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Karlsruhe Primark-Eröffnung in Karlsruhe: Massenandrang in Post Galerie

Besucherfluten, die stundenlang vor den Türen warteten, ein roter Teppich und Blitzlichtgewitter: Nein, in der Post Galerie gab es am Donnerstag weder Filmpremiere noch Laufstegevent. Hunderte Menschen strömten zur ersten Filial-Eröffnung der irischen Modekette Primark in Karlsruhe. In Zukunft soll der 4.000 Quadratmeter große Shop vor allem junge Leute in die Fächerstadt locken - und nebenbei auch die Umsätze der restlichen Händler in der Post Galerie ankurbeln.

"Meine Jacke kostet 35 Euro", lächelt und betont Primark-Direktorin Breece O'Donoghue, die für die neunte Shop-Eröffnung in Deutschland aus Irland angereist ist. Während eines Presserundgangs, der etwa eine Stunde vor dem offiziellen Einlass stattfand, warteten hunderte junge Leute vor geschlossenen Türen und vor dem roten Teppich, der für Ehrengäste ausgerollt worden war. Darunter Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Margret Mergen, die später in ihrer Rede betonte, dass die Erfolgsmarke Primark Karlsruhe ab sofort noch attraktiver für Jugendliche mache.

"Primark belebt Karlsruher Geschäft"

Mit 4.000 Quadratmetern Ladenfläche auf zwei Etagen nimmt das Modegeschäft rund 50 Prozent der Post Galerie in Anspruch. Neben Kleidung für Frauen, Männer und Kinder werden auch Heimtextilien und Dekoartikel angeboten.

Der Primark-Store in der Post Galerie ist die erste Filiale der irischen Modekette in ganz Baden-Württemberg. Sascha Binoth, Citymanager der Stadt Karlsruhe, geht davon aus, dass die Post Galerie vom neuen Primark profitieren wird. "Viele junge Menschen werden auch aus Freiburg und Stuttgart wegen Primark nach Karlsruhe kommen. Das belebt das Geschäft", sagte Binoth am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz zur Karlsruher Weihnachtsstadt. Primark sei heute das, was H&M in den 90er Jahren war. Die Marke habe den gewissen "Cool-Faktor" beim jungen Publikum.

Modekette setzt auf Fashion-Blogger

Primark selbst ist bekannt dafür, beim Thema Werbung auf Mund-zu-Mund-Propaganda und nicht zuletzt auf die Empfehlung von Mode-Bloggern zu setzen. Auch zur Eröffnungszeremonie in Karlsruhe waren einige Mode-Blogger aus ganz Deutschland eingeladen. ka-news hat mit zwei von ihnen gesprochen: Lisa Bäuerle betreibt die Seite crackpont.com, auf der sie regelmäßig selbst zusammen gestellte Outfits postet. Für die Veranstaltung ist sie extra aus Stuttgart angereist. "Primark hat mir eine Einladung zugesendet", so die Bloggerin. Ein Fan sei sie zwar nicht, aber hin und wieder verschlage es sie auch in einen Primark-Laden.

Dass Primark die Fashion-Blogs als Werbeträger für sich gewinnen will, komme nicht von ungefähr, erzählt Manuela Hall, Modebloggerin aus Mannheim: "Leute, die das hauptberuflich machen, verdienen bis zu 6.000 Euro im Monat und zählen schon zu echten Berühmtheiten im Netz." Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, die deren Blogs bekommen - und entsprechend groß die Werbewirkung, wenn sie über die Eröffnung eines Stores oder über Outfits aus demselben berichten.

Primark betont: Wir achten auf faire Produktionsbedingungen

Obwohl Primark mit extrem günstigen Preisen wirbt, gibt Wolfgang Krogmann vom Store-Management an, dass stets auf faire Produktionsbedingungen geachtet werde. Zum Erfolgskonzept gehöre außerdem das riesige Warenangebot - beliefert werde das Geschäft vier Mal wöchentlich. "Wir sind in der Lage, jeden Bürger mit einem paar Socken auszustatten", sagt Krogmann beim Halt in der Unterwäscheabteilung.

Gegen 11 Uhr wurde dann feierlich das blaue Band am Eingang des Shops von Margret Mergen durchschnitten. Fünf Minuten später fluteten kreischende Besucherströme durch die Türen.

Archiv: "Primark-Hype in Karlsruhe: Fulminante Eröffnung - und dann?"

In eigener Sache: Den geladenen Gästen - auch den Pressevertretern - wurde bei Ankunft ein Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro als Geschenk überreicht. Dieser wurde von der ka-news-Redakteurin selbstverständlich nicht angenommen.

Ein weiterer Kommentar zur Primark-Eröffnung und den Hype um die Kette im Internet folgt in Kürze.

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