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Rheinmünster Baden Airpark: Passagierrekord - aber trotzdem rote Zahlen

Weniger Flüge, aber mehr Passagiere. Das ist das Fazit für das erste Halbjahr 2012 des Baden-Airparks in Rheinmünster. Bis zum Ende des Jahres rechnet Airpark-Geschäftsführer Manfred Jung mit 1,25 Millionen Fluggästen. Doch trotz Fluggast-Rekord hat der Flughafen auch mit Probleme zu kämpfen: So wurden einige attraktive Flugziele gestrichen. Und besonders die Wintermonate machen dem Baden Airpark zu schaffen.

"Wir haben deutlich weniger Flugbewegungen zu verzeichnen, als im Vorjahr", sagte Manfred Jung, Geschäftsführer des Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB), bei der Vorstellung der Bilanz für das erste Halbjahr 2012 am Donnerstag. So sei der Flugverkehr im Vergleich zu 2011 um 15 Prozent zurück gegangen. Dennoch könne der FKB einen neuen Fluggast-Rekord vermelden.

"Mehr Passagiere, mit weniger Flugzeugen"

"Wir haben das beste Halbjahr seit Bestehen des Flughafens", so der Flughafenchef. Über 560.000 Fluggäste landeten oder starteten bis Ende Juni 2012 am FKB - Rekord. Geschäftsführer Jung rechnet bis Ende des Jahres mit insgesamt rund 1,25 Millionen Passagieren (Hin- und Rückflug). Weniger Flüge, aber mehr Passagiere, das erklärt der Geschäftsführer damit, dass einige Fluggesellschaften verstärkt größere Maschinen einsetzen würden. "Mehr Passagiere, mit weniger Flugzeugen", sei die Devise einiger Airlines.

Die meisten der Fluggäste (knapp 80 Prozent) kämen mit dem Auto zum FKB. Hierfür habe der FKB 3.500 Parkplätze mit unterschiedlichen Preiskategorien zur Verfügung. An wenigen Spitzentagen im Jahr sei der Parkplatz mit bis zu 2.800 Fahrzeugen belegt. Etwa zehn Prozent der Fluggäste nutzten eine der vier Buslinien, die den FKB von mehreren Städten aus direkt anfahren, so Jung.

Flughafen nicht rentabel

Obwohl der Flughafen keine schwarzen Zahlen schreibe, sei er ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort, bekräftigt der Flughafenchef. "Wir werden betriebswirtschaftlich immer Probleme haben." Auch wenn der FKB die öffentliche Hand erst mal Geld koste - das Geschäftsjahr 2011 endete mit einem minus von drei Millionen Euro - garantiere der Regionalflughafen die Anbindung an den deutschen und europäischen Luftverkehr und stütze das regionale Wirtschaftszentrum, so Jung. Ab 2015 wolle man nicht mehr auf öffentlichen Gelder der Gesellschafter angewiesen sein. Der Flughafenchef rechne bis dahin sogar mit 1,5 Millionen Passagieren jährlich.

Jeder Gast, der nicht aus der Region stamme, bleibe im Schnitt zwei Tage und lasse Berechnungen zufolge 185 Euro am Tag in der Region, erläutert Jung. Diese sogenannten Incoming-Fluggäste machten etwa 20 Prozent aller Fluggäste aus.

Im Winter herrscht Flaute

Auch der an den Flughafen angeschlossene Gewerbepark entwickele sich gut. Derzeit seien dort rund 130 Firmen gemeldet, die insgesamt etwa 2.000 Menschen beschäftigen. Jung hofft darauf, dass sich noch mehr Unternehmen am Baden-Airpark ansiedeln. 50 Hektar an Fläche seien noch frei. "Es gibt noch Entwicklungsmöglichkeiten", so Jung. Wenn ein Investor Interesse zeige, könne man auch darüber nachdenken, Parkplatzflächen als Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen und stattdessen als Ausgleich Parkhäuser zu bauen. Für die weitere Entwicklung des Flughafens mache man sich auch für eine Anbindung an die Autobahn stark, so der Flughafenchef weiter. Denn Pläne für einen Schienenanschluss seien vorerst vom Tisch.

Während die Sommermonate boomen, herrscht im Winter allerdings Flaute am FKB. Vor allem die Wintermonate bereiten dem Flughafenchef daher Kopfzerbrechen. "Wir hatten einen ganz schlechten Winter", so Jung. Im Dezember verbuchte der FKB gerade einmal 50.000 Fluggäste - zum Vergleich: der August hat mit 160.000 etwa drei mal so viele.

Das liege daran, dass im Winter weniger Menschen in den Urlaub flögen. Doch im kommenden Winter könnte es den FKB noch härter treffen. Denn in diesem Jahr werden die Kanarischen Inseln - ein beliebtes Winterziel - kaum noch vom FKB aus angeflogen. In der letzten Wintersaison nutzten das Angebot immerhin 17.000 Passagiere. Einzig eine Verbindung nach Teneriffa bleibt.

Hamburg soll wieder in den Flugplan

Auch die Ankündigung der Fluggesellschaft Airberlin, aus strategischen Gründen die Linienflüge zwischen dem FKB und dem Flughafen Hamburg ab dem 1. November 2012 nicht mehr anzubieten, bedauert Jung. Man bemühe sich intensiv darum, eine neue Fluggesellschaft zu finden, die diese seit Mai 2007 gut frequentierte Strecke (100.000 Fluggäste im Jahr) zukünftig bedienen werde. "Wir sind derzeit mit zwei regionalen Fluggesellschaften in konstruktiven Gesprächen", bestätigte Jung. Doch welche Ziele und Strecken die Fluggesellschaften anfliegen, darauf habe der Flughafen keinen Einfluss.

"Die wirtschaftliche Risiken für Streckenlinien liege alleine bei den Airlines. Wir stellen nur die Infrastruktur zur Verfügung, die Fluggesellschaften nutzen diese. Wir können nur beraten, die Fluggesellschaften entscheiden", so Jung. Derzeit hoffen die Flughafenbetreiber, dass es bis Herbst eine Lösung gebe und Hamburg weiterhin als Ziel im Flugplan des FKB stehe.

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