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Karlsruhe Warnstreik geht weiter: Karlsruhe heute nicht dabei

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder zu einem Warnstreik aufgerufen. Schwerpunkt des Streiks am Dienstag, 19. Februar, ist Karlsruhe. Hier sind unter anderem rund 3.000 Beschäftigte des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zur Arbeitsniederlegung aufgefordert. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft will mit einem Stand am Polizeipräsidium Karlsruhe "Flagge zeigen" für die Forderung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst und fordert außerdem die Übertragung der Forderung auf Landesbeamte.

6,5 Prozent mehr Lohn und 100 Euro mehr Gehalt für Auszubildene und Praktikanten, so eine der Forderungen der Gewerkschaft für die bundesweit 800.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft fordert außerdem eine Übernahmegarantie für Azubis und Einschränkungen bei Befristungen von Verträgen. Für den Vormittag hat verdi zu einer zentralen Kundegebung auf dem KIT-Campus aufgerufen. Am KIT legten rund 150 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Die Arbeitgeber haben bisher noch kein Angebot vorgelegt, die zweite Verhandlungsrunde war daher am Donnerstag abgebrochen worden. Mit den Streikaktionen will die Gewerkschaft für die nächsten Gespräche am 7. und 8. März in Potsdam Druck auf die Länder machen. Die Aktionen sollen am Mittwoch und Donnerstag landesweit fortgesetzt werden.

Aktualisierung 14.20 Uhr - Streik am KIT

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben am Vormittag rund 150 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst ihre Arbeit niedergelegt. Sie folgten damit dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi. Die Mitarbeiter fordern 6,5 Prozent mehr Lohn und eine inhaltsgleiche Übertragung des Gehalts auf den Beamtenbereich. Zudem protestierten sie gegen eine Verschlechterung der Urlaubsregelung. "Im schlimmsten Fall könnte es nur noch 20 Urlaubstage im Jahr für alle Angestellten im Öffentlichen Dienst geben", erklärte Thorsten Dossow am Dienstag im Gespräch mit ka-news. Zusammen mit den Streikenden versammelte sich der Verdi-Streikführer im Ehrenhof des KIT zum Warnstreik in Karlsruhe.

"Derzeit liegen die Verhandlungen auf Eis, es gibt kein Angebot", so Dossow weiter. Wegen der "Verweigerungshaltung" der Länder erhöht Verdi nun den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde am 7. und 8. März. Sollte es hier wieder keine Einigung geben, könnte es nach Gewerkschaftsangaben zu unbefristeten Streiks kommen. Am 5. März soll es in Karlsruhe aber bereits zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen. Welche Bereiche davon betroffen seien werden, ist bislang noch unklar.

Verdi zufrieden mit Streiks in Karlsruhe

Zu dem Warnstreik waren 3.000 Beschäftigte des KIT aufgerufen, um unter anderem auch für höhere Ausbildungsentgelde und die Übernahme der Auszubildenden zu demonstrieren. "Die Streikenden kommen hauptsächlich aus den Bereichen der Technik und Infrastruktur des KIT, einige Sekretärinnen sind ebenfalls dabei", so Dossow im Gespräch mit ka-news. "Die Wissenschaftler aus den Laboren zu bekommen, das ist eher schwer."

Zufrieden mit den Streiks zeigte sich auch die Vizelandeschefin von Verdi, Dagmar Schorsch-Brandt. Sie kam aus Stuttgart in die Fächerstadt, da "Karlsruhe einer der Streikschwerpunkte ist." Begonnen hatten die Verdi-Streiks am Samstag im Badischen Staatstheater, wo sie den Auftakt der Händel-Festspiele überschatteten. Rund 50 Mitarbeiter legten hier ihre Arbeit nieder, so Schorsch-Brandt im Gespräch mit ka-news: "Mit den bisherigen Streiks sind wir mehr als zufrieden."

Polizeigewerkschaft will Sensibilisierung vor weiteren Streiks

Die Studierenden des KIT begrüßen nach Angaben des Unabhängigen Studierendenausschuss (UStA) die Streiks. Von den gewerkschaftlichen Forderungen für mehr Lohn, den verringerten Urlaubsanspruch abzuwenden und Auszubildenden mehr Gehalt zu zahlen würden auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Promotionsstudierende profitieren, heißt es in einer UStA-Pressemitteilung. Verdi als Verhandlungsführer organisiert zudem die Mitglieder der GEW und der Polizeigewerkschaften unter sich.

Auch der Karlsruher Kreisverband sowie der Landesverband der Polizeigewerkschaft DPolG zeigte sich am Dienstag vor dem Polizeipräsidium in der Beiertheimer Allee solidarisch. "Wir wollen eine Sensibilisierung für die große Demonstration am 5. März in Stuttgart", so Manfred Riehl, Landestarifbeauftragter der DPolG. "Für uns sind die Verhandlungen beendet, wenn das Ergebnis auch für die Beamten übernommen wird." Da die verbeamteten Polizisten in keinen Streik treten dürfen, trat die DPolG am Dienstag nicht nur für die Angestellten im Öffentlichen Dienst ein, sondern auch für die Beamten.

In einer sogenannten "Mittagspausen-Aktion" machte die Gewerkschaft auf die Verhandlungen aufmerksam. Der Kreisverband Karlsruhe ist mit rund 1.000 Mitgliedern im Landesverband der Mitgliederstärkste im Ländle. Bei Scheitern der Verhandlungen schließt auch die DPolG größere Aktionen nicht aus.

Aktualisierung Mittwoch, 9 Uhr - kein Streik in Karlsruhe

In Baden-Württemberg gibt es heute wieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Angestellte der Länder legen vorübergehend ihre Arbeit nieder, um Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde zu machen.Schwerpunkt ist nun nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Landeshauptstadt. Betroffen sein werden die Universitäten Stuttgart und Hohenheim, die Landesbibliothek und die Wilhelma, die Staatsgalerie und das Statistische Landesamt. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes verlangen unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung und eine Übernahmegarantie für Azubis. Die Länder als Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt. Karlsuhe ist am Mitwoch wohl nicht von Streiks betroffen.

 

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