Schlecker schließt Filialen in Region - Druck durch Konkurrent dm
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Karlsruhe (dpa/fn) - Die Drogeriekette Schlecker schließt auch im neuen Jahr Hunderte Filialen. Das Unternehmen trenne sich von Läden, die rote Zahlen schreiben und die "auch nach wohlwollender Betrachtung" keine langfristige Perspektive haben, sagte Sprecher Patrick Hacker. Betroffen sind auch Schlecker-Filialen in Karlsruhe und Pforzheim.
Nach einem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstag) sollen bis zum nächsten Monat bundesweit 600 weitere Filialen schließen, davon allein 64 im Stammland Baden-Württemberg. Nach dpa-Informationen könnte die tatsächliche Zahl leicht darunter liegen. Der SWR berichtet von insgesamt 60 betroffenen Filialen in Baden-Württemberg, zehn davon zwischen Karlsruhe und Pforzheim. Betroffen wären demnach rund 30 Mitarbeiter. Derzeit gebe es allerdings noch keine Einigung über einen sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau, so der SWR. Daher seien auch noch keine Kündigungen ausgesprochen worden.
Konkurrenz vor allem aus Karlsruhe von dm
Schlecker musste im harten Wettbewerb auf dem Drogeriemarkt Federn lassen und kämpft seit längerem gegen Verluste an. Am Ende des Umbaus beim ehemaligen Branchenprimus wird die Anzahl der sekit 2011 geschlossenen Filialen bei weit über 1000 liegen. Schlecker selbst bestätigt derzeit keine Zahl. Der Drogerieriese aus Ehingen bei Ulm hatte zuletzt noch rund 7000 Läden in Deutschland und etwa 3000 weitere in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal. Auch dazu macht das Unternehmen keine Angaben. «Wir halten daran fest, dass Ende des ersten Quartals dieser Prozess abgeschlossen sein wird», heißt es lediglich.
Vor allem die Karlsruher dm-Drogerien machen dem schwäbischen Familienkonzern schwer zu schaffen. Aber auch die niedersächsische Kette Rossmann ist ihm auf den Fersen. Beide Mitbewerber hatten ihre Umsätze zuletzt gesteigert - und haben aus Sicht von Branchenexperten ein erfolgreicheres Ladenkonzept und Sortiment. Immer wieder kursierende Berichte über Probleme mit Lieferanten und leere Regale dementiert Schlecker aber: «Es gab Verzögerungen während der Jahresgespräche mit den Lieferanten Ende 2011. Die Streitfälle haben wir aber beilegen können», sagt Hacker. Dennoch könne es sein, dass in einzelnen Märkten das eine oder andere Produkt fehle.
Umsatzrückgang um 650 Millionen Euro
Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete das Unternehmen erneut mit sinkenden Erlösen. Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30 000 in Deutschland und weiteren rund 17 000 im Ausland.
Wie schlecht es um Schlecker tatsächlich steht, will auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wissen. Nach einer Anfrage von Schlecker, über einen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung verhandeln zu wollen, schauen Wirtschaftsprüfer für Verdi in die Bücher des Drogerieriesen. «Das wird aber sicherlich noch einige Wochen dauern», sagte Sprecherin Christiane Scheller.
Schlecker für Transparenz gelobt
Sie lobt Schlecker zugleich, was die Schließungen angeht: «Wir haben mehr Transparenz gefordert, die Beschäftigten sollen nicht erst kurz vor dem Aus für einen Laden informiert werden. Das ist weitgehend geschehen, auch wenn es noch Verbesserungsbedarf gibt.» Zumindest erhielten die örtlichen Betriebsräte regelmäßig aktualisierte Listen, welche Läden demnächst geschlossen werden.
Mehr zu: Handel Drogerien dm Schlecker
- (689 Beiträge) | 17.01.2012 17:01Den Antonwirds nicht stören, der hat ausgesorgt.
- (13748 Beiträge) | 17.01.2012 17:10Abgesehenvon den seit Jahren andauernden Vorwürfen der Versklavung und Ausbeutung von Mitarbeitern hat Schlecker den entscheidenden Trend verpasst, dass auch günstige Alltagsprodukte heutzutage in grossen freundlichen Läden und nicht in vollgerammelten Garagen in denen keine zwei Leute im Gang aneinander vorbeikommen gekauft werden.
- (1556 Beiträge) | 17.01.2012 18:17Genau-Schlecker ist die gleiche unattraktive (und alles Andere als preiswerte) Rumpelbude wie der Praktiker-Baumarkt oder Möbel-Roller.
- (59 Beiträge) | 17.01.2012 18:51Nichts gegen RollerSchalke schenkt mir jedes Jahr zum Geburtstag einen Gutschein von Roller. Nur eingekauft hab ich da noch nie
- (435 Beiträge) | 17.01.2012 23:19Treffer versenktSchöner Satz mit der Garage
Trifft es genau auf den Punkt.
Aber das tolle am Schlecker war, kein Depp (die weibliche Form des Depp, lasse ich mal weg......) rammt dir den Einkaufswagen in die Ferse, und dann DER SATZ : Oooh Sorry habe Sie übersehen....
Im Schlecker ist kein Platz für Einkaufswagen.
Und in welchem Supermarkt kann heute noch der Mensch mit Klaustrophobie seine Angst überwinden zu versuchen und das nur beim einkaufen.
Schlecker der letzte Tante Emma.......wird vielleicht auch fehlen. - (13748 Beiträge) | 17.01.2012 23:31Nene,der Tante Emma Laden hat sich ja durch einen persönlichen Kontakt zum Kunden ausgezeichnet. das kann man von Schlecker wohl kaum behaupten, wenn eine Person für 'Filialleitung', Regale einräumen und kassieren zuständig ist.
Was sich nicht anpasst verschwindet. Schlecker wird in Kürze vollständig verschwunden sein. Und da weint auch keiner. Und die Frauen, die durch diese 'Schule' gegangen sind kommen locker bei den anderen Drogisten unter. - (942 Beiträge) | 17.01.2012 18:32Ich glaube nicht,dass es Schlecker wirklich noch schafft. In Rüppurr, die Filiale ist jetzt auch geschlossen,wurde in den letzten zwei Jahren alle paar Wochen umgeräumt, damit die wenigen Kunden ständig suchen mussten, so nach dem Motto, wo steht das denn jetzt wieder. Der Gedanke war, dass die Kunden beim Suchen auch noch anderes greifen. Natürlich haben Märkte so ihre Tricks, aber diese Verlade hat dann nun jeder gemerkt.
- (1034 Beiträge) | 17.01.2012 18:36gegen dm hats ZURECHT jeder schwer!wer die mitarbeiter derart schlecht behandelt und seine geschäfte zu rumpelkammern verkommen lässt, der hats eben nicht besser verdient, auch wenn jetzt alles besser werden soll.
aber klar ist natürich auch: mit dm als konkurrent hätten auch ganz andere unternehmen ziemlich schnell alt ausgesehen. diese firma versteht es wie keine andere wirtschaftlichen erfolg, gute ausbildung, gute mitarbeiterführung und ingesamt gute arbeitsbedingungen zu vereinen, sowie seinen kunden eines der besten raumkonzepte am markt anzubieten. dm wurde oft genug für die tolle mitarbeiterführung und ausbildung ausgezeichnet und hat nun auch alle filialen, lager (ein neues ist gerade in karlruhe entstanden) und verwaltungsgebäude komplett auf öko-strom umgestellt.schön,dass kunden sowas schätzen
daran sollten sich viele unternehmen ein beispiel nehmen.
gründer götz w. werden ist bekennender anthroposoph und schreibt darüber hinaus noch tolle bücher zum thema grundeinkommen, was deutschland sicher gut täte! - (2170 Beiträge) | 17.01.2012 18:52stimmtgründer götz w. werden ist bekennender anthroposoph
und kann die Preisschilder tanzen... - (1899 Beiträge) | 19.01.2012 02:28Ich wollte auch geradeetwas zu dem Thema schreiben - aber besser kann ich es eh nicht ausdrücken.
- (5873 Beiträge) | 17.01.2012 23:10Gute NachrichtSchlecker meide ich Konsequent. Wer so mit seinem Mitarbeitern umgeht, hat es nicht verdient dafür Geld zu bekommen.
Ich kaufe überwiegend bei DM ein, Karlsruher Unternehmen, gute Führung, gerechte Löhne... Und die Produktpreise sind auch absolut akzeptabel!
Henry Ford sagte einst sinngemäß: "Mann muß billig produzieren aber hohe Löhne zahlen" (Nur so funktioniert auf Dauer Kapitalismus)... - (5873 Beiträge) | 17.01.2012 23:15Ebenso gemieden...... bzw. nie mehr gekauft wird Nokia...
- (475 Beiträge) | 18.01.2012 01:41Vielleicht...... kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen.
Ich sehe Schlecker häufig auch mal in Gegenden in denen sonst nix ist. Also sprich lokal. Und dm immer hauptsächlich in Regionen in denen auch sonst viele Supermärkte und Geschäfte sind. Stimmt das so?
Wenn ja, dann DARF Schlecker nicht zumachen, weil diese Geschäfte gebraucht werden, wo sonst nix ist.
Man könnte diese kleinen Schlecker wirklich zu Tante Emma Läden zurückentwickeln. Wäre doch auch mal eine interessante Form. Man müsste zwar die Mitarbeitersituation verbessern, aber man verzichtet damit wohl auch auf den großen Gewinn... - (5873 Beiträge) | 18.01.2012 02:06DM?Die sind doch, in unserer Region vor allem, fast überall...
Auf der Achse Entenfang-Kronenplatz liegen alleine zwei Märkte, in Grünwinkel ist einer, hab DM aber auch schon in Käffern gesehen, Rheinstetten und Ettlingen haben m.W. einen, Durmersheim, Rastatt - sind ja alles mehr oder weniger Kleinstädte... - (2177 Beiträge) | 18.01.2012 22:14NajaFür mich sind die dm-Filialen in Durmersheim und Rastatt jeweils ca. 6km entfernt, während es im eigenen Kaff sowie im näher gelegenen Nachbarkaff jeweils eine Schleckerfiliale gibt. Ich setze mich zwar lieber aufs Fahrrad und fahre die 6km, als bei Schlecker einzukaufen. Brauche ich eigentlich auch nur, wenn ich etwas kurzfristig benötige, ansonsten geh ich wenn ich ohnehin in Karlsruhe bin in eine Karlsruher Filiale.
Es gibt aber hier in den Ortschaften viele, die weniger unterwegs sind und ihre Drogerieprodukte im örtlichen Schlecker-Markt kaufen.
Wobei auch hier Schlecker nicht die einzige Einkaufsmöglichkeit ist. Dort, wo Schlecker die einzige Einkaufsmöglichkeit bietet, wird der Boykott auch nicht so stark zu spüren sein. Grundsätzlich sollte man sich aber nach neuen Geschäftskonzepten für kleine Ortschaften umsehen. Darunter etwa andere Dienstleistungen um einen Tante-Emma-Laden erweitern, mobile Shops oder das Einrichten von Lieferservices mit Prospekt und Telefonbestellung. - (5873 Beiträge) | 19.01.2012 00:47Dörfer>> Dort, wo Schlecker die einzige Einkaufsmöglichkeit bietet, wird der Boykott auch nicht so stark zu spüren sein.
Das stimmt, aber Schlecker kann auf Dauer auch nicht mit "500 EW Käffern" überleben, das meiste Geld wird in den Städten gemacht bzw. umgesetzt.
>> [... ]mobile Shops oder das Einrichten von Lieferservices mit Prospekt und Telefonbestellung.
Nun ja, es gibt ja heutzutage schon Internetshopping und da kann man mittlerweile von Gurken über Klamotten bis Handys alles beziehen. Darunter leiden natürlich die konventionellen Geschäfte (In der Stadt genauso wie auf dem Land).
Ich denke mal, es wäre sinnvoller den ländlichen Raum allgemein attraktiver zu gestalten, und das geht nur über gute Verkehrsverbindungen, sowohl gescheite Straßen, als auch gute ÖPNV-Verbindungen. Dann würden auch vllt. mehr Leute in kleinere Dörfer ziehen, was den Vorteil hätte, daß sich die Bevölkerung besser verteilt. - (5873 Beiträge) | 19.01.2012 00:52FortsetzungDenn, während z.B. in KA der Wohnungsmangel zum Teil doch recht hoch ist, stehen vllt schon 10 km weiter in Waldbronn (Ist jetzt ein Beispiel, obs stimmt weiß ich nicht) Wohnungen leer weil dort keiner wohnen will.
Und warum will keiner auf'm Land wohnen? Weil sich das leben in der Stadt abspielt, die meisten Jobs dort sind, die meisten Bekanntschaften etc. - also müßte man es so machen daß man die (auch !) ÖPNV-Verbindungen verbessert - hätte für beide Seiten Vorteile - die Stadt würde nicht unter ächzendem Wohnungsmangel leiden und auf dem Land würden nicht die Lichter ausgehen...
Wichtig ist bei der ganzen Sache natürlich, daß nicht allzuviel Natur zersiedelt wird, man sollte eventuell darüber nachdenken besonders kleine und abgeschiedene Dörfer dichtzumachen und den Bewohnern eine Entschädigung zu zahlen - damit man diese Flächen der Natur zurückgibt. Solche Konzepte gibt es ja schon z.B. in der ehemaligen DDR... (Stadtumbau Ost, Shrinking Citys etc.) - (2177 Beiträge) | 19.01.2012 09:58RE: DörferNaja, nach Busenbach fährt die Stadtbahn zumindest tagsüber 4x pro Stunde. Natürlich wäre eine Ausweitung auf 10-Minuten-Takt wünschenswert.
Internetshopping? Gut und Schön. Aber gerade Senioren wissen häufig weder von solchen Angeboten, noch verfügen sie über Kenntnisse oder Zugang zum Internet. Man muss ein Angebot schaffen, welches auch diese Menschen erreicht. Eine Angebotsliste auf Papier und eine Telefonnummer - so kann es funktionieren.
Dörfer "dicht machen"? Meiner Meinung sollte man niemanden ohne größeren Grund dazu zwingen, sein Lebensumfeld zu verlassen. Man kann aber gerne Areize zum Umzug schaffen. Ich denke, der Schaden für die Umwelt durch ein Einzelhaus wird sich auch in Grenzen halten. - (5873 Beiträge) | 19.01.2012 15:27DörferOk, das mit Busenbach wußte ich nicht, aber ich nehme an nachts ist da dann tote Hose. Zehn-Minuten-Takti ist für solche Käffer eigentlich nicht nötig - aber nachts und am Wochenende muß die Möglichkeit bestehen, jederzeit zu einer zumutbaren Zeit in der Stadt zu sein.
Mit Dörfer dichtmachen meinte ich solche die sich nicht selber tragen, wo die Infrastruktur (Straßen, Wasserversorgung etc.) teurer ist als die Steuern der wenigen Einwohner. Natürlich darf niemand enteignet werden, aber durch großzügige Prämien könnte man die Leute dazu bewegen sich z.B. im nächstgrößeren Dorf anzusiedeln. Das würde dann auf Dauer günstiger kommen, da dann die ganze Infrastruktur eben nicht mehr erhalten werden muß.
Ich rede auch nicht davon ganze Landstriche zu entsiedeln sondern nur einzelne Käffer, damit auch nicht das Heimatgefühl der Bewohner verloren geht. - (2177 Beiträge) | 20.01.2012 16:02DörferIn der Nacht von Freitag auf Samstag immerhin nur eine kleine Lücke zwischen 2:58 (letzte Bahn aus Karlsruhe) und 4:58 (erste Bahn aus Karlsruhe) Richtung Busenbach. Samstag auf Sonntags ist die Lücke dann schon etwas größer (erste Bahn aus Karlsruhe kommt um 5:58 in Busenbach an. Noch etwas schlechter sieht es an Nächten auf Werktagen aus - letzte Bahn kommt um 0:58 an, erste Bahn um 4:58.
Busenbach mag vielleicht kein gutes Beispiel sein, es hat das Glück, dass bis hier S1 und S11 gemeinsam fahren. Während die oben genannten Fahrten zu Tagesrandzeiten stets Bahnen der S11 sind, welche im selben Takt nach Reichenbach, Langensteinbach und Ittersbach fahren, fährt auf der S1 Richtung Herrenalb nachts lange nichts. Tagsüber S1 und S11 jeweils im 30-Minuten-Takt = 4x pro Stunde bis Busenbach. Zumindest bei der S11 könnte ich mir jedoch einen 20-Minuten-Takt vorstellen.





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