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Karlsruhe Ikea kommt nach Karlsruhe: "Stadt muss Verkehrsplanung überdenken!"

2018 soll eine Filiale des Einrichtungshauses Ikea in Karlsruhe seine Pforten öffnen. Damit der Verkehr an der Durlacher Allee fließt, musste ein Verkehrskonzept her. Doch nicht alle sind mit diesem zufrieden: Anwohner fürchten, die Ikea-Ansiedlung könnte den Verkehr in der Durlacher Allee endgültig zum Erliegen bringen.

Die Weichen sind gestellt: In seiner Sitzung Ende Juli gab der Karlsruher Gemeinderat grünes Licht für die Ansiedlung eines Möbelriesen: Auf 25.000 Quadratmetern Fläche will Ikea in der Fächerstadt eine Filiale errichten. Mit ihrer Zustimmung machten die Karlsruher Gemeinderäte im Sommer den Weg für die Bauarbeiten frei. Bereits ab 2017 sollen die ersten Bagger über das Gelände rollen.

Ein großer Streitpunkt im Vorfeld der Gemeinderatsentscheidung war das passende Verkehrskonzept. Der Grund: Neben der geplanten Ikea-Filiale sind auf der Durlacher Allee in kürzestem Abstand sowohl das Möbelhaus XXL als auch das Durlach-Center zu finden. Ab 2019 will dm zudem seine neue Zentrale beziehen. 

Ikea-Ansiedlung verändert den Verkehr in Karlsruhe

Damit der Verkehr trotzdem flüssig läuft, wurde im Vorfeld ein Verkehrskonzept für die Ikea-Ansiedlung erarbeitet. Dieses sieht unter anderem vor, am Knotenpunkt Gerwigstraße/Ostring einen zusätzlichen Linksabbiegestreifen zu installieren. Ein eigener Rechtsabbiegestreifen und Geradeaussteifen in der östlichen Gerwigstraße nach Westen, ein Radfahrstreifen auf der Nordseite sowie ein durchgehendes Radfahrangebot auf der Südseite sind ebenfalls geplant.

Der Anschluss von Ikea in der Gerwigstraße soll nur über ein Rechtsab- und Rechtseinbiegen möglich sein. Für den abfließenden Verkehr nach Westen wird in der Gerwigstraße vor dem Knotenpunkt mit dem Weinweg ein U-Turn zum Wenden eingerichtet. Im Weinweg wird, so der Plan, unter anderem ab der Ikea-Ausfahrt ein dritter Fahrstreifen weitergeführt.

Um den Ostring für das erhöhte Verkehrsaufkommen zu ertüchtigen, soll er am Knotenpunkt mit der Durlacher Allee in der nördlichen Zufahrt einen vierten Fahrstreifen als kombinierter Geradeaus-/Rechtsabbiegestreifen erhalten.

Anwohner fürchten Verkehrskollaps durch Ikea

Während die Stadt von diesem Konzept überzeugt sind, regt sich bei den Anwohnern der Untermühl- und Dornwaldsiedlung Unmut. Obgleich das Verkehrskonzept von Ikea und der Stadt von einem "Worst-case-Szenario" ausgeht, haben Monika Haug und Barabara Pfarr vom Bürgerverein Untermühl- und Dornwaldsiedlung so ihre Zweifel, dass die Planung aufgeht.

Ihre Befürchtung: Bei Ikea-Aktionswochen oder in der Weihnachtszeit könnte der Verkehr zusammenbrechen. "Es ist nicht gut, dass sich der hin- und rückfahrende Verkehr von Ikea an dieser Stelle kreuzen", erklärt Parr bei einem Vorort-Termin am Donnerstag. "In Walldorf hat man alles getan, um genau das zu verhindern", pflichtet auch Haug bei. Wie die Situation bei einem Heimspiel des Karlsruher SC werde, sei gar nicht abzusehen. "Wir appellieren an die Stadt, die aktuelle Planung nochmal zu überdenken", so Haug.

Anwohner fürchten "Inselchen" für Fußgänger und Radler

Ein weiterer Kritikpunkt der Bürger: Eine der beiden Fußgängerinseln an der Kreuzung Durlacher Allee/Weinweg soll im Zuge des neuen Verkehrskonzepts mit der zusätzlichen Linksabbiegespur verkleinert werden. Wie das Stadtplanungsamt im Gespräch mit ka-news erklärt, ist vorgesehen, die östliche Insel zu verkleinern - und im Gegenzug die westliche Insel zu vergrößern.

Bürgerforum Ikea

Könnte die östliche Verkehrsinsel am Weinweg beinahe halbiert werden?

Bei Haug und Paar tritt dieser Plan auf wenig Gegenliebe. "Hier sind viele Radler von Durlach in die Karlsruher Innenstadt unterwegs", kritisiert Haug. Beide sind überzeugt: Fußgänger und Radler bekommen an dieser Stelle Probleme, wenn sie sich auf dem "Inselchen" drängen müssen. Gerade wenn Kunden aber beide Möbelhäuser am Weinweg besuchen wollten, müssten sie auf der "extrem verkleinerten Insel" warten.

