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Karlsruhe Areal hinterm Hauptbahnhof: Jetzt wird der Gebäude-Abriss vorbereitet

Das Areal "Hinterm Hauptbahnhof" - auch "Filetstück" genannt - soll aufgewertet werden. Im April fand die Stadt nach Jahren der Suche einen passenden Investor. Nun sind die vorbereitenden Maßnahmen für die Bebauung des verkauften Geländes angelaufen.

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Im April machte die Stadt Karlsruhe den Weg für eine neue Bebauung des Geländes hinter dem Hauptbahnhof frei. Käufer ist der Gesellschafter und Vorstandsvorsitzende der United Internet AG, Ralph Dommermuth. Zu seinem Unternehmen gehören insgesamt zwölf Marken und mehrere Tochtergesellschaften - darunter auch der Internet-Dienstleister 1&1, der bereits 2006 als Interessent für das Gebiet hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof gehandelt wurde. Bis 2020 will Dommermuth auf rund 22.000 Quadratmetern Fläche bauen. Rund drei Monate später wurde der Kaufvertrag unterschrieben.

Gebäude sollen Bürokomplex weichen

Wie die Stadt nun in einer Pressemitteilung ankündigt, laufen derzeit die vorbereitenden Maßnahmen für die Bebauung des verkauften Geländes. Im Auftrag des Investors würden einige Gebäude rund um das alte Heizkraftwerk entfernt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte November andauern.

Der Abbruch erfolgt nach Aussage der Stadt mit Genehmigung und in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden sowie unter Berücksichtigung natur- und artenschutzrechtlicher Belange. Das Heizkraftwerk bleibt erhalten und wird für eine gastronomische Nutzung saniert.

Von den vorbereitenden Arbeiten nicht betroffen sind die Schwarzwaldstraße 81 und 81a. Dieser Grundstücksteil wurde nicht an den Investor veräußert, heißt es vonseiten der Stadt. Absicht des Investors sei, Anfang 2018 mit den Bauarbeiten für die Bürogebäude zu beiden Seiten des südlichen Bahnhofsvorplatzes zu beginnen. Hierfür habe er einen Bauantrag gestellt.

KAL will Haus neben Heizwerk erhalten 

Stadtrat Lüppo Cramer von der Karlsruher Liste (KAL) findet es richtig, dass der hinterm Hauptbahnhof tätige Investor die ehemalige Kohleschütte oberhalb des Kohlebunkers sowie auch das Heizkraftwerk selbst und das südlich vorgelagerte Bedienstetenhaus erhalten will. Dieses Ensemble von Gebäuden sei als Kulturdenkmal eingestuft.

"Der Eigentümer muss diese Kulturdenkmale, die wesentlich zur historischen Konzeption des Karlsruher Hauptbahnhof gehören, denkmalverträglich sanieren und umbauen", so Cramer.  Es müsse jetzt außerdem alles Engagement darauf gerichtet sein, das Doppelwohnhaus neben dem Heizwerk zu erhalten. Haus und Grundstück gehören weiterhin der Stadt. Es ist aus Sicht der KAL nun akut gefährdet, weil ihm bislang der Status als Kulturdenkmal fehlt.

"Das Gebäude wurde in der gleichen Bauzeit und in der gleichen Qualität wie die Kulturdenkmale daneben errichtet", sagt der KAL-Stadtrat nach einer Begehung des Areals mit Denkmalschutz-Experten. Es müsse dringend unter Schutz gestellt werden, da es im Gesamtzusammenhang des Areals steht. Hier sei auch der Oberbürgermeister gefragt.

ka-news Hintergrund:

Seit 1993 befanden sich die Ateliers auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof. Der Umzug der Kreativschaffenden auf das alte Bahnhofsgelände vor 22 Jahren war ursprünglich eine Übergangslösung. Sie hatten ihre Ateliers auf dem Gelände des heutigen ZKM, welche sie für die Entstehung des Zentrum für Kunst- und Medientechnologie aufgeben mussten. Nun sollen sie wieder umziehen - das steht bereits seit September 2002 fest. Damals kündigte ihnen die Stadt Karlsruhe das Mietverhältnis.

Lange Zeit gab es eine"schwebende Räumungsvereinbarung". Für die Künstler bedeutete das: Sie konnten nur so lange auf dem Areal bleiben, bis der Gemeinderat die Räumung beschließt. Dieser Fall trat am 24. Mai 2015 ein. Grund waren Neubau-Pläne rund um das Bahnhofareal.

Die ganze Historie des "Filetstücks" können Sie bei ka-news nachlesen. 

Mehr zum Thema:

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Areal am Hauptbahnhof: Künstler-Ateliers sind draußen, Umbau beginnt 

"Filetstück" hinterm Hauptbahnhof: Stadt macht Weg für Bürogebäude frei 

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  •   heaven
    (774 Beiträge)

    18.10.2017 13:08 Uhr
    ...vorbereitet?
    Die sind ja schon feste dabei plattzumachen! zwinkern
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  •   MichaelObert
    (157 Beiträge)

    18.10.2017 15:59 Uhr
    Es ist ja mittlerweile wohl jedem hier bekannt,
    dass Sie ganz offensichtlich ein persönliches Problem mit mir haben, aber auch diese Behauptung stimmt - wie so oft - nicht. Einmal abgesehen davon, dass das Baudezernat und der Dezernent für den jetzigen Standort waren, ist sehr wohl öffentlich bekannt gemacht worden (auch in einem öffentlichen Workshop im Bürgersaal), dass die Problematik des jetzigen Standortes darin gesehen wurde, dass ein eventueller Investor (wer auch immer) dann den Busbahnhof überbauen müsste, was durchaus zu vielfältigen Problemen führen kann. Im Übrigen haben auch die beteiligten Bürgervereine - vor allem Südweststadt - und die AKB sich für die Verlagerung ausgesprochen, was dann den Gemeinderat mehrheitlich (übrigens gegen die Stimmen der FDP!) dazu bewogen hat, sich für die Verlagerung auszusprechen.
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  •   dipfele
    (4167 Beiträge)

    18.10.2017 14:49 Uhr
    Jatzt wundert mich....
    .... die Veranstaltung zum Verlegen des Busbahnhofes auch nicht mehr. Damals ging es "nur" um die blose Neugestaltung an einem neuen Ort, weil der jetzige unzureichend sei. Wenn sich die Verwaltung plötzlich um das Wohl der Fahrgäste kümmert, dann ist Vorsicht geboten. Kein OB Mentrup oder BauBm Obert hatte laut gegeben, dass das Gelände frei geräumt werden muss für einen Investor.
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (635 Beiträge)

    18.10.2017 08:43 Uhr
    Wird das Haus
    in dem die Zecken hausten jetzt abgerissen oder nicht?
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  •   bier2
    (619 Beiträge)

    18.10.2017 09:42 Uhr
    das haus der Ex-Steffi interm HBF
    ist schon längst abgerissen.. 2006 war das meine ich
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  •   Schwarzer_Kater
    (57 Beiträge)

    18.10.2017 09:25 Uhr
    Oh je, so einer sind Sie
    Zecke, häufig auch im Plural Zecken, ist ein im rechtsextremen Umfeld entstandener und gebräuchlicher Begriff, mit dem Andersdenkende abgewertet und beleidigt werden. Die Charakterisierung als Zecke, ein Parasit, knüpft an die in der Sprache des Nationalsozialismus gebräuchlichen Tiermetaphern, insbesondere für die sogenannten Volksschädlinge, an.
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  •   haku
    (3793 Beiträge)

    18.10.2017 11:23 Uhr
    Ach komm...
    Es ist doch viel schöner, Teile der Gesellschaft die man nicht versteht oder mit deren Lebensweise man nicht einverstanden ist, erst mal zu entmenschlichen um sie später einfacher vernichten zu können, als dass man sich wirklich damit auseinandersetzten muss, dass nicht alles in der Welt rosarot ist und man Probleme nicht einfach durch Vernichtung lösen kann.
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  •   Nachteule
    (388 Beiträge)

    18.10.2017 08:35 Uhr
    Toller Neubau !!!
    Gefällt mir. Heute steht da nur Schrott. Dass das "Denkmäler" sein sollen, muss man extra dranschreiben, sonst merkt es keiner.
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  •   haku
    (3793 Beiträge)

    18.10.2017 08:52 Uhr
    Das Heizkraftwerk ist beileibe kein Schrott...
    ...sondern ein sehr schönes Ensemble und ich bin sehr froh darüber, dass es erhalten bleibt.
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  •   Nachteule
    (388 Beiträge)

    18.10.2017 11:46 Uhr
    In dem Artikel gehts doch gar nicht um das HKW
    sondern um das Gemäuer, das drumherumsteht.
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