Ausverkauf bei Schlecker: Kunden stürmen Filiale in Karlsruher Innenstadt
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Karlsruhe (sas) - Am Freitagmorgen begann in den verbliebenen Schlecker-Filialen der Ausverkauf. Mit der Aussicht auf 30 Prozent Rabatt stürmten Schnäppchenjäger die Läden. Auch vor der Filiale in der Karlsruher Kaiserstraße wartete die Kundschaft bereits 20 Minuten vor 10 Uhr, dass sich die Ladentüren endlich öffneten. ka-news hat im Gedränge mit Mitarbeiterinnen und Kunden gesprochen.

Schon kurz nach 10 Uhr ist die Schlecker-Filiale in der Karlsruher Innenstadt gerammelt voll. Menschen, ausgerüstet mit Einkaufskörben, drängen sich durch die Regalreihen. Shampoo, Tierfutter, Waschmittel landen in den Körben. Manche nehmen auch nur ein Dosengetränk und eine Flasche Duschgel mit. "Hätten die Leute früher bei uns so eingekauft, wäre es mit Schlecker nicht so weit gekommen", sagt Yeliz Sen.
"Die Arbeit hat mir Spaß gemacht"
Seit zwölf Jahren arbeit Sen bei der Drogeriemarktkette. Das Aus für Schlecker geht ihr sehr zu Herzen. "Ich habe sehr viel Zeit hier verbracht. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht", erinnert sie sich wehmütig. "Wenn alles aus ist, werde ich das sehr vermissen." Wie ihre Kolleginnen hätte auch sie nicht gedacht, dass es mit dem Unternehmen so schnell zu Ende gehen würde. "Ich wünschte, ich wäre, wie viele andere, schon im März gegangen. Jetzt sehe ich, wie alles Schritt für Schritt untergeht. Das tut weh."
Seit Schlecker im Januar Insolvenz angemeldet hat, hätten die Mitarbeiterinnen von der Kundschaft wenig Mitgefühl bekommen. "Die meisten haben schon vor Wochen gefragt, wann wir Ausverkauf machen", erzählt Yeliz Sen. Der Großteil der Kundschaft sei heute bestimmt nur aus diesem Grund im Laden, vermutet sie und wirft einen Blick auf die länger werdende Schlange an der Kasse.
Dort steht ein Mann im Anzug an, drei Packungen Windeln, Waschmittel und Shampoo auf dem Arm. "Ich bin nur wegen des Ausverkaufs da", gibt er unverblümt zu. Vorher sei er nie zu Schlecker gegangen - aus den üblichen Gründen: "schlechte Einrichtung, zu teuer". Auch eine junge Frau mit Rucksack auf dem Rücken und verschiedenen Flaschen in der Hand bekennt, normalerweise nicht bei Schlecker einzukaufen. "Ich bin nur heute hier. Eigentlich gehe ich in andere Drogeriemärkte. Ich bin Studentin und muss sparen."
"Mir tut es für die Frauen leid"
Das muss scheinbar auch ein älterer Herr, der mit einem Päckchen Rasierklingen und einem Fläschchen Aftershave an die Kasse geht. Obwohl ihm die Kassiererin versichert, dass die Kasse den Rabatt automatisch abzieht, besteht er vehement darauf, nochmal nachzurechnen. Hinter ihm wartet eine Mutter mit ihrer Tocher. Beide sind bepackt mit Körben voller Katzenfutter und mehreren Packungen Waschmittel.
"Ich finde das alles schon bedauerlich", sagt dagegen eine Frau, die Waschmittel und Küchenrollen auf die Kassentheke stellt. "Ich wohne hier um die Ecke und bin öfter zum Einkaufen hergekommen." Sie findet es komisch, dass Schlecker Geld ins Ausland investiert habe, obwohl in Deutschland so viel hätte gemacht werden müssen. "Mir tut es für die Frauen leid. Man kannte sich vom Sehen, hat sich auf der Straße Hallo gesagt."
Eine halbe Stunde nach Ladenöffnung sind viele Regale leergeräumt. Einiges an Ware stehe noch im Lager. Diese räumen die Mitarbeiterinnen in den kommenden Tagen ein. Bis zum Ladenschluss um 15 Uhr kommen sie wohl nicht mehr dazu, vermutet Sen. Die gesamte Ware soll bis Ende Juni verkauft sein. Dann werden auch die letzten Filialen geschlossen.
Siehe auch:
Schlecker am Ende: "Ein Schock war das endgültige Aus nicht mehr"Mehr zu: Schlecker Insolvenz Ausverkauf Wirtschaft
- (1976 Beiträge) | 10.06.2012 15:40Und die Gewerkschafts freud sichEndlich haben sie ihr Ziel erreicht.
- (1128 Beiträge) | 11.06.2012 12:51Die Erben könnten aber mit den Milliönchenschon in die Fußstapfen des Vaters treten und ne eigene Metzgerei aufmachen. Da hätten Sie auch weniger Probleme mit den Gewerkschaften!
- (1122 Beiträge) | 10.06.2012 16:01AR-SchleckerVor wenigen Jahren haben ein paar typographisch begabte Zeitgenossen in der Kaiserstraße beim Marktplatz das Wort "Schlecker" um zwei Buchstaben ergänzt:
Vor dem Wort "Schlecker" standen aus Styropor geformte Buchstaben "A" und "R". Das ergibt AR-SCHLECKER.
Schlecker, das war diese unsägliche Ausbeuter-Firma, die Mitarbeiter als Halbsklaven behandelt hat: geringe Löhne, kein Telefon im Laden - damit ja niemand privat telefoniert -.
Gut, das Schlecker verschwindet. - unbekannt(8066 Beiträge) | 10.06.2012 16:12kein Telefon im Laden - damit ja niemand privat telefoniertDas widerum ist nicht nur bei Schlecker der Fall, das war bei Aldi auch so. Was die Sklaverei angeht holen die anderen Discounter sehr schnell auf, und nicht nur die^^
- (1128 Beiträge) | 11.06.2012 19:11Naja die Mitarbeiter haben nix von den so schnellverschwundenen Milliarden. Im Gengenteil, geleistete und nicht bezahlte Überstunden erhöhen sicherlich das Reizlevel mit der Insolvenz.
- (969 Beiträge) | 12.06.2012 10:06Du weißt echt nicht wasdu da schreibst. Ausbeuterlöhne 16 Euro Stundenlohn ist für mich ne Menge Holz für ne Verkäuferin das verdien ich niemals. Und ich weiß das auch genau, da meine Freundin mal bei Schlecker gejobbt hat. Also Hungerlohn sieht anders aus. Und es war logisch, bei den Preisunterschieden zwischen Schlecker und DM oder Rossmann das das nicht ewig gutgehen kann. Schade aber das jetzt soviele Leute arbeitslos werden, doch das geht anderen Firmen auch so da gab es dann auch keine Auffangfirma oder sonstiges da wird doch immer wieder mal reduziert bei großen Firmen das interessiert dann mal am Rande. Und jetzt wird so ein Galama gemacht. Karstadt wäre es auch so ergangen. Nur haben die sich wieder fangen können. Würde mal sagen da wollten die Schleckererben nicht so wie die Gläubiger.
- (1122 Beiträge) | 10.06.2012 16:13AR-Schlecker-Fotosein paar AR-Schlecker
In Karlsruhe sah das AR besser aus. - unbekannt(8066 Beiträge) | 10.06.2012 16:24Kunden stürmen Filiale in Karlsruher InnenstadtWäre interessant wie viele sich davon über Schlecker empört haben. Hoffentlich ist das Moralin im Regal noch nicht ausgegangen^^
- (20148 Beiträge) | 10.06.2012 16:32Daran habich vorher auch gedacht. So isses halt im Land der Schnäppchenjäger.
Man hätte eigentlich nur die reinlassen sollen, die einen H4 Nachweis bringen. Das wär irgendwie fair gewesen. - (7482 Beiträge) | 10.06.2012 20:47xxxDie frage ist doch, wer hier gerade Moralin nötiger hat. Und sind immernoch die Alg2-bescheide. H4 gibt es nicht
- (638 Beiträge) | 11.06.2012 16:38???..so ist das nun mal im Kapitalismus. Das hat mit Moral nichts zu tun.
Wer nicht fähig ist, gute Geschäfte zu machen geht Pleite. Und wer keinen Kaufanreiz bietet, bleibt auf der Ware sitzen.
Grund genug für die anderen Drogeriemärkte, auch 30 % nach zu lassen. Ausser Tiernahrung natürlich. - (1608 Beiträge) | 10.06.2012 16:59LeichenfleddereiWarum kommt mir dieses Wort in den Sinn?
- (3237 Beiträge) | 10.06.2012 22:37Das kam mir auchin den Sinn.
- (1128 Beiträge) | 11.06.2012 12:57Wenn sich die Frauen die Mittelchen nicht auf den Body reibenoder die Wohnung damit keimfrei machen isses Sondermüll, dann muß noch mal über die paar Millionen Privatvermögen nachgedacht werden, was ja noch weniger möchten!
- (3945 Beiträge) | 11.06.2012 21:27Mir kam es.......auch in den Sinn. Ich habe das Spiel nicht mitgemacht (obwohl: nützt auch keinem) Ich war bei dm - wie schon seit Jahren.
- (1314 Beiträge) | 10.06.2012 17:23Wie die....Aasgeier
- (7482 Beiträge) | 10.06.2012 21:26xxxHey!!!!!
- (3237 Beiträge) | 10.06.2012 22:38Ja, da schlägt er
- (7482 Beiträge) | 10.06.2012 23:09xxxDie Empörungspillen haben so Leute mitgenommen, die ziemlich tief den Hut bzw. Schal im Gesicht hatten und was von einem Karlsruher online Nachrichten Portal gefaselt haben....
- (7 Beiträge) | 10.06.2012 17:24Aasgeierich teile deine Meinung




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