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Karlsruhe Ikea in Karlsruhe: Planungen kurz vor dem Abschluss

Viele Jahre ist es her, seit der Möbelriese Ikea seine erste Anfrage an Karlsruhe stellte. Jetzt steht das Projekt samt Verkehrskonzept vor dem Abschluss: Am Dienstag landet das Thema (vorerst) zum letzten Mal auf der Tagesordnung des Karlsruher Gemeinderats. Es geht um den Bebauungsplan.

Mehr als zwei Jahre, nachdem der Karlsruher Gemeinderat sich für eine Ansiedlung des Möbelkonzerns Ikea entschieden hat, soll am Dienstag ein weiterer wichtiger Schritt erfolgen. Um Baurecht für das künftige Ikea-Areal in der Durlacher Allee zu erhalten, leitete die Stadt ein Bebauungsplanverfahren ein. Dieses soll bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats endgültig abgeschlossen werden.

Gleich zwei Teile und 5,8 Hektar Fläche umfasst der Bebauungsplan: den Baugrund an sich und die anschließenden Verkehrsflächen in der Gerwigstraße, dem Weinweg, der Durlacher Allee sowie auf dem Ostring. Auf dem Baugrund soll auf einer Fläche von 29.000 Quadratmetern in eine neue Filiale entstehen. Das mehrstöckige Gebäude soll etwa 25 Meter hoch werden und sich baulich an das Stadtbild anpassen.

Passendes Verkehrskonzept immer wieder in der Kritik

Damit auch der Verkehr an dieser Stelle flüssig läuft, waren umfangreiche Verkehrsplanungen notwendig. Das Verkehrskonzept sieht unter anderem vor, am Knotenpunkt Gerwigstraße/Ostring einen zusätzlichen Linksabbiegestreifen zu installieren. Ein eigener Rechtsabbiegestreifen und Geradeaussteifen in der östlichen Gerwigstraße nach Westen, ein Radfahrstreifen auf der Nordseite sowie ein durchgehendes Radfahrangebot auf der Südseite sind ebenfalls geplant.

Der Anschluss von Ikea in der Gerwigstraße soll nur über ein Rechtsab- und Rechtseinbiegen möglich sein. Für den abfließenden Verkehr nach Westen wird in der Gerwigstraße vor dem Knotenpunkt mit dem Weinweg ein U-Turn zum Wenden eingerichtet. Im Weinweg wird, so der Plan, unter anderem ab der Ikea-Ausfahrt ein dritter Fahrstreifen weitergeführt.

Auch für Fußgänger gibt es eine Änderung: Eine der beiden Fußgängerinseln an der Kreuzung Durlacher Allee/Weinweg soll im Zuge des neuen Verkehrskonzepts mit der zusätzlichen Linksabbiegespur verkleinert, die andere vergrößert werden. Ganz unumstritten ist dieses Verkehrskonzept allerdings nicht. Bewohner der Untermühlsiedlung sehen an vielen Stellen Nachholbedarf. Sie fürchten unter anderem, dass der Verkehr auf der Durlacher Allee zusammenbrechen könnte.

Eine letzte Hürde, dann rollen die Bagger

Am Dienstag sollen die Stadträte nun Nägel mit Köpfen machen. Die Stadt empfiehlt, die bisherigen Planungen weiter zu verfolgen. Anregungen, die im Zuge des Bebauungsplanverfahren gemacht wurden, sollen nach Vorschlag der Stadt nicht berücksichtigt werden. Stimmt der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zu, würde die grundsätzliche Planung der Ikea-Filiale für Karlsruhe damit stehen. 

Zudem wären damit die rechtlichen Grundlagen für das Bauvorhaben geschaffen. Nun bleibt nur noch eine letzte bürokratische Hürde: Ikea muss die erforderliche Baugenehmigung einholen. Wenn alles nach aktueller Planung läuft, rollen die Bagger bereits im kommenden Jahr. Mitte 2018 könnte dann bereits die Eröffnung sein.

Die Ikea-Historie im Überblick:

1990 Erste Anfrage von Ikea
2001 Erneute Anfrage, Marktgutachten, kein Standort wird als geeignet betrachtet
2004 Ettlingen, Baden-Baden und Pforzheim werden von Ikea als Standorte abgelehnt
2005 Ikea-Planung in Rastatt beginnt
2007-2013 Rechtsstreit Ikea und Stadt Rastatt mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe.
2010-2012 Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) und Stadt Karlsruhe beginnen mit Suchlauf und Prüfung von Standorten
20. Mai 2014 Öffentliche Bekanntgabe des Wunschstandorts Durlacher Allee
Juni/Juli 2014 RVMO und Gemeinderat sprechen sich für Standort aus
Juli 2015 RVMO beschließt Änderung Regionalplan
Aufstellung des Bebauungsplans im Gemeinderat
November 2015 Ministerium genehmigt Änderung Regionalplan
Juli 2016 Gemeinderat beschließt angepassten Bebauungsplan für das Grundstück an der Durlacher Allee
2017 geplanter Baubeginn
2018 geplante Neueröffnung Ikea an Durlacher Allee

Im Zuge des geplanten Ikea-Neubaus in Karlsruhe hat das Unternehmen in einer gemeinsamen Aktion mit ka-news ein Ikea-Bürgerforum eingerichtet. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich ausführlich über die geplante Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen und Kritik zu äußern. Hier geht's zum Ikea-Bürgerforum!

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Kommentare (7)
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  •   de.schwule.sascha
    (140 Beiträge)

    Na das
    ging ja schnell.
    Mal sehen was in den nächsten 26j. so passiert.
    Boing
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    26 Jahre
    nach der ersten Anfrage kommts jetzt doch. Wenn das mal nicht vom ersten Tag an den Hut aufhat....
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  •   Torflut
    (2150 Beiträge)

    Hat einen
    langen Atem Ikea.
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (555 Beiträge)

    Jeder Laie erkennt doch
    dass hier ein verkehrstechnisches Chaos vorprogrammiert ist. Außer die Schnarchnasen im Rathaus.....
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    Das wird verkehrsmäßig überhaupt kein Problem geben.
    Die Situation wird sich gegenüber jetzt kaum ändern.
    Parkplatzmäßig sowieso nicht - alle "Großen" dort haben noch Luft nach oben, und was den fließenden Verkehr angeht auch nicht, weil das Straßensystem dort bisher bei weitem nicht ausgelastet ist.
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  •   kommentar4711
    (1453 Beiträge)

    Nun ja...
    Klar, Ikea wird Verkehr verursachen, das weiß jeder. Und das so viele Leute mit Bahn und Fahrrad kommen - nun, wer's glauben mag. Andererseits muss man aber auch festhalten: Es hätte kaum einen erst einmal verkehrsgünstiger gelegenen Standort (Autobahnnähe, nähe zum Ostring) gegeben. Ob das Verkehrskonzept dann im ersten Schuss aufgeht oder ob man nachbessern muss - warten wir es ab. Es wird jeder hin wollen, aber keiner will ihn in der Nachbarschaft stehen haben wegen des ganzen Verkehrs...
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  •   dipfele
    (4064 Beiträge)

    desshalb ist auch bestimmt worden.....
    ... das Anregungen aus der Bürgerschaft nicht berücksichtigt werden!!!
    Z.B. werden die Linksabbiegespuren für Behinderungen des bahn- und Kfz- Verkehrs sorgen.
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