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Karlsruhe Technologieregion Karlsruhe: Zuwanderung gegen Fachkräftemangel

Die Regionalkonferenz der Technologieregion Karlsruhe hat auf ihrer Tagung die Landesregierung für ihre Reform der Polizeiverwaltung kritisiert. Das teilte der Vorsitzende der Regionalkonferenz und Präsident der Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK), Bernd Bechtold, am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Weitere Themen in der Regionalkonferenz waren der Fachkräftemangel, die Zuwanderung von Auszubildenden und das Thema Energieversorgung und Effizienz.

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Aus der ausgearbeiteten Resolution der Regionalkonferenz geht hervor, dass die beschlossene Zuordnung Baden-Badens und Rastatt zum Polizeipräsidium unübersichtlich und bügerfern sei. Die Mitglieder der Regionalkonferenz sähen es als sinnvoller an, dass beide Städte dem Polizeipräsidium Karlsruhe zugeordnet würden, so Bechtold.

Fachkräftemangel als Wachtumshemmnis

"Wir haben lange gebraucht, die Technologieregion zu etablieren." Nun würden bestehende Verbindungen bei den Menschen in der Region aufgebrochen. Die Regionalkoferenz fordere deshalb die Landesregierung auf, die getroffene Entscheidung zu revidieren.

Zudem zeigten sich die Mitglieder der Regionalkonferenz einhellig der Meinung, dass man im Kampf gegen den Fachkräftemangel zusammenarbeiten müsse. "Der Fachkräftemangel ist das Wachstumshemmnis Nummer eins", sagte Bechtold in den Räumlichkeiten der IHK weiter. Derzeit seien mehr als 500 Ausbildungsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung frei. Mit verschiedenen Maßnahmen der Technologieregion und der IHK wolle man die Zahl der Schulabbrecher reduzieren und Studienabbrechern - besonders im Bereich IT - eine duale Ausbildungsmöglichkeit bieten.

"Diese sind hochqualifiziert, stehen aber ohne Berufsabschluss da", so Bechtold weiter. Deshalb wurde zusammen mit dem Cyberforum die Initiative "Finish IT" gestartet. Die Resonanz sei sehr gut. Ziel sei es, die Studienabbrecher in der Region zu halten und ihnen einen Berufsabschluss durch eine duale Ausbildung zu ermöglichen.

Technologieregion soll zur Modellregion für Energie werden

Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen den Fachkräftemangel sei die Zuwanderung, so der IHK-Präsident. Mitte April kämen deshalb acht spanische Jugendliche für ein viermonatiges Praktikum bei einem regionalen Unternehmen in die Technologieregion. "45 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien sind ein Pulverfass für ganz Europa." Da müsse gehandelt werden, sagte Bechtold weiter. Bei beiderseitigem Interesse, schließe sich eine Ausbildung hier in Deutschland an. Auch die Kooperation mit dem nahen Frankreich solle ebenfalls intensiviert werden.

Der dritte wichtige Punkt in der Regionalkonferenz sei das Thema Energieversorgung- und effizienz gewesen. Dabei sei es der Anspruch der Technologieregion, zur "Modellregion Energie" zu werden. "Mit dem KIT als größtem europäischen Forschungszentrum für Energie, mit den vielen Hightech-Unternehmen und dem entsprechenden Praxiswissen, mit der IHK Karlsruhe als Federführer in Sachen Energie in Baden-Württemberg erfüllen wir alle Voraussetzungen dafür", sagte Bechtold.

Man müsse dafür sorgen, dass neben der regenerativen Energien auch genügend andere Energiequellen generiert würden, um die Region zu versorgen. Neben seinem Zweifel, dass bis 2020 die geplanten 38 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen kommen werden, müsse man eine ausreichende Energieversorgung durch Kraftwerke gewährleisten, so Bechtold. Energie müsse bezahlbar sein, die Versorgung sicher, so der IHK-Präsident abschließend.

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Kommentare (30)
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  • 0
    unbekannt
    (1496 Beiträge)

    03.04.2012 16:40
    Ich
    versteh den Fachkräftemangel nicht ganz.Die Fachkräfte die kommen sind doch sehr gescheit.Die Wissen was Ihnen zusteht und wo Sie Geld holen können.
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  •   mcclaney
    (1313 Beiträge)

    02.04.2012 13:41
    ...
    Jung, anspruchslos, gut ausgebildet und möglichst dankbar für jeden Krumen, den man ihnen zuwirft...so stellt sich die IHK wohl die perfekte Fachkraft vor...
    Derweil darben tausende von qualifizierten und erfahrenen Menschen als Langzeitarbeitslose, weil sie jenseits der 50 Jahre sind und leider Gottes auch noch Ansprüche stellen. Und sich nicht für einen Hungerlohn ausnutzen lassen wollen.

    Sowas Blödes aber auch.
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  •   dramutie
    (1451 Beiträge)

    02.04.2012 12:38
    wieso fachkräftemangel?
    jeder arbeitnehmer ü50 hat noch max. 17 jahre lang gelegenheit, seine fachkraft dem arbeitsmarkt zur verfügung zu stellen - ach nein, ich vergaß: sklaven sind ja jung am begehrenswertesten ...
    widerlich, das gejammer der ihk.
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  • 0
    unbekannt
    (10716 Beiträge)

    02.04.2012 10:35
    -->
    Wie gesagt: Deutschland ist nicht erste Wahl. Allein schon wenn man sich überlegt es gibt "No go Areas". Das steht nämlich auf dem Leitfaden der Auswanderwilligen. Davon kriegt man bloß nichts mit hier
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    03.04.2012 15:09
    No go areas
    Die gibt's hauptsächlich im Osten, dort trauen sich teilweise auch keine Ausländer mehr hin. Im Westen hat man dafür Areale, wo Deutsche nicht so gerne gesehn werden. Zwar nicht so extrem daß sie verjagt werden aber wer zufällig dem "Bandenführer" auf den Schlips tritt hat dort schon Probleme...
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  •   yokohama
    (2993 Beiträge)

    02.04.2012 07:51
    ...
    Wie schon vorgeschlagen: Erst einmal alle einheimischen arbeitslosen Putzfrauen, Frisösen, Germanisten und Philosophen zu Mechatronikern, Internisten und Elektrotechikingenieuren umschulen (sechswöchiger Intensivkurs dürfte reichen).

    Dann werden die Gutmenschen feststellen: Wir haben gar keinen Fachkräftemagel !!!
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  • 0
    unbekannt
    (181 Beiträge)

    03.04.2012 00:39
    War das jetzt sarkastisch gemeint?
    Oder würdest du bei dir ernsthaft eine Herzkatheteruntersuchung von jemandem durchführen lassen, der sein Fachwissen in einem 6-wöchigen Intensivkurs erlernt hat?
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    03.04.2012 14:55
    Sarkasmus
    Natürlich, die Ironie schreit ja zum Himmel...

    Aber diese Frau hat ohnehin seltsame Ansichten. Ihr ist wohl entgangen, daß jährlich tausende Deutsche Fachkräfte, vom guten Handwerker bis zum Ingenieur, unser Land verlassen. Weil's in Norwegen, Schweiz, sogar England und in den USA mehr Kohle gibt - teilweise um den Faktor 3 (unterschiedliche Kaufkraft rausgerechnet)...

    PS: Wollten Sie sich von einem 'importieren' indischen Chiruarg genausogerne operieren lassen wie von einem deutschen - wenn der Abschluß seines Heimatlandes hier anerkannt würde? Und deshalb läßt man auch gutem Grund nicht jeden Bananenbieger ins Land und erkennt Abschlüsse an, die man in vielen Ländern gegen etwas Bakschisch erwerben kann...
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  •   yokohama
    (2993 Beiträge)

    02.04.2012 07:53
    ...
    ..mangel
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  •   Greif
    (1385 Beiträge)

    02.04.2012 08:25
    Man könnte auch...
    die Arbeitsbedingungen und vor allem die Bezahlung für Fachkräfte so gestalten, daß deutsche Naturwissenschaftler und Ingenieure nicht reihenweise Richtung Schweiz, Skandinavien oder USA auswandern.
    Oder auch in Bildung investieren, anstatt einem Universitätsabsolventen spätestens im Vorstellungsgespräch zu sagen: Ist ja schön, daß Sie mit dem Computerprogramm X und dem Konkurrenzprodukt Y Erfahrung haben - aber wir hier verwenden das Konkurrenzprodukt Z. Und nachdem Sie das nicht aus dem Eff-eff beherrschen, wird's mit dem Job leider nix...
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