13  

Karlsruhe IHK-Neujahrsempfang: Innovatives Denken mithilfe von Papierfliegern

Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) ist am Montag, 9. Januar, zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang zusammengekommen. Großes Rahmenthema war die Digitalisierung. Zu Gast war unter anderem Googles Innovations-Denker Frederik G. Pferdt aus dem fernen Silicon Valley, der "neues Denken" und Entstehung von Ideen mithilfe von Papierfliegern erklärte.

Digitalisierung sei nicht zum ersten Mal Thema eines IHK-Neujahrempfangs, so Präsident Wolfgang Grenke in seiner Neujahrsrede. Aber diese geschehe mit gutem Grund: Es ist ein Thema, das die Wirtschaft in der Region noch viele Jahre beschäftigen wird. Der Themenkomplex 'Digitalisierung' müsse immer tiefer durchdacht und durchlebt werden, so Grenke. Nach Feldern der Robotik, Arbeit und Cybersicherheit wurde der inhaltliche Blick beim Neujahrsempfang 2017 auf große Plattformen, digitale Vernetzung und Social Media gerichtet. Die IHK ging mit gutem Beispiel voran und bot erstmals interaktive Beteiligung der Gäste an der Podiumsdiskussion per Smartphone an.

IHK als Vermittler von Digitalisierung

"Die IHK versteht sich als Transmissionsriemen, der die Digitalisierung in den Mittelstand bringt", sagte Grenke und verwies auf die Vorteile von Globalisierung und Internationalisierung. So werde jeder zweite Euro in der Technologieregion Karlsruhe im Ausland verdient, man müsse die Globalisierung als Chance für die Wirtschaft und für jeden einzelnen betrachten, so Grenke. Der Wohlstand hänge eng mit den internationalen Märkten und Verbindungen ab - mit der Angst vor Terrorismus und einem neuen Präsidenten in den USA seien deren Entwicklung in den kommenden Jahren zum Teil noch ungewiss.

Dennoch ist Grenke überzeugt: Die wirtschaftliche Zukunft liegt in der Zusammenarbeit auf großen Plattformen - "Sharing Economy" in Bezug auf alle Arbeitsressourcen sei ein Mega-Trend. Arbeitsprozesse werden vereinfacht, verbessert, beschleunigt werden - bedeutet dies eine Ersetzung von menschlicher Arbeitsleistung durch Roboter? "Nein", sagte Grenke, "alte Berufsbilder werden entfallen. Aber, da bin ich mir sicher, es werden auch neue entstehen."

Einen erneuten Appell gab es an die Verantwortlichen aus der Politik beim Thema zweite Rheinbrücke mit Anbindung an die B36, mehr Breitbandausbau sowie an den Baden-Airpark, die Verbindung zwischen Karlsruhe und Berlin aufrechtzuerhalten. Positiv begrüßte der IHK-Präsident die Entscheidung, mit einem Neubau den Fußball-Standort Wildpark zu sichern. "Mehr Gäste bedeuten mehr Umsatz für die lokale Wirtschaft", sagt Grenke. Der Neubau setze weiterhin Impulse in der Bauwirtschaft. "Jetzt fehlt nur noch der Aufstieg, sodass der KSC wie auch die Wirtschaft in Karlsruhe in der 1. Liga spielt."

Neues Denken mit Google

Danach ging es mit Googles Innovations-Denker Frederik G. Pferdt auf eine Gedankenreise rund um die Frage "Was wäre, wenn...", der Entstehung von neuen Ideen, neuer Führungskultur und optimistischer Arbeitsatmosphäre. Bereitwillig interagierte das geladene Publikum mit dem Gast aus dem fernen Silicon Valley. Auf Papierbögen wurden kühne Vorstellungen als "Was wäre, wenn.."-Fragen formuliert und an den Sitznachbarn gereicht, welcher wiederum einleitend mit den Worten "Ja, und.." eine Antwort auf das Papierblatt schreiben durfte.

Zum Ende des Vortrags wurden die Bögen als Papierflieger gefaltet durch die Stadthalle geschickt - an einen neuen Adressat mit neuen Ideen und Antworten. Analoge Vernetzung stellvertretend für die Vorteile digitaler Vernetzung durch Transparenz und Offenheit. Beides essentielle Bestandteile für die Etablierung einer neuen Innovationskultur in Unternehmen.

"Ja, und..." statt "Ja, aber..:"

Der Appell von Pferdt: Vertrauen und eine Wohlfühlatmosphäre für Mitarbeiter schaffen, in der die abwegigsten Ideen geäußert werden können. "Ideen entstehen aus der gesunden Missachtung des Unmöglichen", so Pferdt - und aus schnellem Scheitern. "Viele Gewohnheiten basieren auf Erfolgen aus der Vergangenheit", sagt Pferdt. Damit neigten Unternehmen zu etablierten Strukturen. Diese zusammen mit einer "Ja, aber..."-Einstellung ersticken laut Pferdt Innovationen und neue Ideen im Keim. "Ersetzen Sie stattdessen das Wort 'aber' mit dem Wort 'und'", so der Rat des Google-Mitarbeiters.


So könne die optimistische Kultur in Unternehmen gepflegt und gelernt werden - dennoch sei natürlich eines wichtig: Der Fokus bei Ideen auf den Nutzer und seine Anforderungen. Pferdt wollte mit seinem Vortrag neues Denken anregen und das Selbstvertrauen in eigene Ideen der Personen steigern. "Die Suche nach Ausreden bringt einen nicht voran. Sie haben alles, was sie benötigen und nichts, was Ihnen im Wege steht."

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (13)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!