Das Stadtplanungsamt sieht die Lage weniger drastisch. Gegenüber ka-news verweist die Behörde darauf, dass auch die verkleinerte Insel noch die Richtlinien erfülle. Zudem sei durch die neue Verkehrsführung geplant, dass Fußgänger deutlich mehr Grünzeiten an dieser Kreuzung erhalten. "Damit kommt nicht zu der Situation, dass viele Leute hier warten müssen", heißt es vonseiten der Behörde.

Verkehrsinseln am Weinweg

Auszug aus dem Bebauungsplan der Stadt Karlsruhe. Hier geht's zu den gesamten Unterlagen.

Die Ikea-Historie im Überblick:

1990 Erste Anfrage von Ikea
2001 Erneute Anfrage, Markgutachten, kein Standort wird als geeignet betrachtet
2004 Ettlingen, Baden-Baden und Pforzheim werden von Ikea als Standorte abgelehnt
2005 Ikea-Planung in Rastatt beginnt
2007-2013 Rechtsstreit Ikea mit Stadt Rastatt
2010-2012 Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) und Stadt Karlsruhe beginnen mit Suchlauf und Prüfung von Standorten
20. Mai 2014 Öffentliche Bekanntgabe des Wunschstandorts Durlacher Allee
Juni/Juli 2014 RVMO und Gemeinderat sprechen sich für Standort aus
Juli 2015 RVMO beschließt Änderung Regionalplan
Aufstellung des Bebauungsplans im Gemeinderat
November 2015 Ministerium genehmigt Änderung Regionalplan
Juli 2016 Gemeinderat beschließt angepassten Bebauungsplan für das Grundstück an der Durlacher Allee
2017 geplanter Baubeginn
2018 geplante Neueröffnung Ikea an Durlacher Allee

Im Zuge des geplanten Ikea-Neubaus in Karlsruhe hat das Unternehmen in einer gemeinsamen Aktion mit ka-news ein Ikea-Bürgerforum eingerichtet. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich ausführlich über die geplante Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen und Kritik zu äußern. Hier geht's zum Ikea-Bürgerforum!

 

Mehr zum Thema
Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe: Karlsruhe erhält einen Ikea: 2019 soll der Neubau am Weinweg eröffnet werden. Alle Infos rund um die Planung, Bau und Eröffnung von Ikea in Karlsruhe haben wir hier in unserem Dossier für Sie zusammengestellt.
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  •   KA76189
    (16 Beiträge)

    Wieso sollte hier ein Ikea gebaut werden...
    1. warum direkt neben dem XXXl und dem ca 1km weiter entfernten Mömax beim Storrenacker
    2. halte ich generell nichts von Ikea und seinen "Möbeln"
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  •   pilarskyArena2020
    (236 Beiträge)

    2017 sollen die ersten Bagger über das Gelände rollen
    als wenn nicht schon ausreichend Baustellen vorhanden wären
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Der Zeitplan hinkt ja jetzt schin, denn ...

    "Juli 2016 Gemeinderat beschließt angepassten Bebauungsplan für das Grundstück an der Durlacher Allee"

    ... fehlt ja noch. Bisher gab's nur den Aufstellungsbeschluss, aber noch keinen fertigen Bebauungsplan ...
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    Eine Stadt,
    in der nicht gebaut wird, ist tot!
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    es kommt nur draufan...
    wie und was gebaut wird. Irgendwie waren die KA News Mädels überfordert. Es geht um die Linksabbieger von der Durlacher Allee in den Weinweg und umgekehrt über die Stadtbahngleise. Alle 85 sec fährt dort eine Bahn über die Strasse. Bei einigen 1000 zusätzlichen PKW dort, dürfte es zum Verkehrsgau kommen. ProBahn befürchtet Verspätungen der Bahnen, zumal ein weiterer Bahnübergang bei der dm Zentrale noch nicht vom Tisch ist.d
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    Irgendwie
    erinnert mich das was grade hier abgeht eher an Abriss als an Bau. Und von den Bauzeiten wollen wir mal gar nicht reden. Bei uns haben sie 250 Meter Strasse gemacht, einseitig. Ja ok, sie haben auch ein paar Leitungen verlegt. Trotzdem kann das nicht sein, dass wegen einer derart einfachen Tätigkeit die Strasse ein Jahr lang nur in eine Richtung befahren werden kann. Und die 40 Tonner davorstehen und gucken wie ne Kuh wenns donnert, weils vorher nirgends angeschrieben steht. Links rum kommen sie nur mit Glück um die folgende Kurve, rechts rum verursachen sie erst recht ein Chaos, weil man es seitens der Stadt natürlich nicht für nötig hielt ein Halteverbot einzurichten. Und das passierte mehrmals am Tag. Die coolsten Säue haben dann eben einfach gewartet bis nichts mehr kommt und sind gegen die Richtung gefahren.
    Aber das war auf jeden Fall wieder so eine planerische Grosstat.
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  •   pilarskyArena2020
    (236 Beiträge)

    Und würd der nervende Zwerg nicht immmer und immer
    wieder die Augenbrauen hochziehen, hätt er noch mehr vom Haupthaar🙄
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  •   pilarskyArena2020
    (236 Beiträge)

    Und würd der nervende Zwerg nicht immmer und immer
    wieder die Augenbrauen hochziehen, hätt er noch mehr vom Haupthaar🙄
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    Mehr Haupthaar wäre nicht gut.
    Ein schönes Gesicht braucht Platz! grinsen
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  •   pilarskyArena2020
    (236 Beiträge)

    Stimmt
    😳
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