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Karlsruhe Hoepfner ändert Produktion: Kommt das Bier bald aus dem Odenwald?

Hoepfner will einen Teil seiner Bierproduktion aus Karlsruhe nach Hessen verlagern. Genauer: Ins rund 100 Kilometer entfernte Mossautal im Odenwald. Warum? ka-news hat mit Hoepfner-Geschäftsführer Willy Schmidt über die Pläne gesprochen.

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Die Bierburg der Privatbrauerei Hoepfner prägt seit 1898 die Karlsruher Oststadt. Seither wird dort auch Bier gebraut. Und die Karlsruher hängen an "ihrem" Bier: In einer Online-Petition wird zum Erhalt des Hoepfner-Biers aufgerufen. "Bier braucht Heimat, und eine Stadt ihre Biere!" Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Beim Biergenuss solle auf regionale Produkte gesetzt werden, so die Forderung.

Hintergrund der Online-Petition ist das Bekanntwerden von Überlegungen, dass die Privatbrauerei Hoepfner Teile ihrer Produktion aus der Fächerstadt verlagern möchte. Konkret geht es dabei um die Flaschenabfüllung, die künftig die Privatbrauerei Schmucker in Mossautal in Hessen übernehmen soll. Schmucker ist wie Hoepfner Teil und hundertprozentige Tochter der Paulaner Brauerei Gruppe.

Flaschenabfüllung ab 2019 im Odenwald?

Es sind Pläne, die Willy Schmidt, Geschäftsführer der Brauerei Hoepfner und der Brauerei Schmucker, im Gespräch mit ka-news bestätigt. "Wenn alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, dann könnte dieser Teil der Produktion ab 31. Dezember 2018 verlagert sein."

Ab dann sollen in Karlsruhe kein Bier mehr in Flaschen gefüllt werden. Die Fassabfüllung ist von dieser Maßnahme aber nicht betroffen. Grundsätzlich sei auch denkbar, einzelne Produkte aus dem Sortiment bei Schmucker produzieren zu lassen. Bereits heute kommen die alkoholfreien Biere beispielsweise nicht aus der Karlsruher Oststadt, da es dort keine Anlage zur Entalkoholisierung gibt. Die wichtigsten Sorten, wie unter anderem Pils, sollen aber auf jeden Fall weiter in der Bierburg gebraut werden.

Auch die Logistik des Unternehmens soll aus der Bierburg ausziehen - Hoepfner plant ein neues Verteilerzentrum. Dieses soll allerdings im Großraum Karlsruhe verbleiben. Welche Auswirkungen die Hoepfner-Pläne auf die Bierburg-Mitarbeiter haben werden, sei zum aktuellen Zeitpunkt laut Schmidt nicht absehbar.

Einsparungen bei der Miete

Grund für diese Maßnahme seien Einsparungspläne. Die derzeitige Anlage müsse bis 2023 komplett erneuert werden. Bei einer Verlagerung fällt diese Maßnahme allerdings weg. Zudem kann die Brauerei dann einen Teil der Fläche an den Vermieter, die Hoepfner Immobiliengesellschaft, zurückgeben.

Seit 2005 gehört die Privatbrauerei Hoepfner zur Paulaner Brauerei Gruppe, der früheren Brau Holding International (BHI). In der Bierburg ist die Brauerei seither nur noch Mieter. Durch eine Rückgabe von Fläche wolle man unter anderem Miete einsparen, so Schmidt weiter.

Trotz den Überlegungen der Verlagerungen will Schmidt aber auf jeden Fall am Brau-Standort Karlsruhe festhalten. So wolle man bei den Verhandlungen für einen neuen Mietvertrag eine langfristige Vereinbarung treffen, so Schmidt im Interview weiter. "Karlsruhe ist die Heimat von Hoepfner Bier und bleibt es auch."

Die Online-Petition gibt es unter folgendem Link: https://weact.campact.de/petitions/karlsruher-bier-braucht-heimat

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Kommentare (25)
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  •   DonHasi
    (755 Beiträge)

    18.05.2017 17:43
    Darum prüfe wer sich ewig bindet...
    Ob er nicht noch nen billigeren findet. Produktionstättenverlagerung, Firmensitzverlegungen und Umzüge sind immer noch das beliebtetste Mittel um ältere und teure Mitarbeiter zum Aufgeben zu bewegen. Ist ja nicht so, daß dies in Karlsruhe zum ersten Mal probiert würde. Ich behaupte jetzt mal ganz kühn:
    Pro unnötig transportier Liter Bier 5 Cent Strafzoll, Die rund 20 Cent Steuervergünstigung pro Liter Diesel weg und dann dazu eine niedliche unscheinbare Autobahnvignette pro 100 Kubik 50 Euro und man wird sich ganz schnell was anderes überlegen.
    Oder soll das Bier von Karlsruhe aus nur noch mit "Gigalinern" befördert werden.
    Gut dann kriegt halt die Burg hin und wieder ein paar Dellen ab.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    18.05.2017 17:26
    Weiterhin in Karlsruhe gebraut
    Im Text steht, dass das Standardprodukt "Pils" weiter in Karlsruhe gebraut wird, lediglich im Odenwald abgefüllt werden soll.

