15  

Karlsruhe Neuer Spitzenwert: Immer mehr Menschen pendeln nach Karlsruhe

Sie wohnen außerhalb, arbeiten aber in der Fächerstadt: Die Zahl der Pendler in der Region Karlsruhe steigt. Die Region folgt damit einem deutschlandweiten Trend. Noch nie zuvor waren so viele Menschen zu ihrer Arbeitsstätte gependelt als im vergangenen Jahr. Rund um Karlsruhe gestaltet sich der Weg zur Arbeit aber nicht immer einfach.

Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

Die Deutschen legen im Schnitt jeden Tag eine Strecke von 16,91 Kilometern bis zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Damit ist die Zahl von 2016 im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Zum Vergleich: 1999 waren es noch 14,59 Kilometer für den einfachen Weg zum Arbeitsplatz.

Mit dem Anstieg des durchschnittlichen Arbeitswegs nimmt auch die Zahl der Pendler immer weiter zu. So berichtet das Institut auf dpa-Anfrage weiter, dass 2016 insgesamt 18,4 Millionen Arbeitnehmer für ihre Arbeit in eine andere Stadt oder Gemeinde gefahren sind. Das sind nicht nur 59,4 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, sondern auch so viele wie noch nie zuvor. 

Neuer Spitzenwert bei Pendlern in der Region Karlsruhe 

Die Hauptgründe für diese Entwicklung nach Einschätzung des Instituts: die hohen Miet- und Immobilienpreise in den Städten sowie die gestiegene Beschäftigung. An der Spitze des deutschlandweiten Rankings steht die bayrische Landeshauptstadt München: Hier waren im Jahr 2016 365.000 Pendler unterwegs, im Jahr davor waren es noch 355.000.

Was die Gesamtzahl der Pendler angeht, liegt Karlsruhe zwar weit hinter der Millionenstadt München, doch auch hier hat die Zahl der Pendler deutlich zugenommen: Während nach Angaben der Stadt 2015 noch 139.651 Pendler rund um Karlsruhe unterwegs waren, mussten sich 2016 bereits 142.923 ins Auto oder die Bahn setzen, um zur Arbeit zu kommen. Erfasst wurden dabei nur sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer.

Pendler aus dem Landkreis arbeiten in Karlsruhe 

Mit insgesamt 101.114 Arbeitnehmern fuhr der Großteil der Pendler in der Region 2016 zum Arbeiten in die Fächerstadt, die meisten Arbeiter kamen dabei aus dem Landkreis Karlsruhe (44.417). Aus der Fächerstadt raus pendelten nach Angaben der Stadt demnach 41.809 Menschen. 17.877 Karlsruher wiederum fuhren zur Arbeit aus der Stadt aufs Land. 

Aber auch von der anderen Rheinseite kamen viele ins Badische: 13.094 Menschen kamen laut Stadt im vergangenen Jahr aus der Südpfalz, also den Kreisen Germersheim, Südliche Weinstraße und Landau nach Karlsruhe. Auf der anderen Seite der Rheinbrücke war am Morgen weniger los: 2.019 Arbeitnehmer fuhren zu ihrem Job im Landkreis Germersheim.

Zahl der Ein- und Auspendler in Karlsruhe
Das Amt für Stadtentwicklung in Karlsruhe hatte die Zahlen im vergangenen Jahr bis einschließlich 2015 ausgewertet. |

Baustellen stellen Pendler vor Herausforderung 

Nicht immer läuft auf dem Weg zur Arbeit alles rund in der Region:  Auf der A5 zwischen Dreieck Karlsruhe und Rastatt kommt es derzeit wegen der Fahrbahnerneuerung in beide Richtungen zu den Berufsverkehrszeiten regelmäßig zu Staus. Aber auch anderenorts kommt es in der Fächerstadt wegen Baustellen im Straßenbereich zu Behinderungen.

Amerikanische Forscher haben schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass Pendeln zur Belastung werden kann. So hätten Versuchsteilnehmer, die täglich rund 15 Kilometer und mehr zur Arbeit zurücklegen einen höheren Blutdruck als kürzer pendelnde Berufstätige. "Wer morgens und abends regelmäßig unter Strom steht, leidet psychisch", so die Einschätzung der Psychologin Ellen Basner laut einem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse. Hier sei allerdings weniger der Weg entscheidend als die "Ohnmacht im Stau oder der Frust über verspätete Züge."

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (15)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   LJ_Skinny
    (155 Beiträge)

    Vergünstiger Wohnraum/Nahverkehr /Parkplatz
    Wie wäre es denn, wenn man denen, die in der Stadt wohnen und dort Arbeiten die KVV Jahreskarte schenkt?

    Pendeln ist per se nicht gut. Und wer als Pendler die Stadt verstopft, der zahlt drauf. Oder aber wer als Karlsruher hier auch einen Job hat, bekommt eben Vergünstigungen. Das gleiche fürs Land. Wer dort wohnt und Arbeitet, darf den ÖPNV kostenlos zur Arbeit benutzen.

    Was mich generell stört ist, dass das Pendeln immer mehr in den Berufen erfordert wird. Die Pendelstrecken nehmen immer mehr zu und dort sollte man mal nach Lösungen suchen. Ich habe Bekannte die 2h einfach pendeln...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gast68
    (840 Beiträge)

    Pendeln ist relativ
    Ich pendel von Karlsruhe-Stadt in den Landkreis zwei Kilometer mit dem Fahrrad.
    Mein Mann pendelt mit dem Auto siebzehn Kilometer innerhalb des Stadtkreises.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Und das
    obwohl die Stadt nur 14 Kilometer lang ist! zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gast68
    (840 Beiträge)

    Luftline vielleicht
    Um auf 14 Km zu kommen würde vermutlich nicht mal Kurven schneiden was bringen.
    ;-)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Aber immerhin,
    wenn man den Knick zwischen Honsellkreuz und Entenfang abzieht und durch die Fuzo fährt, kommt man annähernd gerade vom Hafentor bis zum Turmberg. grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gast68
    (840 Beiträge)

    P.S.
    Bei mir sind es auch nur zwei Km da ich über den Feldweg fahren kann. Über die reguläre Straßenverbindung wäre die Wegstrecke auch so etwa 3,5 Km.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Immer mehr Pendler,
    die Esoterikbranche boomt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (8967 Beiträge)

    ?
    Und? Morgiges Wetter schon ausgependelt? zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Freigeist1
    (431 Beiträge)

    nur 9% der Pendler sind aus der Pfalz, also West, aber 91% aus den anderen 3 Himmelsrichtungen...
    das ist ja ned so furchbar viel, verglichen mit deren "Geschrei". Sind die Pfälzer (bzw. oft auch ehemalige Karlsruher, mit Schlafplatzverlagerung) vielleicht vor allem durch ihren Hang zur konsequenten Autonutzung und gegen Fahrgemeinschaften oder den Öffentlichen Verkehr so auffällig? Ich glaube -da die Stadtflucht vor allem ein Fänomen der 1960er und 70er Jahre war-, dass die Problematik sich durch den Übergang dieser Generation (das war die Zeit des (Irr-)Glaubens an die autogerechte Welt) ins Renten- und Pensionsalter grossteils von selbst erledigen wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bier2
    (606 Beiträge)

    Stadtflucht schon, also richtig weit raus
    aber in den Städten ist zu wenig Wohnraum darum wachsen die Speckgürtel um die Städte. Und das sind eben auch Pendler, wenn auch kurze Strecken. Und 68% nutzen das Auto, kahm gereade im Radio..
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben