Karlsruhe Wolfgang Grenke: Kluger Stratege und erfolggekrönter Unternehmer

Vom Taxifahrer zum Millionär: Wolfgang Grenke ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Region. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Grenkeleasing AG hat vor 37 Jahren in Baden-Baden klein angefangen. Seitdem geht es rasant bergauf. Heute ist Grenke Chief Executive Officer, IHK-Präsident und ein begeisterter Förderer von Kultur und Sport. Wolfgang Grenke ist ein Karlsruher Macher!

"If you can't measure it, you can't manage it." Das ist der Leitsatz von Wolfgang Grenke. Der 64-jährige Unternehmer aus Baden-Baden hat in seinem Leben schon etliches erreicht. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Grenkeleasing AG, Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) und ein großer Förderer von Kultur und Sport.

"Das Startgeld für meine eigene Firma habe ich mit Taxifahren verdient."

Die Erfolgsgeschichte von Wolfgang Grenke begann in den 70er Jahren - in einem Taxi. Grenke studierte zu diesem Zeitpunkt Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe. "Das Startgeld für meine eigene Firma habe ich mit Taxifahren verdient", erzählt Grenke. Der gebürtige Baden-Badener erkannte, dass es im Bereich Leasing für Bürokommunikation einen noch unerschlossenen Markt gibt. 1978 gründete er die Grenkeleasing KG, eine Leasingfirma für Bürogeräte. Investitionsvolumen: 50.000 DM. Grenke war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt. 2014 - nur 36 Jahre später - erzielt sein Unternehmen weltweit einen Gewinn von 65 Millionen Euro.

Karlsruher Macher: Wolfgang Grenke

"Kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit bieten, moderne, in der Regel kostenintensive IT-Ausstattungen statt kapitalbindend zu kaufen, einfach zu leasen." Das war die geniale Idee von Wolfgang Grenke. Angefangen hat alles mit Kopier- und teurer Telekommunikationstechnik. Heute stellt Grenkeleasing die komplette IT-Ausstattung für Firmen bereit.

"Wir konzentrieren uns sehr stark auf kleine und mittelständische Unternehmen"

"Ein drei Jahre alter PC ist heute für viele Anwendungen nicht mehr geeignet. Unternehmen müssen daher ständig ihre IT nachrüsten oder austauschen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Doch Neuanschaffungen kosten viel Geld", beschreibt Grenke das Problem. Sein Unternehmen bietet die Lösung: durch das Leasing-Modell können Unternehmen immer die neuesten Geräte einsetzen und ihre IT-Ausstattung flexibel ihrem Bedarf anpassen. Durch optimale Technik und Kostendegression - durch die Anschaffung von großen Stückzahlen können die anfallenden Fixkosten auf viele einzelne Verträge aufgeteilt werden -  ist das für die Unternehmen kostengünstiger als der Kauf. Davon profitieren vor allem kleinere Firmen.

"Wir konzentrieren uns sehr stark auf kleine und mittelständische Unternehmen", so Grenke. Im ersten Jahr betreute er mit zwei Mitarbeitern 21 Fachhändler und 198 Leasing-Verträge. 2000 erfolgte dann der Gang an die Börse. Heute hat die Grenkeleasing AG rund 460.000 laufende Leasing-Verträge in 29 Ländern. Und die Entwicklung geht weiter. Grenke setzt stark auf Digitalisierung. "Kürzlich haben wir den ersten rein elektronischen Leasing-Vertrag abgeschlossen - ganz ohne Papier", sagt der heutige Chief Executive Officer (CEO).

Grenkes Erfolgsrezept: "Kundennutzen, Wettbewerbsvorteil und eigene Fähigkeiten."

Die Zutaten für Grenkes Erfolgsrezept: "Kundennutzen, Wettbewerbsvorteil und eigene Fähigkeiten!" Der Visionär sagt: "Ohne zusätzlichen Nutzen wird kein Kunde einen Vertrag abschließen. Ohne Wettbewerbsvorteil wird sich die Idee relativ bald nebelieren." Denn der Wettbewerb laufe dann über den Preis und nicht mehr über die zusätzliche Leistung. "Dazu benötigt man eigene Fähigkeiten, um seine Ideen erfolgreich umsetzen zu können. Und Mut gehört auch dazu. Denn gerade zu Beginn muss ein Gründer viele Entscheidungen in Unsicherheit treffen", so der erfolgreiche Unternehmer.

Karlsruher Macher: Wolfgang Grenke

Seit 2013 ist Grenke Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK). Als seine Schwerpunkte bezeichnet der IHK-Präsident "Fachkräftesicherung, Internationalisierung und die Industrie 4.0". Durch den demographischen Wandel droht auch in der Region der Fachkräftemangel. "In den nächsten Jahren werden rund 20 Prozent weniger Absolventen von den Schulen kommen", prognostiziert Grenke. Um das Defizit aufzufangen, setzt er unter anderem auf eine "freiwillige Verlängerung der Lebensarbeitszeit".

"Schnelles Internet ist heute ein wichtiger Standortfaktor."

"Freiwillig deswegen, da ich glaube, dass gesetzliche Bestimmungen hier nicht viel helfen werden, vielleicht sogar das Gegenteil bewirken." Wenn sich beide Seiten einig seien, dann funktioniere das auch. "Es gibt natürlich Berufe, bei denen es aufgrund der körperlichen Belastung illusorisch ist, dass man die Lebensarbeitszeit verlängert." Aber es gebe eben auch Berufe, bei denen eine längere Arbeitszeit kein Problem sei. "Meinen zum Beispiel", meint Grenke.

Auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und das Auffangen von Hochschulabbrechern, um sie "in eine vernünftige Ausbildung zu bringen", seien notwendige Maßnahmen, um den demographischen Entwicklung entgegenzuwirken. Eine große Herausforderung sei zudem die digitale Vernetzung der Industrie 4.0. Es benötige daher Breitbandanschlüsse in der Region. "Schnelles Internet ist heute ein wichtiger Standortfaktor", betont der IT-Experte.

"An der Steuerschraube drehen, führt zu negativen Auswirkungen auf die gesamte Region."

Grenke lobt den Karlsruher Wirtschaftsstandort: "Wir haben hier in der Region eine vielfältige und exzellente Forschungslandschaft." Die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft sei hervorragend, der reibungslose Technologietransfer "ein riesiger Vorteil" dieser Region. Der IHK-Präsident äußert aber auch Kritik: So müsste die Bereitschaft, Gewerbegebiete auszuweisen größer sein. Hierbei handle die Politik wohl aus einem falschen Verständnis von der Rolle der Wirtschaft.

"Mir ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass Unternehmen erst einmal einen Wert schaffen müssen, um dann Steuern, Sozialabgaben, Gehälter zahlen und in das Unternehmen reinvestieren zu können. Wenn aber diese Wertschöpfung eingeschränkt wird, weil man gar keine Möglichkeit hat, sich auszudehnen, dann leiden eben alle diese Bereiche", kritisiert Grenke. Die Möglichkeit an der Steuerschraube zu drehen sei ohnehin beschränkt und führe zu negativen Auswirkungen auf die gesamte Region. "Dass man jetzt zusammen mit anderen Kommunen einen Spitzensteuersatz bei der Gewerbesteuer von 430 in Karlsruhe hat, halte ich für etwas riskant", sagt Grenke.

"Jetzt kann ich der Gesellschaft zurückgeben, was ich von ihr bekommen habe."

1951 wurde Grenke in Baden-Baden als jüngstes von drei Kindern geboren. Heute lebt er aus beruflichen Gründen in Karlsruhe. Sein Herz schlägt nach wie vor für Baden-Baden. Grenke reist viel, jettet um die Welt. Dennoch ist er "regional verwurzelt". "Heimat bedeutet für mich Vertrautheit mit Menschen, Vertrautheit mit der Umgebung", so Grenke. Der 64-Jährige ist verheiratet, hat drei erwachsene Söhne. Zudem engagiert er sich stark für seine Heimatstadt.  "Jetzt kann ich der Gesellschaft zurückgeben, was ich von der Gesellschaft beispielsweise in Form von schulischer Ausbildung bekommen habe", sagt er über sein Engagement.

Karlsruher Macher: Wolfgang Grenke

Grenke ist Kultur-Liebhaber. 2009 eröffnete die Grenke-Stiftung in Baden-Baden das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts im Anwesen der Lichtentaler Allee 8. Das Palais wurde saniert, das Kulturhaus "LA8 "versteht sich als Zentrum kultureller Aktivitäten.  Der begeisterte Operngänger unterstützt zudem das Festspielhaus in Baden-Baden.

"In der direkten Auseinandersetzung bin ich kein schlechter Verlierer"

Auch Sport spielt im Leben von Wolfgang Grenke eine wichtige Rolle: Er joggt gerne, ist ein leidenschaftlicher Schachspieler. Ein "ordentlicher Amateur", wie er selbst sagt. "Schach ist ein logischer Sport. Es ist ein Wettbewerb und verlangt eine ganze Menge an Fähigkeiten zum Beispiel der Beurteilung, der logischen Abfolge, Belastbarkeit, Ausdauer und ungemein viel Kampfgeist", so der kluge Stratege. Das Schachspiel habe dabei viele Ähnlichkeiten zum Unternehmertum: "Planerisch vorgehen, logisch-deduktive Faktoren berücksichtigen und manchmal auch nach Gefühl entscheiden, weil einfach die Situation zu komplex ist, um sie spontan gänzlich zu verstehen."

Grenke hat das Schachspiel als kleiner Bub vom Vater des Nachbarjungen gelernt. Später hat er erfolgreich an Turnieren teilgenommen. Auch heute sitzt er noch gerne am Schachbrett. "Eine gute Partie dauert vier bis fünf Stunden. Das beansprucht mich sehr, ich verliere bei jeder Partie jede Menge Kalorien", so Grenke über seine Leidenschaft. Ist er ein guter Verlierer? "In der direkten Auseinandersetzung bin ich kein schlechter Verlierer, aber ich ärgere mich schon über eine Niederlage - dann aber lieber im stillen Kämmerchen", lacht der Unternehmer. Er unterstützt das Schachzentrum Baden-Baden, möchte schon Kinder im Kindergarten für das Strategiespiel begeistern. Der Club hat rund 100 jugendliche Mitglieder - recht viele für eine Kleinstadt. Aber auch die Top-Ten der internationalen Schachriege - darunter auch der amtieren Weltmeister Magnus Carlsen - messen sich immer wieder im Schachzentrum.

Vom Taxifahrer zum Millionär: Wolfgang Grenke ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Region. Dass das erfolgreiche Gründer-Gen in der Familie Grenke liegt, beweist gerade sein Sohn Roland. Der 27-Jährige sorgt derzeit mit seiner App Dubsmash weltweit für viel Aufmerksamkeit.

Weitere Infos unter www.grenkeleasing.de

Fotos: Carola Böhler

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