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Karlsruhe/Mannheim Karlsruher Bierskandal: Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft

Großes Aufsehen in der Karlsruher Bierszene: Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen eine Brauerei aus dem direkten Karlsruher Umland. Ein ehemaliger Verantwortlicher dieser Brauerei sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, so Staatsanwalt Peter Lintz im Gespräch mit ka-news. Seit Juli 2012 sollen elf Verdächtige in mehreren Fällen Biersteuer in "größerer Millionenhöhe" hinterzogen haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen eine Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren Haft.

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Mehrere Betrugsfälle in Millionenhöhe beschäftigen derzeit die Karlsruher Bierszene: Seit Juli 2012 sollen elf Tatverdächtige Biersteuer hinterzogen haben. Daran beteiligt: eine Brauerei aus dem direkten Karlsruher Umland.

Bierskandal: Karlsruher sitzt in Untersuchungshaft

Durch Scheingeschäfte von Frankreich über Karlsruhe nach Bulgarien sparten sich die Betrüger Steuern in Millionenhöhe, bestätigte bereits am Mittwoch, 6. Februar, Staatsanwalt Lintz auf Anfrage von ka-news.

In Bulgarien angekommen ist der Gerstensaft allerdings nie, denn vorgesehen war er von Anfang an für Großbritannien. Dort wäre eigentlich eine deutlich höhere Biersteuer angefallen. Im Fokus der Fahnder ist deshalb auch ein ehemaliger Verantwortlicher der beschuldigten Karlsruher Brauerei.

"Zwei Beschuldigte aus Mühlheim und ein Verdächtiger aus Karlsruhe sitzen derzeit in Untersuchungshaft", bestätigte Staatsanwalt Lintz am Donnerstag gegenüber ka-news. Wie bereits in den vergangenen Tagen bekannt wurde, soll der Mann aus Karlsruhe das Unternehmen mit Sitz im Karlsruher Umland für die Tarnung der falschen Lieferungen benutzt haben. Dem deutschen Zoll seien die Scheinlieferungen wegen des Landes "Bulgarien" aufgefallen, so der Sprecher. Die Menge des angeblichen Bieres habe dabei keine Rolle gespielt. Weitere Angaben wollte er dazu nicht machen.

Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft

"Das Strafmaß bei Steuerhinterziehung reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Haftsrafe von bis zu fünf Jahren pro Fall", erläuterte Lintz. Da es beim Karlsruher Bierskandal um mehrere Betrugsfälle gehe, drohe theoretisch jedem Verdächtigen eine Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren Haft. Die weiteren Ermittlungen habe das Zollfahndungsamt Karlsruhe übernommen, so der Staatsanwalt. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die Staatsanwaltschaft in Mannheim die Unterlagen auswerten und gegebenenfalls Anklage erheben. 

Eingekauft haben die Betrüger das Bier zu einem besonders günstigen Preis in Frankreich. Auf dem offiziellen Papierweg gaben die Verdächtigen an, dass es über Karlsruhe nach Bulgarien geliefert werde. Tatsächlich ging das Bier aber direkt von Frankreich nach Großbritannien. Da die Biersteuer auf der Insel sehr hoch ist und das Bier offiziell nach Osteuropa gebracht wurde, sparten die elf Verdächtigen so Biersteuer von mehreren Millionen Euro.

Aktualisierung 15.45 Uhr: Ermittlungen gegen weitere Karlsruher Mitarbeiter

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft  auf Anfrage von ka-news nun erklärte, wird auch gegen weitere Mitarbeiter der Karlsruher Brauerei ermittelt. Eine genau Zahl wollte Lintz nicht nennen. Zudem gestalten sich die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter - und letztlich damit auch gegen die Brauerei - aus verschiedenen Gründen als kompliziert.

Gekauft haben die Verdächtigen das Bier nach Informationen der Staatsanwaltschaft in einem französischen Steuerlager. Dort herrschen steuerliche Besonderheiten für Händler, eine Verbrauchssteuer falle demnach erst dann an, wenn das Bier in den freien Verkauf gehe. Die Verdächtigen selbst sollen ebenfalls ein solches Steuerlager betrieben haben.

