7  

Karlsruhe ÖPNV in Karlsruhe: Wie Firmen den Fahrplan beeinflussen

Einmal jährlich passt der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) seine Zeiten an. Doch nicht immer passen nach der Änderung die Fahrzeiten von Bus und Bahn mit den Arbeitszeiten der Pendler zusammen. Im März haben Firmen die Möglichkeit, im Rahmen einer Konferenz Einfluss auf die Fahrpläne in Karlsruhe zu nehmen.

Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

Für Karlsruher Pendler hieß es im Dezember: Sie müssen sich auf einige Änderungen einstellen. Pünktlich vor dem Jahreswechsel stellte der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) am 13. Dezember seinen Fahrplan um. Für Straßenbahn-Pendler änderte sich in diesem Jahr wenig, bei den Stadtbahnen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) oder den Buslinien mussten sich die Fahrgäste dann doch umgewöhnen. Für manch einen bedeutete die Umstellung eine Verbesserung, andere taten sich mit den Neuerungen schwer.

Firmen und Mitarbeiter können Vorschläge machen

Was viele nicht wissen: Bei der Änderung in den Fahrplänen können sich Unternehmen aktiv in die Fahrplangestaltung in Karlsruhe einbringen. An zwei Terminen im Jahr lädt die Industrie- und Handwerkskammer (IHK) in Zusammenarbeit mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) zu sogenannten regionalen Fahrplankonferenzen. Auf diesen Konferenzen können Änderungswünsche eingereicht und besprochen werden.

"Neben den Hauptakteuren, wie zum Beispiel dem Verkehrsverbund, den Verkehrsunternehmen, den Landkreisen, den Kommunen oder auch den Fahrgastverbänden, liegt unser Fokus natürlich auf den Unternehmen der Region", schildert Sven-Eric Brune, Referent für Verkehr bei der IHK Karlsruhe. Diese würden vonseiten der IHK teils direkt angeschrieben. Aber auch auf der Homepage oder im Mitteilungsblatt der IHK Karlsruhe werde über die Fahrplankonferenz informiert und dazu eingeladen.

"Jedes Unternehmen soll die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen." Erstmals werden bei diesem Termin dann auch Unternehmen aus der Südpfalz eingeladen. "Bisher haben wir mit der Fahrplankonferenz in Karlsruhe nur unseren Kammerbezirk, sprich den rechtsrheinischen Teil der TechnologieRegion Karlsruhe, abgedeckt", so Brune.

Die nächste wichtige Konferenz ist in Karlsruhe für den 21. März angesetzt. Hierbei handelt es sich um eine "Antragskonferenz". Das bedeutet: Hier steht vor allem der Rückblick auf den Jahresfahrplanwechsel im Dezember im Fokus, so die Erklärung vonseiten der NVBW. Bei einer solchen Konferenz würden dann nicht nur erste Erfahrungen diskutiert, sondern auch Änderungsanträge von Teilnehmern entgegen genommen.

Bei den Antragsstellern handle es sich meist um große Arbeitgeber aus der Region, erklärt NVBW-Sprecherin Rebekka Henschel auf Nachfrage von ka-news. "Das wären zum Beispiel Arbeitgeber wie die Daimler AG, Siemens oder die VRBank, aber auch der Verkehrsclub Deutschland, ProBahn, Schulen und Universitäten der jeweiligen Regionen, sowie örtliche Stadtplanungsämter waren eingeladen." Generell habe aber jede Person oder Institution die Möglichkeit zur Beteiligung.

Was mit den Vorschlägen nach der Konferenz passiert

Der mögliche Einfluss auf den Fahrplan ist allerdings beschränkt: "Auf den Fahrplankonferenzen können nur Verschiebungen im zeitlichen Ablauf des Fahrplans besprochen werden. Zusatzfahrten sind hier kein Bestandteil", so Henschel.

Die eingegangenen Anträge würden dann von den Experten der NVBW auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. "Ist eine Verbesserung des Fahrplans möglich, ohne das Gesamtkonstrukt des integralen Taktfahrplans zu stören, wird der Vorschlag in die kommende Fahrplangestaltung aufgenommen" erklärt die Pressesprecherin das Prozedere.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder geäußerte Wunsch der Firmen zwangsläufig umgesetzt wird. "Die Anträge werden zunächst gesammelt", so Brune. Nach der Bearbeitung der Anträge werde der Änderungswunsch an den zuständigen Verkehrsverbund - in der Fächerstadt also an den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) - weitergeleitet. "Es wird bei der Fahrplankonferenz versucht, jedem Wunsch nachzukommen", meint Brune. Die Entscheidung, ob der Wunsch sich auch in der Realität umsetzen lasse, liege in Karlsruhe aber beim KVV.