    Ökonomisch mutmaßlich sinnvoll, ökologisch eine Katastrophe, weil das Bier 100km im Tankwagen und dann wieder 100km in Flaschen/Kisten transportiert werden muss.

    Nachhaltiger ist ohnehin Bier vom Fass....
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  •   kommentar4711
    (1301 Beiträge)

    18.05.2017 13:39
    Privatbrauerei?
    Warum darf sich Hoepfner eigentlich noch Privatbrauerei nennen wo man doch schon lange einem Konzern angehört? Ist das nicht Etikettenschwindel?
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  •   andip
    (7845 Beiträge)

    18.05.2017 15:34
    Zur Information
    "Privatbrauerei Hoepfner" ist der (Firmen-)Name der Brauerei.
    Der Firmenname hat aber nichts damit zu tun, welche Eigentumsverhältnisse da herrschen.
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  •   kommentar4711
    (1301 Beiträge)

    18.05.2017 16:22
    Mag sein
    In meinen Augen ist das aber unlauterer Wettbewerb.
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  •   todi01
    (997 Beiträge)

    18.05.2017 13:27
    Der hohe
    Gewerbesteuerhebesatz in Karlsruhe hat mit dieser Entscheidung nichts zu tun. Die Hebesatzerhöhung war ein voller Erfolg ohne Auswirkungen auf das Steueraufkommen. Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen!
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  •   peddersenn
    (423 Beiträge)

    18.05.2017 12:05
    naja...
    ...irgendwie trinke ich ja Hoepfner nicht, weil es aus der Stadt kommt. Sondern weil mir das Pils schmeckt.
    Aber eine Distanz von 100 km zwischen Brauerei und Abfüllung halte ich aber für extrem und unnötig umweltschädlich.

    Ich finde das aber hauptsächlich ein furchtbares ehrloses Loser- Verhalten. Wenn man sich ein Schild "Brauerei" ans Tor nagelt, dann wird da gebraut, abgefüllt und die Ware verlässt fertig das Gelände. Dazu sollte man stehen - und nicht den BWL-Idioten gehorschen, die einem einflüstern, durch die Ersparnis über Miete bei der "Hoepfner-Immo" (!) gibt das alles nen Sinn. Gibts wahrscheinlich eh nicht - da wird wieder nur Geld aus verschiedenen in verschiedene Geldbeutel verschoben.

    Aber wahrscheinlich muß man froh sein, daß nicht die Gerste nach Marokko verschifft wird zum Mälzen.

    Was soll ich von nem Metzger halten, der seine Wurst vor Ort mischt, in Frankfurt brüht und im Schwarzwald räuchert?
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  •   kommentar4711
    (1301 Beiträge)

    18.05.2017 13:48
    Hoepfner Immo ist nicht Hoepfner Brauerei
    Die Hoepfner Immo ist aber in der Tat nicht Teil der Brauerei sondern gehört m. W. auch nach dem Verkauf der Brauerei der Familie Hoepfner. Und persönlich glaube ich sogar, dass Dr. Friedrich Georg Hoepfner mehr Spaß an den ganzen Aktivitäten mit Online-Firmen die inzwischen Mieter in der Hopfner-Burg sind, dem Cyberforum und ähnlichem hat. Die Brauerei hat er halt geerbt, das Thema Online ist seine Leidenschaft. Entsprechend glaube ich auch nicht, dass die Brauerei bei der Miete Sonderkonditionen bekommt.
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  •   Ozeiger
    (252 Beiträge)

    18.05.2017 13:45
    Nordseekrabbenpulen
    in Marokko hast du vergessen. Es ist alles ein totaler Irrsinn geworden.
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  •   HerrSchwarz
    (20 Beiträge)

    18.05.2017 11:02
    'Heimatverbundenheit'
    heißt doch nicht per se, dass man Hoepfner Bier trinken muss, weil es aus Karlsruhe kommt. Beim Bier geht es mir in erster Linie darum, dass es genießbar ist. Da gibt es meiner Meinung nach sowieso bessere Hersteller als Hoepfner. Dazu gehört z.B. die Privatbrauerei Eichbaum. Das Ureich hat irgendwie einen stärker ausgeprägten Hopfengeschmack als das Pils von Hoepfner und ist im Nachgang dennoch unaufdringlich. Ein rundes und stimmiges Geschmackserlebnis.
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