbau im Wildpark vor 20 Jahren ein viertel.
    in Karlsruhe muss immer alles solange diskutiert werden bis es richtig teuer wird.... selber Schuld
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    es wäre schon immer richtig....
    ..... richtig teuer gekommen. Vielleicht hat man vor 30 Jahren ehrlich kalkuliert und daher die Finger von dem Risikoprojekt gelassen. Nur der Fenrich und seine SPD wollten zeigen, wie kostengünstig ein Tunnel im Schlamm gebaut werden kann. Der Tunnel in der Karl-Friedrichstrasse hätte mal 27 Mio kosten sollen. Schon wieder vergessen, im Mai 2016 stand die Baustelle drei Wochen still, weil die BeMo etwa 20 Mio(?) nachgefordert hat. Dank der Transparenz weis man genaues nicht, auch über die Nachforderung im September 2014 vor dem Kaiserstrassentunnelbau. Da standen 150 Mio extra im Raum. Kostenstand Ende 2013 = 860 Mio + die Nachforderungen machen schon 1,030 Milliarden aus. Dazu kommen noch die Umrüstungen der Bahnen für Tunnelbetrieb für 22 Mio und die Straba-Umleitungskosten samt SEV in der Ettlinger Str. für eine Mio pro Jahr, dazu kommen für die umsonst eingebauten Weichen in der Baumeisterstr. für 1,5 Mio und einer neuen Weichenverbindung für eine weitere Mio in die Rüppurrer Str.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   udoh
    (1681 Beiträge)

    Auch vor 30 Jahren wäre es ein Desaster geworden
    Was uns heute als technisches Meisterstück *hust* untergejubelt wird wäre vor 30 Jahren vielleicht ein noch größeres Problem gewesen.
    Zum Glück haben Fenrichs Vorgänger etwas mehr an Karlsruhe gedacht! Ein bescheidenes Konzept wäre auch auch ohne Kombitrick keine LÖSUNG gewesen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben