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07.02.2013 11:40
 
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Karlsruher Bierskandal: Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft [41]

Bis zu 15 Jahre Haft drohen den Beteiligten des Karlsruher Bierskandals drohen.
Bild:Peter Endig

Karlsruhe/Mannheim (feb) - Großes Aufsehen in der Karlsruher Bierszene: Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen eine Brauerei aus dem direkten Karlsruher Umland. Ein ehemaliger Verantwortlicher dieser Brauerei sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, so Staatsanwalt Peter Lintz im Gespräch mit ka-news. Seit Juli 2012 sollen elf Verdächtige in mehreren Fällen Biersteuer in "größerer Millionenhöhe" hinterzogen haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen eine Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren Haft.
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Mehrere Betrugsfälle in Millionenhöhe beschäftigen derzeit die Karlsruher Bierszene: Seit Juli 2012 sollen elf Tatverdächtige Biersteuer hinterzogen haben. Daran beteiligt: eine Brauerei aus dem direkten Karlsruher Umland.

Bierskandal: Karlsruher sitzt in Untersuchungshaft

Durch Scheingeschäfte von Frankreich über Karlsruhe nach Bulgarien sparten sich die Betrüger Steuern in Millionenhöhe, bestätigte bereits am Mittwoch, 6. Februar, Staatsanwalt Lintz auf Anfrage von ka-news.

In Bulgarien angekommen ist der Gerstensaft allerdings nie, denn vorgesehen war er von Anfang an für Großbritannien. Dort wäre eigentlich eine deutlich höhere Biersteuer angefallen. Im Fokus der Fahnder ist deshalb auch ein ehemaliger Verantwortlicher der beschuldigten Karlsruher Brauerei.

"Zwei Beschuldigte aus Mühlheim und ein Verdächtiger aus Karlsruhe sitzen derzeit in Untersuchungshaft", bestätigte Staatsanwalt Lintz am Donnerstag gegenüber ka-news. Wie bereits in den vergangenen Tagen bekannt wurde, soll der Mann aus Karlsruhe das Unternehmen mit Sitz im Karlsruher Umland für die Tarnung der falschen Lieferungen benutzt haben. Dem deutschen Zoll seien die Scheinlieferungen wegen des Landes "Bulgarien" aufgefallen, so der Sprecher. Die Menge des angeblichen Bieres habe dabei keine Rolle gespielt. Weitere Angaben wollte er dazu nicht machen.

Verdächtigen drohen bis zu 15 Jahre Haft

"Das Strafmaß bei Steuerhinterziehung reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Haftsrafe von bis zu fünf Jahren pro Fall", erläuterte Lintz. Da es beim Karlsruher Bierskandal um mehrere Betrugsfälle gehe, drohe theoretisch jedem Verdächtigen eine Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren Haft. Die weiteren Ermittlungen habe das Zollfahndungsamt Karlsruhe übernommen, so der Staatsanwalt. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die Staatsanwaltschaft in Mannheim die Unterlagen auswerten und gegebenenfalls Anklage erheben. 

Eingekauft haben die Betrüger das Bier zu einem besonders günstigen Preis in Frankreich. Auf dem offiziellen Papierweg gaben die Verdächtigen an, dass es über Karlsruhe nach Bulgarien geliefert werde. Tatsächlich ging das Bier aber direkt von Frankreich nach Großbritannien. Da die Biersteuer auf der Insel sehr hoch ist und das Bier offiziell nach Osteuropa gebracht wurde, sparten die elf Verdächtigen so Biersteuer von mehreren Millionen Euro.

Aktualisierung 15.45 Uhr: Ermittlungen gegen weitere Karlsruher Mitarbeiter

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft  auf Anfrage von ka-news nun erklärte, wird auch gegen weitere Mitarbeiter der Karlsruher Brauerei ermittelt. Eine genau Zahl wollte Lintz nicht nennen. Zudem gestalten sich die Ermittlungen gegen die Mitarbeiter - und letztlich damit auch gegen die Brauerei - aus verschiedenen Gründen als kompliziert.

Gekauft haben die Verdächtigen das Bier nach Informationen der Staatsanwaltschaft in einem französischen Steuerlager. Dort herrschen steuerliche Besonderheiten für Händler, eine Verbrauchssteuer falle demnach erst dann an, wenn das Bier in den freien Verkauf gehe. Die Verdächtigen selbst sollen ebenfalls ein solches Steuerlager betrieben haben.

Mehr zum Thema:

Internationaler Bierskandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Karlsruher Brauerei

Mehr zu: Ticker Bier Bierskandal Brauerei Biersteuer Steuerhinterziehung Wirtschaft Topmeldung



Kommentare [41]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1924 Beiträge) | 07.02.2013 12:04
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    Achtung.
    wer war das auf meiner Profil-Seite ?
  • (5628 Beiträge) | 07.02.2013 12:14
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    Irgendwie
    kapier ich das nicht.
    Da wird Bier von F nach GB gebracht,aber auf dem Papier ging das nach Bulgarien?
    Wer hat denn wem was für Papiere vorgelegt?
    Und sparen wollte man sich die englische Biersteuer.
    Das ist dann doch wohl ein Fall für die englische Staatsanwaltschaft und nicht für die deutsche.
    Ausserdem war es doch wohl in erster Linie die französische Brauerei,die alles eingefädelt hat.
  • (231 Beiträge) | 08.02.2013 12:39
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    Brauereisterben
    Soch ein Verhalten betrifft ja nicht nur eine Brauerei. Das Brauereiensterben in Deutschland setzt sich fort. Als ich nach Karlsruhe gezogen bin, da gab es noch Schrempp, Sinner und was noch alles. Das liegt daran, daß ein gnadenloser Preiskampf auf dem Biermarkt stattfindet. Ein Sixpack im Aldi ist billiger als eine Flasche Höpfner. und so kommt es, daß bei Überschuldung die Brauereien nicht einfach die Liquidation einleiten, sondern versuchen, weiter zu wursteln. Manche mit legalen, manche aber auch mit illegalen Mitteln. Ein Grund dafür ist halt eben auch, daß die Sudhäuser so teuer und die Flaschenabfüllanlagen noch teurer sind. So eine Brauerei ist also anlagenintensiv und nicht lohnkostenintensiv.
  • (4144 Beiträge) | 08.02.2013 14:11
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    Verstehe ich auch nicht,
    zumal es da ja nicht um ein paar Flaschen ging, sondern um etliche Tankwagen?
    Wie bringt man die nach Grossbritannien ohne dass der Zoll das dort merkt?
  • (652 Beiträge) | 07.02.2013 13:13
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    was nu?
    "Brauerei aus dem direkten Karlsruher Umland", aber zuständig ist Mannheim? Und die Brauerei ist in Frankreich?

    Also dass Frankreich als direktes Karlsruher Umland angesehen werden kann ist ja noch grenzwertig, aber wie spielt da Mannheim mit rein?

    Und ist da jetzt eine Brauerei angeklagt oder ein Bierhändler? Weil das scheint ja eher Import und Weiterexport von Ware zu sein, sowas macht ne Brauerei ja eigentlich nicht (zumindet Export des eigenen Biers, aber doch nicht eins, das man selbst importiert hat)
  • (112 Beiträge) | 07.02.2013 13:41
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    Die Staatsanwaltschaft..
    ...Mannheim ist als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität für den ganzen badischen Raum in Wirtschaftsdelikten zuständig.

