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Karlsruhe BGV: Trotz guter Bilanz - höhere Beiträge ab Juni

Eine nach eigenen Aussagen zufriedenstellende Bilanz für 2011 stellten die Badischen Versicherungen am Donnerstag in ihrem neugestalteten Hauptgebäude in Karlsruhe vor. Das vergangene Jahr habe für steigende Beitragseinnahmen und leicht rückläufige Schadenszahlen gesorgt. Dennoch plane das Unternehmen, die Beiträge ab Juni je nach Produktlinie um bis zu fünf Prozent zu erhöhen. Grund seien unter anderem steigende Kosten bei Schadensfällen im Kfz-Bereich.

Zum ersten Mal lud der Badischer Gemeinde-Versicherungs-Verband (BGV) zur Bilanz-Pressekonferenz in das "revitalisierte" Hauptgebäude in der Karlsruher Oststadt ein. Während der Bau mit seinem großen Lichthof und seiner ansprechenden Ausstattung schon ein wenig spektakulär auf den Besucher wirkt, fiel die Bilanz der Geschäftsführung weniger aufregend aus. "Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr", fasste der Vorstandsvorsitzende Heinz Ohnmacht das Abschneiden des Unternehmens im Jahr 2011 zusammen.

Mehr Beitragseinnahmen, weniger Schadenszahlen

Ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr mit einer stabilen Entwicklung habe steigende Beitragseinnahmen und leicht rückläufige Schadenszahlen mit sich gebracht, so Ohnmacht. So konnte der BGV Versicherungsbeiträge in Höhe von 254 Millionen Euro verbuchen, knapp 10 Millionen mehr als 2011. Dies entspricht einem Wachstum von 3,6 Prozent. Die Bilanzsumme betrug 747,7 Millionen Euro.

"Wir sind im Vergleich zur Branche erneut überdurchschnittlich gewachsen und konnten uns in dem derzeit schwierigen Marktumfeld gut gehaupten", zeigte sich Ohnmacht sichtlich zufrieden. Wegen der aus Versicherer-Sicht ruhigen Wetterverhältnisse im Laufe des vergangenen Jahres, reduzierten sich die gemeldeten Schäden um rund 3.000 auf 127.000. Der Gesamtschadenaufwand sank leicht auf 194,9 Millionen Euro.

Obwohl der Vorstand betonte, mit dem Ergebnis deutlich zufrieden zu sein, sieht er einen leichten Wermutstropfen beim Jahresüberschuss. Dieser fiel 2011 mit rund vier Millionen Euro deutlich geringer aus als 2010, wo rund 6,3 Millionen Euro zu verbuchen waren. Der Grund dafür sind Zuführungen zur Schwankungsrückstellung. Allein 11,9 Milllionen Euro legt der BGV in diesem Jahr für zukünftige Schadenfälle zurück. "Mit diesem Betrag verbessern wir unsere Kapitalausstattung für künftige Schadenzahlungen", erläuterte Ohnmacht.

Weniger Schäden, aber mehr Aufwand

Im laufenden Jahr seien in den ersten vier Monaten jedoch bereits deutlich mehr Schäden gemeldet worden als im Vorjahr. Der Schadensaufwand liege bei rund 44 Millionen Euro und somit um 15,7 Prozent höher. Als Grund nennt der Vorstand Frostschäden, die besonders im Laufe der intensiven Frostperiode im Februar, zustande gekommen seien. Diese umfassen Schäden an Leitungen sowie an öffentlichen Gebäuden.

Ab kommenden Monat will der BGV die Beiträge je nach Produktlinie um zwischen 2,5 und 5 Prozent erhöhen. Dies sei notwendig, weil der Schadensaufwand im Kfz-Bereich deutlich zugenommen habe. Außerdem reagiere das Unternehmen auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das besagt, dass es keine Beitragsunterschiede mehr zwischen Frau und Mann geben dürfe.

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