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03.08.2006 11:00
 
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Metro übernimmt Wal-Mart [0]

Düsseldorf/Karlsruhe/Ettlingen ps/jfk -
Die Konzern-Zentrale der Metro Group in Düsseldorf (Foto: pr)
Was vor acht Jahren in Karlsruhe mit der Übernahme der Wertkauf-Warenhäuser von Hugo Mann seinen Anfang nahm, findet nun auch hier, in der Fächerstadt, sein Ende. Wal-Mart, der weltgrößte Einzelhändler zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft seine Märkte an den deutschen Branchenprimus Metro, wie bereits Ende vergangener Woche bekannt wurde. In Karlsruhe und Umgebung sind gleich drei Märkte der Kette davon betroffen: in der Oststadt an der Autobahnauffahrt zur A5, in Bulach und in Ettlingen.
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Der Gegenstand der Transaktion sind 85 SB-Warenhäuser, bei 19 Standorten übernehme Metro zusätzlich das Immobilien-Eigentum, teilten die beide Unternehmen mit. Zum Kaufpreis wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.

Damit wirft Wal-Mart nach acht Jahren inDeutschland das Handtuch. Der US-Konzern hatte1998 die Wertkauf-Märkte vom Mann-Mobila-Gründer und "großen alten Mann" des deutschen Einzelhandels Hugo Mann für rund 750 Millionen Euro erworben; ein Jahr später kaufte der weltweit führende Einzelhändler auch noch die Interspar-Märkte auf. Die 85 Märkte blieben mit ihren Ergebnissen aber hinter den Erwartungen der Konzernführung in Arkansas zurück. "Wir haben den Turn Around nie geschafft", sagte eine Wal-Mart-Sprecherin.

11.000 Arbeitsplätze bei Wal-Mart betroffen

"Es wurde zunehmend klarer, dass wir in dem deutschen Handelsumfeld nicht die Ziele erreichen können, die wir uns gesetzt haben", sagte Wal-Mart-Deutschland-Chef Michael Duke kürzlich in einer Mitteilung. Anders als im Heimarktmarkt USA setzte Wal-Mart in Deutschland weniger auf die klassische Discount-Strategie als auf das SB-Warenhauskonzept. Wal-Mart betreibt rund 6500 Märkte, davon 2700 in 14 Ländern außerhalb den Vereinigten Staaten. Für den Rückzug aus Deutschland wird der Konzern im zweiten Geschäftsquartal 2007 einen Vorsteuerverlust in Höhe von einer Milliarde Dollar verbuchen müssen.

Metro kündigte an, die 85 Wal-Mart-Märkte in dasReal-Netz zu integrieren. Von den 11.000Mitarbeitern sollten nach Möglichkeit so viele wiemöglich gehalten werden, sagte ein Sprecher. Vonder Transaktion verspricht sich der Konzern"deutliche" Synergien, die er aber nicht näherbezifferte. Zudem wird im laufenden Geschäftsjahrein Einmalbetrag verbucht. Die Übernahme muss nochvon der Kartellbehörde genehmigt werden. Metrogeht aber davon aus, dass die Transaktion indiesem Jahr über die Bühne geht.

Metro will die Entscheidung des Kartellamtes abwarten

Metro-Chef Hans-Joachim Körber wollte sich am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen zwar nicht näher zum Thema Arbeitsplätze äußern. Angesichts der noch erforderlichen Genehmigung durch die Kartellbehörden ist die Diskussion aus seiner Sicht verfrüht. Zugleich ließ er jedoch keinen Zweifel daran, dass es langfristig nicht nebeneinander zwei Zentralen von Wal-Mart Germany und Real geben könne. "Es muss klar sein, dass eine Vertriebslinie am Ende des Tages nur ein Headquarter braucht", sagte Körber. Die Supermarkt-Tochter Real, die die 85 Märkte von Wal-Mart Germany in ihr Filialnetz eingliedern soll, hat ihre Zentrale in Mönchengladbach.

Die Transaktion versteht Metro als klaresBekenntnis zu Real. Obwohl die Real- und Extra-MärkteMetro im vergangenen Jahr die Bilanzverhagelt und den Konzern zu einer Reduzierungseiner Prognosen für 2005 veranlasst hatten. Auch imersten Quartal 2006 schrieb die Sparte einenVerlust von 40 Millionen Euro, der Umsatz sank umsechs Prozent. Am Markt wurde deshalb spekuliert,ob sich der Konzern von Real trennt. Metro-ChefHans-Joachim Körber hatte dies allerdings stetszurückgewiesen und für 2006 wieder positive Zahlenbei Real angekündigt.

Problemsparte Real könnte durch Übernahme saniert werden

Für Marktbeobachter kam die Übernahme nicht überraschend. "Wachstum lässt sich in Deutschland mit großen Warenhäusern nur schwer erzielen", sagte ein Händler. Mit diesem Problem habe auch Metro zu kämpfen. Allerdings könnten sich die Düsseldorfer mit einer kritischen Größe besser am Markt behaupten.

"Der Deal hilft letztendlich beiden Seiten.Wal-Mart kommt mit einem blauen Auge davon:Deutsche Arbeitsgesetze und Gewerkschaften passennicht zur Unternehmensphilosphie. Metro hathingegen die Chance, seine Problemsparte Real zustärken." Der Konzern könne Kosten sparen, Abläufevereinfachen und zudem mehr Umsatz generieren. DieWal-Mart-Märkte erzielten im vergangenenGeschäftsjahr einen Umsatz von rund zweiMilliarden Euro.



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