    Von einer Brauerei in Frankreich ist nicht die Rede, nur davon, dass die Täter in dort das Bier gekauft haben. Um den wahren Lieferweg nach Deutschland zu verschleiern, wurde ein falscher Lieferweg über Karlsruhe nach Bulgarien angegeben.
  • (112 Beiträge) | 07.02.2013 13:51
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    Fehler
    "Um den Wahren Lieferweg nach Großbritannien zu verschleiern" muss es heißen
  • (13518 Beiträge) | 07.02.2013 13:55
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    Wo "in"?
    //dass die Täter in dort das Bier gekauft haben.//
    Ihr dürft es ruhig schreiben, wir verrote a nix. grinsen))
  • (112 Beiträge) | 07.02.2013 13:58
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    dort...
  • (112 Beiträge) | 07.02.2013 15:00
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    II
    angeklagt ist bisher niemand, wie auch im Artikel zu lesen ist. Derzeit laufen die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Verantwortlichen dieser Brauerei. Der Ausdruck "ermittelt gegen eine Brauerei" stellt den Sachverhalt plastisch dar. An sich ermittelt die Staatsanwaltschaft nur gegen reale Personen. Da sich der Fall aber kompliziert darstellt, gibt es von Seiten der Staatsanwaltschaft kaum Informationen.
  • (4394 Beiträge) | 08.02.2013 14:41
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    Ja, bei uns kann nur
    gegen Personen ermittelt werden, wie auch Strafen nur gegen reale Personen verhängt werden können. Ein Manko in unserem Rechtssystem. So können insbesondere Wirtschaftsstraftaten nur mit extrem großem Aufwand und zweifelhafter Aussicht auf Erfolg untersucht und verfolgt werden. Eine Besserung dürfte nicht in Sicht sein, da die versammelte Politik es sich nicht mit den Lobbies verscherzen möchte.
  • (21 Beiträge) | 08.02.2013 11:15
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    Mannheim
    Die Staatsanwaltschaft Mannheim ist für die Karlsruher Brauerei zuständig. Die Brauerei ist nicht in Frankreich, sondern hier in Karlsruhe eine der alten Traditionsmarken, leider .
  • (1924 Beiträge) | 07.02.2013 13:21
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    Danke
  • (731 Beiträge) | 07.02.2013 14:32
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    Wie immer die gleichen User,
    die wie immer und zu jedem Thema irgendwelchen sinnlosen Scheiss posten.
    Und jetzt fühle Dich angepinkelt.
  • (39 Beiträge) | 07.02.2013 13:41
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    Es
    geht hier schon um ein Unternehmen, dass im Brauereigewerbe tätig ist.
    Als solches kann man auch mit Bier und bierähnlichen Getränken Handel betreiben.
  • (1767 Beiträge) | 07.02.2013 14:08
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    Also
    so viele Brauereien haben wir ja nicht mehr:
    - Hoepfner - jetzt erst wieder ausgezeichnet
    - Vogelbräu und einpaar kleine Privatbrauereien, die versuchen Vogelbräu zu kopieren
    - Moninger, Hatz ist jetzt Moninger
    - Palmbräu war fast weg
    - Wolf ist auch wieder da
    hmm

    Herr Öttinger, wo bleibt mein Goldköpfle? Propst!
  • (1421 Beiträge) | 07.02.2013 17:49
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    Ergänzung
    Badisches Brauhaus
    Lindenbräu Waldbronn
    Kühler Krug (die beliefern ja sogar Real-Märkte)

    Wobei das ja alles, bis auf den Lindenbräu, kein direktes Karlsruhe Umland ist?
  • (1421 Beiträge) | 07.02.2013 17:57
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    Nachtrag
    Die Breuerei Franz aus Rastatt gehört auch noch zu den etwas Größeren. Aber ist Rastatt schon direktes Karlsruher Umland und schließt direktes Karlsruhe Umland die Stadt Karlsruhe oder den Landkreis KA aus? Fragen über Fragen...
  • (21 Beiträge) | 08.02.2013 11:17
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    wer sitzt ein ?
  • (21 Beiträge) | 08.02.2013 11:19
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    nein , nicht rastatt
    Es geht hier um eine Karlsruher Tarditionsbrauerei, die eine echte Chance gehabt hätte, wieder erfolgreich zu sein. Es gab bereits einen Aufsichtsrat, der so kompetent war, dass es hätte etwas werden müssen, aber dann gab es halt noch einen Geschäftsführer, der das nicht verstand. Jetzt hat er aber zeit darüber nachzudenken.

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