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22.12.2011 11:59
 
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Tschüss Studiengebühren - Weihnachtsstimmung für Karlsruher Studenten [19]

Keine Studiengebühren mehr - dieser Wunsch vieler Studenten ist jetzt in Erfüllung gegangen.
Bild:Marc Müller/Archiv

Karlsruhe (trs/dpa) - Baden-Württemberg beerdigt die Studiengebühren. Im Laufenden Wintersemester haben die Studierenden im Ländle und in Karlsruhe zum letzten Mal 500 Euro berappt - ab dem Sommersemester 2012 zahlt das Land den Hochschulen einen Ausgleich für die wegfallenden Finanzmittel. Wir haben nachgefragt, wie Karlsruher Politiker den Beschluss bewerten.
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Baden-Württemberg schafft als eines der letzten Bundesländer die Studiengebühren ab. Vom Sommersemester 2012 an können alle jungen Menschen mit Hochschulzugang im Südwesten wieder kostenlos studieren. Ein entsprechendes Gesetz von Grün-Rot verabschiedete der Landtag in Stuttgart gegen die Stimmen von CDU und FDP.

"Entscheidung für ein Studium erleichtern"

"Wir wollen den Studierenden die Entscheidung für ein Studium erleichtern", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Zudem wolle man den Studierenden ein konzentriertes Studium ohne etliche Nebenjobs ermöglichen. Der Anteil der Studierenden aus bildungsfernen Schichten von derzeit 15 Prozent solle durch den Gebührenverzicht erhöht werden.

Bislang kostete das Studium 500 Euro pro Student, wovon den Hochschulen pro Kopf aber nur 280 Euro zuflossen. Diesen Betrag ersetzt künftig das Land. Im Jahr 2010 nahmen die Hochschulen 140 Millionen Euro ein. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhielt beispielsweise durch die Studiengebühren nach eigenen Angaben etwa elf Millionen Euro.

KIT begrüßt finanzielle Kompensation

Das KIT begrüßt in einer Stellungnahme, dass die Studiengebühren nicht ersatzlos gestrichen werden und das Land den Hochschulen Mittel zur vollen und dynamischen Kompensation zur Verfügung stellen wird. "Es wäre sinnvoll, das Land würde diese Mittel zusätzlich zu den Studiengebühren bereit stellen, um den Studierenden angesichts der hohen Bewerberzahlen bessere Rahmenbedingungen zu bieten", so die Karlsruher Hochschule.

Das sagen die Karlsruher Lantagsabgeordneten

Bei den Karlsruher Landtagsabgeordneten in der Regierung herrscht unterdessen Hochstimmung. "Die Beutelschneiderei der CDU ist endlich vorbei", freut sich Johannes Stober von der SPD. Von der wegfallenden Studiengebühr erhoffe man sich auch höhere Studierendenzahlen aus den einkommensschwachen Schichten. "Wir wissen durch eine Studie, dass etwa drei bis sechs Prozent wegen der Gebühr auf ein Studium verzichten", berichtet er. Dies werde sich nun ändern. Stober betont auch, dass die Mitbestimmung der Studierenden mit dem neuen Gesetz gestärkt wurde. Künftig können die Mittel nur im Einvernehmen mit einer Vertretung der Studierenden und nicht mehr wie bisher im Benehmen ausgegeben werden.

Alexander Salomon von Grünen bewertet die Abschaffung der Studiengebühren ebenfalls als einen wichtigen und richtigen Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit. "Die Grün-rote Landesregierung hält damit ihr Versprechen und spart nicht zu Lasten der Hochschulen, sondern gleicht die Mittel in voller Höhe durch Qualitätssicherungsmittel für die Lehre aus", so Salomon auf ka-news-Anfrage. Durch diese Maßnahme, die auch von den Leitungen der Hochschulen begrüßt werde, sichere und verstetige man auch in Karlsruhe die Finanzierung der Hochschulen.

UStA am KIT: Schritt für soziale Gerechtigkeit

Der Unabhängige Studierendenausschuss (UStA) am KIT erhofft sich durch die Abschaffung der Gebühren mehr soziale Gerechtigkeit. "Dieser Schritt war längst überfällig", stellt Vorsitzender Tobias M. Bölz klar. Studiengebühren führten dazu, dass vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien vermehrt von einem Studium absehen müssten oder sich durch ein Studium (noch stärker) verschuldeten, so Bölz in einer Pressemitteilung.

Der UStA hielt die Studiengebühren bislang für einen kläglichen Versuch, die weiterhin unterfinanzierten Hochschulen über Bildungsgebühren zu stützen. Hinsichtlich der "Qualitätssicherungsmittel" begrüßt der Unabhängige Studierendenausschuss, dass die Zahlungen entsprechend der Zahl der Studierenden von Jahr zu Jahr angepasst werden. Dies sei in anderen Bundesländern, in denen die Studiengebühren abgeschafft wurden, nicht der Fall. An der chronischen Unterfinanzierung der Hochschulen ändere sich daduch aber nichts.

So stimmten die Fraktionen im Landtag

Die FDP-Fraktion im Stuttgarter Landtag plädierte für Studiengebühren, die erst nach Erreichen einer bestimmten Einkommensgrenze fällig werden. Der Abgeordnete Timm Kern sprach von sozialer Ungerechtigkeit, denn die Allgemeinheit müsse nun für Menschen mit Aussicht auf hohe Gehälter zahlen. Andreas Deuschle (CDU) warf Grün-Rot vor, die Gebühren nur aus ideologischen Gründen abschaffen zu wollen. Der Run auf die Südwesthochschulen in diesem Wintersemester zeige, dass Gebühren keineswegs abschreckend auf Studienanfänger wirkten.

Die Studierendenvertretung im Südwesten begrüßte hingegen die Streichung der Gebühren. "Dies ist ein wichtiger Schritt um Hürden im Bildungssystem abzubauen, und dadurch die soziale Selektion im Hochschulsystem zu reduzieren", erklärte Marie Haibt, Vorstand der Landesstudierendenvertretung Baden-Württemberg.

Mehr zum Thema:

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer besucht KIT

Mehr zu: Studiengebühren KIT Politik Bildungspolitik



Kommentare [19]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • unbekannt
    (8066 Beiträge) | 23.12.2011 15:10
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    Bislang kostete das Studium 500 Euro pro Student ??

    Pro Student und pro Semester müsste das wohl heißen.
  • (2478 Beiträge) | 23.12.2011 15:17
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    Neeiiiin!
    "Pro StudentIn und pro SemesterIn" müsste das heißen, oder zumindest "pro StudierendIn"! ((-;
  • (672 Beiträge) | 23.12.2011 15:02
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    Man kann ja wohl schlecht
    von einem jungen Erwachsenen, der was tut, Studiengebühren kassieren und einem anderen, der nur am chillen und abhängen ist, Hartz4 zahlen.....
  • (4343 Beiträge) | 23.12.2011 11:57
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    Jetzt muss noch auch das Versprechen
    eines KITA Platzes für alle gehalten werden, dann stimmt die Richtung.

    War eigentlich gegen die Abschaffung, bevor nicht die Kinderförderung für alle ausreichend gelöst ist.
  • (64 Beiträge) | 23.12.2011 10:53
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    Wo sind denn
    Bislang kostete das Studium 500 Euro pro Student, wovon den Hochschulen pro Kopf aber nur 280 Euro zuflossen.

    die anderen 220€ verblieben, liebe Ex-CDU-Landesregierung? Was wurde denn damit aus diesen Studiengebühren finanziert? Mappus' Rente oder ein Sprachpanschkurs für den EU-Oettinger? Wär mal schön, das zu erfahren.
  • (2478 Beiträge) | 23.12.2011 11:01
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    Früher ...
    ... war in den Gebühren 'mal eine ÖPNV-6-Monatskarte mit drin. Ist aber zugegebenermaßen schon länger her - als das KIT noch auf den profanen Namen "Universität Karlsruhe (TH)" gehört hat. ((-;
  • (64 Beiträge) | 23.12.2011 14:25
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    Ja!
    Wenn dann die 220€ da Verwendung gefunden hätten, wär es ja noch OK! Oder haben wir vielleicht H. Wulffs verbilligten Privatkredit der BW damit gesponsort?
    Eigentlich sollte man über den Verbleib Rechenschaft verlangen!
  • (6681 Beiträge) | 23.12.2011 09:48
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    endlich mal
    eine wirklich geradlinige Aktion Wahlkampf gemacht, umgesetzt, fertig.

    Studenten sollen studieren und nicht jobben, sonst wären es ja Jobbenten oder Jobbierende, wie man neuerdings sagen würde.

    Wer unters Messer eines Chirurgen muss, hofft - wenn die Nadel für die Narkose angesetzt wird - ganz sicher, dass der Chirurg im Studium Zeit im Hörsaal und im Praktikum verbracht hat und nicht als Kassierer bei Tengelmann. Bei anderen Jobs ist das weniger offensichtlich, aber es gilt in gleicher Weise, man muss nur etwas mehr nachdenken.
  • (1418 Beiträge) | 23.12.2011 02:23
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    sehr gut
    bildung muss kostenlos bleiben. es ist für studenten schon teuer genug in fremden städten wohnraum anzumieten und geht nur durch nebenjobs, was dann diejenigen mit reichen eltern bevorteiligt, welche alles in den allerwertesten geschoben bekommen.

    endlich hat diese ungerechtigkeit ein ende. DANKE liebe GRÜNE!
  • (84 Beiträge) | 23.12.2011 08:59
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    @Smallwood
    Zitat von Smallwood
    was dann diejenigen mit reichen eltern bevorteiligt, welche alles in den allerwertesten geschoben bekommen

    Naja, ich weiß ja nicht, ob die Grünen die treibende Kraft hinter den Studiengebühren waren. Immerhin bestehen sie zu einem respektablen Teil eben aus diesen reichen Eltern, von denen Du sprichst (kann man übrigens auch sehr gut in der Weststadt beobachten: Schön mit der dicken Karre zum Einkaufen in den Öko-Laden).
  • (2791 Beiträge) | 22.12.2011 19:23
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    Alle Achtung,
    da hat die neue Regierung in BW "Nägel mit Köpfen" gemacht, und ihr
    Wahlversprechen eingehalten.
  • (4291 Beiträge) | 22.12.2011 20:59
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    Ja die liefern promt,
    nicht wie die FDP, die zwei Jahre braucht und nur eine Teillieferung zu Stande bringt (jedenfalls beim Bürger).
  • unbekannt
    (11392 Beiträge) | 22.12.2011 17:35
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    Gut so!
    Fachkräftemangel kann man nicht beheben indem man die, die welche werden wollen überproportional berappt.
  • (22 Beiträge) | 22.12.2011 16:37
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    Richtig so!
    Schön dass auch mal eine der schxxxx Entscheidungen rückgängig gemacht wird!
    Zahlen sollen diejenigen die vom jahrelangen studieren nicht genug bekommen.
    Ein Erststudium muss ohne Gebühren bleiben um die Chancengleichheit zu erhalten!
  • (481 Beiträge) | 23.12.2011 08:42
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    Öhm??
    Welche Chancengleichheit?? Wieso müssen Arbeiter und Angestellte für ihren Meister oder Techniker bezahlen und ein Studium soll nichts kosten?? Wo bleibt da die Chancengleichheit??
  • (1111 Beiträge) | 23.12.2011 17:31
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    Öhm??
    Und für 3 Jahre Berufsschule mussten die bezahlen...oder war die etwa auch umsonst? Da bezahlst du auch kommenden Spitzenverdienern die Ausbildung - und das ist auch gut so, viel mehr als gut ausgebildete Menschen hat Deutschland nämlich nicht zu bieten!
  • (447 Beiträge) | 23.12.2011 09:13
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    Weil die schon ein Gehalt beziehen!
    @Lysander
    Arbeiter und Angestellte beziehen schon ein Gehalt von dem sie ihre Meisterausbildung bezahlen können. Mit Chancengleichheit ist außerdem gemeint, dass junge Menschen unabhängig vom Einkommen der Eltern eine Chance bekommen zu studieren!
  • (198 Beiträge) | 23.12.2011 09:11
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    @lysander
    wenn die mit 16 in die lehre gehen verdienen sie doch auch schon geld, ein lehrlingsgehalt zwar, aber wohnen tun die meisten eh noch bei mama und papa. können se sich dann schön zusammensparen die kohle und dann ihren meister machen.
  • (97 Beiträge) | 22.12.2011 16:26
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    Ja-endlich!
    Ein Stück Ungerechtigkeit hat ein Ende!
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