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Karlsruhe Mieten in Karlsruhe: Im Schnitt 38,5 Prozent des Lohns nötig

In Karlsruhe muss im Schnitt 38,5 Prozent des Nettoeinkommes für die Miete aufgebracht werden. Zu viel, findet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und fordert deshalb eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

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"In deutschen Großstädten leiden viele Menschen unter einer kaum noch tragbaren Belastung durch hohe Mieten", so die DGB Pressestelle in einer entsprechenden Mitteilung . Zu diesem Ergebnis sei eine Untersuchung der Hans-Böckler Stiftung gekommen. "Rund vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten müssen demnach mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete (Grundmiete plus Nebenkosten, ohne Heiz- und Warmwasserkosten) ausgeben", heißt es in der Pressemeldung weiter.

Von den insgesamt 77 untersuchten Großstädten liegen neun in Baden-Württemberg. In der Liste dabei: Die Fächerstadt. Hier soll die Mietbelastungsquote im Schnitt bei 38,5 Prozent liegen und damit sogar noch über Stuttgart. Hier liegt die Quote bei 38,2 Prozent. Spitzenreiter der Liste sind Reutlingen und Mannheim mit 43,4 Prozent, gefolgt von Pforzheim und Freiburg mit jeweils rund 41 Prozent.

"Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch. Den Mietern bleibt dann nur relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensführung. Dies ist insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen prekär", beschreibt der DGB.

Mehr Förderung und mehr Ordnung

Martin Kunzmann, DGB-Landesvorsitzender: "Die Untersuchung zeigt zwei Dinge ganz klar: Es ist falsch, den Wohnungsmarkt allein den Investoren zu überlassen. Wir brauchen eine aktive Wohnungspolitik mit den notwendigen Fördermitteln, die auch dort ankommen müssen, wo sie gebraucht werden. Der DGB schätzt den zusätzlichen Wohnungsbedarf im Land auf rund 70.000 Wohnungen pro Jahr. Nötig sind etwa 500 Millionen Euro an Fördermitteln, die das Land oder der Bund investieren müssen."

Kunzmann weiter: "Zudem brauchen wir mehr Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. 38 Prozent der Beschäftigten im Land haben mittlerweile ein atypisches Arbeitsverhältnis. Sie arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijobs. Von ihren Einkommen können sie keine hohen Mieten bezahlen."

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Kommentare (28)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (527 Beiträge)

    Hm, zu meiner Mieterzeit
    waren 50% vom Netto normal. Wenns nicht gereicht hat, dann gings eben aufs Land, Linkenheim, Leopoltshafen oder so.

    38% ist doch nicht schlecht.
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  •   mikado46
    (34 Beiträge)

    Es Ist falsch....
    Es ist falsch den Wohnungsmarkt nur den Investoren zu überlassen.....
    Richtig.
    Die gerwerkschaftseigene Neue Heimat ging 1986 mit 17Milliarden Schulden Konkurs, und wurde für
    den symbolischen Preis von 1 DM verkauft.
    Grund für den Konkurs : selbstbereicherung der Geschäftsführung.
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    Da haben wohl....
    ..... die Kontrollorgane versagt, wie bei vielen Grosskonzernen oder dem Gemeinderat.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Nun ja, die Politik....
    ...das ganze Jahr Entscheidungen GEGEN die Bezahlbarkeit von Wohnungen und Leben treffen und 5 vor Wahl dann auf die bösen Investoren usw schelten.

    Miete (eigentlich alles, auch Elektromobilität) wäre bezahlbar, wenn manche Leute nicht zuwenig verdienen würden. Und evtl. noch für ihr Erspartes sogar noch Zinsen kriegen. UND ihren Job nächstes Jahr noch hätten.

    Und wenn bauen billiger wäre. Aber nein, der Staat verursacht jedes Jahr mehr unsinnige Bauauflagen und Vorschriften, applaudiert zu Erhöhung von Nebenkosten wie Grundsteuer, Notargebühren, Makler und hält die Hand bei Erschließungskosten freudig auf - SEHR weit auf.

    Der Aufwand fürs Bauen ist -gezwungenerweise- völlig pervertiert und hat mit dem einfachen Erfüllen des Bedürfnisses "Wohnen" wohl genausowenig zu tun wie ein Hummer-SUV nötig ist, um am Sonntag Tante Erna in Blankenloch zu besuchen.
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    Es können ja wieder.....
    ..... Aufputzleitungen und Plumpsklos installiert werden.
    Die Grundsteuer wurde gerade erst vom Gemeinderat erhöht, damit die U Bahn bezahlt werden kann.
    Warum beklagen, wenn die Leute immer wieder die Parteien wählen, die die Mittelschicht zu Gunsten der Superreichen ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Man denke nur an die indirekten Steuern, wie die Stromsteuerer.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    Haupdsach gschwätzt?
    Wer redet denn von Plumpsklos?. Auch vom wieder zurück in die Höhle redet niemand. Das ist NICHT gleichbedeutend mit der sinnvollen Forderung, beim Bauen maßzuhalten.

    Ein normales Haus braucht keine Klima, keine 30 cm Wärmedämmung, keine völlig überdimensionierten Bauteile und keine hochtechnisiertes Gedöns. Das kann man gerne machen, wenn man es bezahlen kann und will. Aber mit "bezahlbarem Wohnraum schaffen"hat das nicht viel zu tun.

    Und auch beim eigenen Haus: Wenn ich nach 80 000 Euro Baukostenrückzahlung 10 Jahre früher zum Chef sagen kann "Ade, das wars" - dann habe ich auch mit Leitungen auf Putz kein Problem.
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  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    Es geht doch.....
    ... nicht allein um Ausbaustandarts, sondern auch um die Nebenkosten, wie Steuern und die Grundstückspreise, die das Bauen erheblich verteuern.
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  •   andip
    (8133 Beiträge)

    Andere Möglichkeit
    Sich eine Wohnung kaufen anstatt zu mieten.
    Bei den niedrigen Zinsen derzeit ist eine Darlehensrate niedriger als eine Kaltmiete.
    Gilt zumindestens für die, die über ein gesichertes Einkommen verfügen, bei H4er geht das natürlich nicht.
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  •   betablocker
    (613 Beiträge)

    Einem H4
    kann die Miete egal sein, er zahlt sie ja nicht.
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  •   Aussie
    (541 Beiträge)

    So ganz egal eher nicht.
    Wenn jemand in H4 fällt und die Wohnung ist zu groß oder zu teuer, muss er raus.
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