20  

Karlsruhe Drohende Überschuldung: Sandkorn-Theater muss Insolvenz anmelden

Schock für die Karlsruher Kulturszene: Das Sandkorn-Theater hat Insolvenz angemeldet. Als Grund für diesen Schritt nennt die Geschäftsführung Nachforderungen des Finanzamts. Der Theaterbetrieb soll vorerst weitergehen.

Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

In einer Stellungnahme, die ka-news vorliegt, erklärt Stefanie Lackner, Geschäftsführerin des Privattheaters, dass am gestrigen Mittwoch das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Sandkorn-Theater gGmbH, der Trägergeschaft des Sandkorn-Theaters, beantragt werden musste. Als Grund für diesen Schritt gibt Lackner "drohende Nachforderungen des Finanzamts für vergangene Jahre" an. Diese hätten zur Überschuldung des Sandkorn-Theaters geführt, wodurch dieser Schritt unvermeidbar gewesen sei.

Drohende Überschuldung zwingt Theater zum Handeln

"Den Betrieb eines Privattheaters wirtschaftlich zu führen und dennoch anspruchsvolles Programm anzubieten, ist eine immer schwerer zu lösende Aufgabe. Schon in den vergangenen Jahren war es nur mit Hilfe vieler Freunde des Theaters, und unter Einsatz privater Mittel der Verantwortlichen möglich, den Betrieb des Theaters zu garantieren", heißt es in der Stellungnahme weiter. 

Der Schritt in die Insolvenz solle auch dazu dienen, den Theaterbetrieb soweit als möglich fortzuführen, so Lackner weiter. "Die Geschäftsführung ist deshalb glücklich darüber, dass sich im Umfeld langjähriger Freunde des Sandkorn-Theaters namhafte Persönlichkeiten gefunden haben, die bereit sind, Verantwortung für den Fortbestand des Theaterbetriebs zu übernehmen." Das Ziel der Verantwortlichen ist es nun, die Auswirkung für die Schauspieler so gering wie möglich zu halten.

Unterstützer sagen Hilfe für Sandkorn-Theater zu

In einer eigenen Pressemeldung sichert Ullrich Eidenmüller, Bürgermeister a.D. und Gründungsvorsitzender des Sandkorn-Fördervereins, Unterstützung zu. "Für uns war es als langjährige Begleiter des Sandkorn-Theaters keine Frage, alles dafür zu tun, den Theaterbetrieb aufrecht zu erhalten", teilen die Förderer mit. 

Das Hauptaugenmerk müsse jetzt der Errichtung einer neuen Trägergesellschaft gelten, die mit ausgewiesener kultureller und wirtschaftlicher Kompetenz das Vertrauen der am Insolvenzverfahren Beteiligten genieße. Mit Günther Knappe und Erik Rastetter habe man bereits zwei Persönlichkeiten aus dem Karlsruher Kulturleben für dieses Anliegen gewinnen könnnen.

"Sie stehen bereit, in einer Auffanggesellschaft in dieser schwierigen Lage Verantwortung zu übernehmen", teilt der Förderverein mit. Für den Verein steht fest: "Der Theaterbetrieb muss weiter gehen, das Sandkorn-Theater weiter Teil des Kulturlebens unserer Stadt sein."

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (20)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Irgendwas_mit_Medien
    (587 Beiträge)

    Du meinst schauspielernde Linke?
    Da gabs doch vorgestern diese topseriöse Wahlinformationssendung auf SAT 1, die einen tiefen Einblick in die Schauspielkunst mancher Linken vermittelte.

    Aber ansonsten tuts mir wirklich leid um das Sandkorn-Theater. Dass man in die Insolvenz geht und einfach so weitermachen kann halte ich allerdings für wenig wahrscheinlich.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    "Einfach so"
    ...wirds wohl auch nicht gehen. Aber Insolvenz bedeutet ja "nur" daß man den Klotz der Schulden nicht aus dem Laufenden bedient bzw. bedienen muß. Da kann man mit dem Tagesgeschäft durchaus weitermachen. Sollte man auch, wenn das einkömmlich ist.

    Um die Insolvenzsache muß dann eben anders gelöst werden. Durch Kredit, durch Bürgen, durch Sponsoren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (9297 Beiträge)

    Sieben Bürgen
    werden sich doch finden lassen.
    Und dazu noch ein wenig Spaß mit Graf Dracula und seiner Braut. Dann klingelt die Kasse wieder, weil das in Karlsruhe beliebt ist/war - nur bei mir nicht wirklich, aber ich bin sowieso nicht repräsentativ für Karlsruhe.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (621 Beiträge)

    Das blickt
    doch wieder keiner. grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Robert1959
    (1652 Beiträge)

    Das ist doch schon eine Subvention!
    Wenn das Finanzamt nach Jahren seine Nachforderungen stellt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   zahlenbeutler
    (1027 Beiträge)

    beim
    KSC nachfragen wie man das umgehen kann
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (5612 Beiträge)

    Da könnte doch spontan
    Ingo W. einspringen, so kurz vor den Wahlen, würde ihm vielleicht doch noch ein paar Stimmen einbringen, möglicherweise mehr als in seinem Ehrenamt KSC Präsident, wo er durch dieses Amt sowieso keine Vorteile
    hat. grinsen

    Immerhin müsste ihm das Sandkorn Theater als Karlsruher schon auch am Herzen liegen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   myopinions
    (765 Beiträge)

    .........da wird es einige geben,
    die nicht zum Kreiner'schen Freundeskreis gehören und sich nun die Hände reiben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   sodele
    (153 Beiträge)

    Das
    Sandkorntheater ist eine Karlsruher Institution. Es muß erhalten bleiben. In das Bad. Staatstheater werden hunderte Millionen gepumpt.
    Eine davon würde zum Erhalt des Sandkorn Theaters ausreichen!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   M.S.
    (199 Beiträge)

    das kann doch nicht
    so schwer sein, da wird sich doch ein Bürgermeister finden lassen, der sich noch ein Denkmal setzen möchte ?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben