Karlsruhe Spatenstich beim KIT: Neues Labor für Energieforschung entsteht

Um die Energie der Zukunft flexibel und vernetzt nutzen zu können will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit seinen Partnern im "Energy Lab 2.0" ein durch Informationstechnik verknüpftes intelligentes Gesamt-Energiesystem entwickeln. Der erste Gebäude- und Laborkomplex wurde nun mit einem Spatenstich auf den Weg gebracht.

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Insgesamt kostet das Projekt, das auf zwanzig Jahre angelegt ist, rund 22 Millionen Euro von denen etwa 16,75 Millionen Euro direkt am KIT investiert werden sollen. Auch vom Bund und dem Land Baden-Württemberg wird das Projekt gefördert. "Die große Herausforderung der Energiewende ist es, schwankende Energiequellen so einzubinden, dass Energie bezahlbar und zuverlässig bleibt", unterstreicht Professor Joachim Knebel, der am KIT den Bereich "Maschinenbau und Elektrotechnik" leitet.

Mit dem "Energy Lab 2.0" will das KIT zwischen Energie und Information ansetzen. Als "Reallabor" und Simulationsplattform soll es möglich gemacht werden, neue Ansätze zur Integration unterschiedlichster Technologien in das Energiesystem zu erproben. Dafür sollen erstmals größere Versuchsanlagen zur Erzeugung erneuerbarer elektrischer Energie, zur Speicherung und Umwandlung in Gas, Kraftstoffe und Wärme sowie zur Rückverstromung chemischer Energieträger miteinander vernetzt werden.

Forschung auf 800 Quadratmetern

Neben der Verknüpfung der elektrischen, thermischen und chemischen Energieströme und -speicher liegt das Hauptaugenmerk auf neuer Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zur Steuerung verknüpfter Energienetze. Die Verknüpfung zu einem intelligenten Gesamtsystem geschieht dabei im "Smart Energy System Simulation and Control Center (SEnSiCC)", für welches das neue Gebäude nun gebaut wird und das sich sich aus insgesamt aus vier Teilprojekten zusammen setzt. Es sollen rund 800 Quadratmeter Experimentier- und Laborfläche entstehen.

"Als Entwicklungsumgebung für die Steuerung und Regelung lokaler intelligenter Energiesysteme bietet das SEnSSiCC ein Experimentierfeld mit allen relevanten Komponenten im Labormaßstab", so das KIT in einer Pressemitteilung. Hier können standardisierte aber auch insbesondere kritische Betriebszustände studiert und Schulungen durchgeführt werden. Ein weiterer Bestandteil ist ein Labor zum realistischen, aber sicheren Testen elektrischer Betriebsmittel in Echtzeit mit hoher elektrischer Leistung. Außerdem können im "SEnSSiCC" mehrskalige Energiesysteme verschiedener Energieträger in direkter Kombination erforscht und simuliert werden.

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