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Karlsruhe/Mannheim Hoepfner vs. Eichbaum: Kampf ums regionale Biermonopol?

Der Deutsche trinkt gerne Bier. Im September 2011 wurden in Baden-Württemberg fast 560.000 Hektoliter Bier gebraut - 90 große Schwimmbecken voll. Auch hier in der Region gibt es zahlreiche Brauereien. Der Konkurrenzkampf geht auch über Karlsruhe hinaus. So rührt die Karlsruher Privatbrauerei Hoepfner gerade heftig in Heidelberg die Werbetrommel. Und die Eichbaum Brauerei aus Mannheim hängt immer wieder Werbe-Plakate in Karlsruhe auf. Kurpfälzer Braukunst gegen Badische Brautradition: Tobt ein Kampf um das regionale Biermonopol?

Wer kürzlich in Heidelberg unterwegs war, dem könnte das ein oder andere Werbe-Plakat der Karlsruher Privatbrauerei Hoepfner aufgefallen sein. Aber auch in Karlsruhe ist immer wieder Werbung der Mannheimer Brauerei Eichbaum zu sehen. Wollen die beiden regionalen Brauereien in das Hoheits-Gebiet der jeweils anderen vorstoßen?

"Einen speziellen Wettbewerb mit Eichbaum gibt es nicht", sagt Dagmar Zimmermann, Pressesprecherin von Hoepfner, auf ka-news-Anfrage. Dass Hoepfner in der Region Heidelberg werbe, sei nichts Neues. Denn die Region Heidelberg/Mannheim gehöre schon immer zum Vertriebsgebiet der Hoepfner Brauerei. Man wisse, dass in dieser Region eine große Kaufkraft zuhause sei und um diese bemühe man sich eben, so Zimmermann.

Wettbewerb zwischen Brauereien

So sei es der Hoepfner Brauerei auch gelungen, die Anzahl der Gastronomiekunden in diesem Raum in den letzten Jahren zu erhöhen. Außerdem habe die Brauerei das Engagement beim Zweitligaverein SV Sandhausen verstärkt. Auch die Regionen Pforzheim, Rastatt, Baden-Baden und die Südpfalz stünden im Fokus der Karlsruher Brauerei.

Also keine Konkurrenz mit Eichbaum? "Wir sind natürlich miteinander im Wettbewerb. Wenn durch einen solchen Wettbewerb die baden-württembergische Braukultur gestärkt wird, dann finden wir das gut. Frei nach dem neuen Slogan des baden-württembergischen Brauerbundes: Einfach besser! Bier aus Baden-Württemberg", so die Hoepfner-Sprecherin.

"Es geht nicht um die Vormachtsstellung"

Auch bei Eichbaum will man von einem besonderen Wettkampf nichts wissen. "Das sind normale Geschäfte unter benachbarten Brauereien", so Volker Dressler, Sprecher der Brauerei Eichbaum, gegenüber ka-news. Das Unternehmen Eichbaum sei schon sehr lange in der Region Karlsruhe aktiv. Dass gerade ein neuer Wettbewerb um die Vormachtsstellung in der Region entbrenne, davon könne überhaupt keine Rede sein.

"Wir sind eine regionale Brauerei. Unser Schwerpunkt liegt im Gebiet der alten Kurpfalz - also Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Aber genauso verlieren wir nicht den Blick in die anderen Regionen", so Dressler. So gehöre auch Karlsruhe zum Vertriebsgebiet der Mannheimer Brauerei. "So wie Hoepfner in Mannheim präsent ist, sind auch wir in Karslruhe präsent", erläutert der Eichbaum-Sprecher.

Kurpfälzer Braukunst gegen Badische Brautradition

Die Brauerei Hoepfner wurde 1798 gegründet und gehört zu den ältesten noch aktiven Unternehmen in Karlsruhe. Gebraut und abgefüllt wird bis heute in der 1896 erbauten "Hoepfner Burg" in der Karlsruher Oststadt. Das Sortiment umfasst zwölf Biersorten. Innerhalb der historischen Mauern findet sich ein hochmoderner Betrieb, der nach den Firmenleitlinien "Qualität, Kontinuität und Partnerschaft" geführt werde, so Hoepfner.

1679 gründete der Wallone Jean du Chène in Mannheim eine Brauerei mit Schankwirtschaft, die er nach seinem Namen "Eichbaum" benannte. Daraus entwickelte sich nach Unternehmensangaben eine der größten und leistungsfähigsten Brauereien Baden-Württembergs. Eichbaum ist das älteste Unternehmen Mannheims, das seit Gründung zwar an verschiedenen Standorten, aber immer in Mannheim seinen Sitz hatte. Das Sortiment umfasst etwa 15 Biersorten.

"Durst wird durch Bier erst schön", heißt es unter Bierliebhabern. Lesen Sie mehr zu Brauereien in der Region unter: Karlsruhe für Biertrinker.

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