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Karlsruhe IHK-Neujahrsempfang: Innovatives Denken mithilfe von Papierfliegern

Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) ist am Montag, 9. Januar, zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang zusammengekommen. Großes Rahmenthema war die Digitalisierung. Zu Gast war unter anderem Googles Innovations-Denker Frederik G. Pferdt aus dem fernen Silicon Valley, der "neues Denken" und Entstehung von Ideen mithilfe von Papierfliegern erklärte.

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Digitalisierung sei nicht zum ersten Mal Thema eines IHK-Neujahrempfangs, so Präsident Wolfgang Grenke in seiner Neujahrsrede. Aber diese geschehe mit gutem Grund: Es ist ein Thema, das die Wirtschaft in der Region noch viele Jahre beschäftigen wird. Der Themenkomplex 'Digitalisierung' müsse immer tiefer durchdacht und durchlebt werden, so Grenke. Nach Feldern der Robotik, Arbeit und Cybersicherheit wurde der inhaltliche Blick beim Neujahrsempfang 2017 auf große Plattformen, digitale Vernetzung und Social Media gerichtet. Die IHK ging mit gutem Beispiel voran und bot erstmals interaktive Beteiligung der Gäste an der Podiumsdiskussion per Smartphone an.

IHK als Vermittler von Digitalisierung

"Die IHK versteht sich als Transmissionsriemen, der die Digitalisierung in den Mittelstand bringt", sagte Grenke und verwies auf die Vorteile von Globalisierung und Internationalisierung. So werde jeder zweite Euro in der Technologieregion Karlsruhe im Ausland verdient, man müsse die Globalisierung als Chance für die Wirtschaft und für jeden einzelnen betrachten, so Grenke. Der Wohlstand hänge eng mit den internationalen Märkten und Verbindungen ab - mit der Angst vor Terrorismus und einem neuen Präsidenten in den USA seien deren Entwicklung in den kommenden Jahren zum Teil noch ungewiss.

Dennoch ist Grenke überzeugt: Die wirtschaftliche Zukunft liegt in der Zusammenarbeit auf großen Plattformen - "Sharing Economy" in Bezug auf alle Arbeitsressourcen sei ein Mega-Trend. Arbeitsprozesse werden vereinfacht, verbessert, beschleunigt werden - bedeutet dies eine Ersetzung von menschlicher Arbeitsleistung durch Roboter? "Nein", sagte Grenke, "alte Berufsbilder werden entfallen. Aber, da bin ich mir sicher, es werden auch neue entstehen."

Einen erneuten Appell gab es an die Verantwortlichen aus der Politik beim Thema zweite Rheinbrücke mit Anbindung an die B36, mehr Breitbandausbau sowie an den Baden-Airpark, die Verbindung zwischen Karlsruhe und Berlin aufrechtzuerhalten. Positiv begrüßte der IHK-Präsident die Entscheidung, mit einem Neubau den Fußball-Standort Wildpark zu sichern. "Mehr Gäste bedeuten mehr Umsatz für die lokale Wirtschaft", sagt Grenke. Der Neubau setze weiterhin Impulse in der Bauwirtschaft. "Jetzt fehlt nur noch der Aufstieg, sodass der KSC wie auch die Wirtschaft in Karlsruhe in der 1. Liga spielt."

Neues Denken mit Google

Danach ging es mit Googles Innovations-Denker Frederik G. Pferdt auf eine Gedankenreise rund um die Frage "Was wäre, wenn...", der Entstehung von neuen Ideen, neuer Führungskultur und optimistischer Arbeitsatmosphäre. Bereitwillig interagierte das geladene Publikum mit dem Gast aus dem fernen Silicon Valley. Auf Papierbögen wurden kühne Vorstellungen als "Was wäre, wenn.."-Fragen formuliert und an den Sitznachbarn gereicht, welcher wiederum einleitend mit den Worten "Ja, und.." eine Antwort auf das Papierblatt schreiben durfte.

Zum Ende des Vortrags wurden die Bögen als Papierflieger gefaltet durch die Stadthalle geschickt - an einen neuen Adressat mit neuen Ideen und Antworten. Analoge Vernetzung stellvertretend für die Vorteile digitaler Vernetzung durch Transparenz und Offenheit. Beides essentielle Bestandteile für die Etablierung einer neuen Innovationskultur in Unternehmen.

"Ja, und..." statt "Ja, aber..:"

Der Appell von Pferdt: Vertrauen und eine Wohlfühlatmosphäre für Mitarbeiter schaffen, in der die abwegigsten Ideen geäußert werden können. "Ideen entstehen aus der gesunden Missachtung des Unmöglichen", so Pferdt - und aus schnellem Scheitern. "Viele Gewohnheiten basieren auf Erfolgen aus der Vergangenheit", sagt Pferdt. Damit neigten Unternehmen zu etablierten Strukturen. Diese zusammen mit einer "Ja, aber..."-Einstellung ersticken laut Pferdt Innovationen und neue Ideen im Keim. "Ersetzen Sie stattdessen das Wort 'aber' mit dem Wort 'und'", so der Rat des Google-Mitarbeiters.


So könne die optimistische Kultur in Unternehmen gepflegt und gelernt werden - dennoch sei natürlich eines wichtig: Der Fokus bei Ideen auf den Nutzer und seine Anforderungen. Pferdt wollte mit seinem Vortrag neues Denken anregen und das Selbstvertrauen in eigene Ideen der Personen steigern. "Die Suche nach Ausreden bringt einen nicht voran. Sie haben alles, was sie benötigen und nichts, was Ihnen im Wege steht."

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Kommentare (13)
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  •   Toleranz
    (140 Beiträge)

    11.01.2017 13:38
    Ba-Wü ist Neandertaler in DIGITALISIERUNG
    Die BRD und die Ba-Wü Unternehmen, zu 85% sind inklusive der hochgelobten Mittelstandes sowas von unvorbereitet, was das Thema Digitalisierung angeht, dass in spätestens 8 Jahren, gewaltige Insolvenz-Wellen über das Land brechen. Ein FReund sagte es gestern treffend in einer Diskussion zu diesem Thema: Das Problem an Deutschland und dem Mittelstand ist; "Sie gehen alle von Business Modellen aus, die seit 50-60-100 Jahren erfolgreich funktioniert haben. Es kommt ihnen nicht ansatzweise in den Sinn, dass eine Zeit anbricht, die alle Arm machen wird. Kirchenmausarm." - Arroganz, geiz, unverständnis, Kultivierung von Ideologien des deutschen Unternehmerstums, und ausruhen auf Erfolgen der letzten Jahrhunderte, wird eine von außen geschaffte Realität zutragen, die das alles auflöst. - Spätestens dann, werden sie uns Mittvierzigern und heute Zwanzigern, Tonneweise Geld nachwerfen um sich nicht an einem Black Friday den 13. aus dem Fenster zu stürzen.
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  •   Toleranz
    (140 Beiträge)

    11.01.2017 13:41
    PS: ... durch Digitalisierung habe ich min. 20.000 Arbeitsplätze vernichtet
    ..... als armer Hansel der nur leben will, ist das eine traurige Wahrheit: min. 20.000 ehemalige Arbeitsplätze gehen auf mein Konto, und ich bereue. Heute will ich das nicht mehr, weil es Menschenleben vernichtet!
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  •   IchKA
    (245 Beiträge)

    11.01.2017 10:38
    Gratuliere ka-news
    Sie haben bereits jetzt die Überschrift des Jahres 2017 kreiert. "Innovatives Denken mithilfe von Papierfliegern". Die Fotos sind ein Traum. Ein ganzer Saal wird vergoogelt und wirft Papierfliegerchen. In dieser Reinform bekommt man ungewollte Satire ganz selten. DANKE - YOU MADE MY DAY !!! ich werde treuer Leser bleiben und hoffe auf weitere Ergüsse dieser Art.
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  •   zahlenbeutler
    (738 Beiträge)

    10.01.2017 17:26
    Automatisierung
    in einem Bericht vom WDR wurde eine Fabrikationshalle eines Autozulieferers im Ruhrgebiet gezeigt,
    1986 ca. 1000 Beschäftigte, 2016 = 7 Beschäftigte, 1986 über 200 div. Produkte, 2016 = 5 Produkte,
    gleiche Halle, natürlich umgestaltet, Outscoursing in Polen, Malaysia, Indien.
    Fazit: weniger Beschäftigte = mehr Profit = Optimierung der Investmöglichkeiten im spekulativen Finanzsektor
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  •   oststaedtler
    (231 Beiträge)

    10.01.2017 12:43
    Klar, Digitalisierung wird keinen einzigen Arbeitlosen produzieren...
    Das ist doch völliger Blödsinn. Es werden immer mehr Arbeitsplätze wegfallen und nur wenige neue geschaffen. Und selbst, wenn neue geschaffen werden, bringt das noch nicht allzu viel. Beispiel: Ein Lager wird im Rahmen der Digitalisierung automatisiert. Bisher arbeiteten da 10 (geringqualifizierte) Arbeiter, jetzt fallen diese Stellen weg und es werden 3 neue Stellen für die Maschinenüberwachung geschaffen. Angenommen, es können tatsächlich 3 von den 10 Leuten weiterqualifiziert werden und die neuen Stellen besetzen. Was passiert mit dem Rest? Und Arbeitsplätze, die durch Digitalisierung geschaffen werden, erfordern oft eine höhere Qualifizierung. Ist es wirklich realistisch, jemanden, der einen niedrigen oder gar keinen Schulabschluss hat, derart weiter zu qualifizieren? Mag sein, dass die Situation bei der industriellen Revolution ähnlich war, aber sie war nicht derart jeden Berufszweig betreffend wie bei der Digitalisierung...
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  •   Roland_schnappt_zu
    (52 Beiträge)

    09.01.2017 20:24
    Denken?
    In Ermangelung an Vor-Denkern und Nach-Denkern bleibt zum Denken kein Zeit mehr.
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  •   ka-lex
    (1184 Beiträge)

    09.01.2017 19:45
    Ich bin überwältigt
    von der riesigen Anzahl von Kommentaren, die heute, gestern, vorgestern bei ka-news eingegangen sind.

    Gibt das der Redaktion nicht langsam mal zu Denken?
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  •   jetzt.lass.mal.wieder.gut.sein
    (146 Beiträge)

    10.01.2017 15:05
    Doch, die denken schon.
    Aber anscheinend sind sie scharf drauf, ka-news endgültig ins Jenseits zu kicken. Es werden sogar schon Mails an Kommentatoren verschickt, weil sie mit falschen Stammdaten angemeldet sind. Jetzt mal ehrlich, wer ist denn wirklich so blöd und meldet sich in (grün-linken) Foren mit echten Daten an?
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  •   yokohama
    (2992 Beiträge)

    10.01.2017 10:54
    ??
    Ironie? Die Anzahl der Kommentare ist unterdurchschnittlich.

    Soll sich die Redaktion jetzt krampfhaft ein Flüchtlings- / Moscheebau- / Islamthema aus den Finger saugen, damit die immer gleichen "üblichen Verdächtigen" die Kommentarzahlen nach oben treiben?
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  •   jetzt.lass.mal.wieder.gut.sein
    (146 Beiträge)

    10.01.2017 14:56
    Was Sie sicherlich auch belegen können:
    [url=yokohama]Die von mir genannten Themen wurden in der Vergangenheit regelmäßig hundertfach kommentiert (wenngleich von immer denselben Accounts).[/url]

    Ansonsten gilt, auch für yokohama:
    Netiquette und Kommentarregeln | ka-news
    http://www.ka-news.de/intern/Netiquette-und-Kommentarregeln;art1653,107782
    Generell gelten folgende Kommentarregeln:
    Verleumdungen oder geschäfts- oder rufschädigende Inhalte sind nicht gestattet. Das selbe gilt für nicht bewiesene Unterstellungen oder Verdächtigungen.


    @Redaktion, schreitet zur Tat, denn:
    http://www.ka-news.de/intern/Wie-wir-Kommentare-moderieren;art1653,951163
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