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Kommentare (41)
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  •   EiserneEngel
    (89 Beiträge)

    01.05.2014 18:12
    ohne den
    ganzen Artikel gelesen zu haben frage ich mich doch wie es sein kann das hier von bis zu 15 Jahren Haft gesprochen wird und U.H. zu 3,5 Jahren verurteilt wurde (von denen er mit Sicherheit nur ein Bruchteil absitzen muß) obwohl das zigfache an Steuern hinterzogen wurde
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    15.04.2014 11:51
    wie ging das ganze aus
    Hallo zusammen,

    wie ging das ganze aus?
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  •   Laetschebachschorsch
    (2749 Beiträge)

    08.02.2013 16:49
    Vielleicht
    konnten sie sich in ihrem Ursprungsstandort nicht gut abgrenzen und etwas, das es dort in dieser Form früher nicht gab, ist im Bewusstsein hängen geblieben.
    Übrigens: Indianer finden immer einen Weg.
    Aber: Wenn es um Biersteuerhinterziehung geht und Mannheim zuständig ist, dann muss es doch um eine deutsche Steuer gehen. Und für deutsche Steuern ist doch die deutsche Finanzverwaltung zuständig. Da verstehe ich einiges nicht. Gut bei unserem Gröfatz vom Turmberg lief auch alles über Mannheim, aber es ging um deutsche Steuern.
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  • 0
    unbekannt
    (117 Beiträge)

    08.02.2013 13:07
    Von wegen investigative Pressearbeit
    Jetzt wird schon tagelang in diesem Forum rumgelabert, welche Brauerei denn nun gemeint ist. Manche scheinen es zu wissen, manche stochern völlig im dunkeln rum. Dann schreibt halt endlich, welche Brauerei zumindest im Verdacht steht, diesen Betrug begangen zu haben. Dass Institutionen und Menschen des öffentlichen Lebens tagtäglich in der Presse verdächtigt werden, etwas begangen zu haben, stört sonst doch auch niemanden. Also, raus mit der Sprache, oder Klappe halten. Nicht nur gackern, sondern auch legen.
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  •   alpinium
    (5432 Beiträge)

    08.02.2013 14:52
    So lange ermittelt wird,
    werden wir keine Namen oder sonst was Konkretes zu lesen bekommen. Könnte die Ermittlungen behindern, bzw. bei nicht ausreichenden Beweisen gegen einen Verdächtigten würde dieser geschädigt werden.
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  • 0
    unbekannt
    (1211 Beiträge)

    08.02.2013 10:38
    was mir in diesem Zusammenhang gerade einfällt
    weiss eigentlich irgendjemand von den Foristen, warum vor ein paar Jahren das Oasenbräu in Graben Knall auf Fall geschlossen hat?
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  •   megasphaera
    (23 Beiträge)

    08.02.2013 11:18
    Ganz simpel:
    insolvent.
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  • 0
    unbekannt
    (1211 Beiträge)

    08.02.2013 12:09
    unglaublich..
    Wissen Sie das sicher? Wie schlecht müssen die dann gewirtschaftet haben? Da war doch immer so viel los. Obwohl: viel Personal und signifikante Erstinvestition wahrscheinlich auf Kredit. Wenn da nicht einer genau auf die Liquidität und den DB schaut, dann reichen drei, vier verbasselte Monate..
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  •   megasphaera
    (23 Beiträge)

    08.02.2013 07:08
    also
    fassen wir mal zusammen:
    Zwei Verdächtige aus Mülheim, einer aus Karlsruhe. Entspricht nach einem Blick ins Handelsregister genau den letzten 3 Geschäftsführern der Brauerei Wolf (bzw was von ihr auf dem Papier übrig ist).
    Sitz ist Eggenstein (direktes Karlsruher Umland).
    Das war dann wohl der tiefe Fall bzw. das Ende der langen Geschichte einer Karlsruher Traditionsbrauerei.
    Schade.
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  • 0
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    08.02.2013 14:36
    Tradition
    hin oder her, ich fands immer nahezu untrinkbar.
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