(Weitere Informationen zur Konferenz und zur Anmeldung finden Sie hier Link führt auf externe Seite).

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (7)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Teufel
    (121 Beiträge)

    07.02.2016 12:08
    Und wer denkt........
    ....... an die Fahrer, weil der Druck immer größer wird, die Fahrpläne einzuhalten??? Und immer kürzere Standzeiten an den Endstationen, vor allem Abends? Keinen. Und das die Dienste immer länger werden. Die sind ja schon bei 9h angekommen (ohne Pause gerechnet) Und das die Bahnen sich gegenseitig ihm Weg stehen, weil man ja immer nach den Umsteigemöglichkeiten schaut? Ja macht ruhig weiter so. Macht ihr prima.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Profi
    (442 Beiträge)

    08.02.2016 21:46
    Beispiele bitte
    Inwiefern und wo wurde Druck erhöht? Die Fahrzeiten sind seit Jahren nahezu unverändert. Wo wurden die Wendezeiten verkürzt? Das geht gar nicht, wenn die Taktung unverändert bleibt.

    Schichtlänge von 9 ist branchenüblich und von vielen Mitarbeitern so gewünscht, weil die Jahresarbeitszeit mit weniger Schichten zu erreichen ist. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt Schichten mit 10 Stunden Arbeitszeit an Werktagen und 12 Stunden an Sonntagen. Der Tarifvertrag darf nach oben abweichen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mixe
    (1110 Beiträge)

    05.02.2016 09:34
    auf die wünsche von firmen
    eingehen....klingt mal wieder nach lobbyarbeit für die firmen. jeder muss sehen wie er pünktlich zu seiner arbeit kommt. wer zahlt denn die umstellung( druck von fahrplänen usw.)? doch wie immer nur der kunde der jedes jahr mehr zahlen muss und das bei einem sich immer mehr verschlechtertem service (wenn man überhaupt von service sprechen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    05.02.2016 08:55
    Wenn der KVV auf die Unternehmen ebenso eingegeht
    wie auf eingereichte Vorschläge von Bürgern ..... dann können sie sich den Termin sparen. Eine weitere - diesmal sinnvolle- Einsparmaßnahme grinsen

    Ich verlange ja gar nicht, dass meine Ergüsse auch tatsächlich umgesetzt werden - aber ignorieren und nicht mal die klitzekleinste Mail zeugen nicht gerade vom Interesse des KVV an seinen Fahr-Geldzapfsäulen.... auch Fahrgäste genannt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Greif
    (1385 Beiträge)

    05.02.2016 13:16
    Wer lesen kann...
    ist klar im Vorteil. Es ist keine Veranstaltung mit dem KVV, sondern mit der NVBW (Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg). Das sind im übrigen auch die, die als "Aufgabenträger" den Eisenbahnverkehr direkt bei den Verkehrsunternehmen bestellen und damit die Rahmenbedingungen festlegen, innerhalb denen der KVV seinen Fahrplan noch anpassen kann - oder eben auch nicht. Aufgabenträger für Straßenbahn und Bus sind übrigens die Stadt- und Landkreise und auch nicht der KVV...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    05.02.2016 13:52
    dann gehe mal gedanklich einen Scfhritt weiter
    WER setzt denn schlußendlich Vorschläge um wenn nicht der KVV ???
    Da kann der NVBW machen, schreibe, betteln, auf dem Kopf stehen und mit den Ohren wackeln. Wenn der KVV nicht will ändert sich ... genau.... NICHTS.

    Und... zur Information. Ich habe eine 13-jährige Leseausbildung genossen. Ebenso weiterführendes abstraktes denken und verknüpfen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Berndabcdef
    (743 Beiträge)

    06.02.2016 11:21
    man versteht die Situation nicht
    wenn man immer nur von unten nach oben schaut, d.h. von der Unterschicht zur Oberschicht. Man muss von oben nach unten schauen, d.h. von der Oberschicht auf uns herab. Dann versteht man den Fahrplan der KVV, ganau so, wie die gnadenlose Politik gegenüber den AFD lern.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben