Vorzeitiger Baubeginn des Edeka Fleischwerks genehmigt
[13]
Karlsruhe (ps/ber) - Das Regierungspräsidium Karlsruhe (RPK) hat entschieden: Die Firma Edeka darf vorzeitig mit den Bauarbeiten beginnen - und das obwohl eine endgültige Genehmigung zur Errichtung noch aussteht. Letzte Instanz wird allerdings ebenfalls das RPK sein. In den Reihen der Grünen und der "Siedler von KA" stößt dieses Urteil vor allem im Hinblick auf die Naturschutzgesetze auf Unverständnis.

Wie das Regierungspräsidium in einer Pressemitteilung verlauten ließ, darf die Firma, wie im April beantragt, unter Auflagen vorzeitig mit der Einrichtung bestimmter Außenanlagen, Erdarbeiten und bestimmter Rohbauarbeiten beginnen. Voraussetzung hierfür sei die Einhaltung der Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sowie die Gewährleistung, dass die Fortpflanzungsstätten der streng geschützten Feldlerche nicht beschädigt werden. Auf die Fledermäuse, die auf einen nördlich des Baugeländes vorbeiführenden Flugkorridor angewiesen sind, sei ebenfalls Rücksicht zu nehmen.
Insbesondere die Auflagen des RPK sorgen bei Kordula Manegold, dem Vorstand des Vereins "Siedler von KA" für Verwirrung. Es gebe eindeutig ein europäisches Gesetz, das die Feldlerchen schütze. Dieses besage, dass die sehr seltenen Vögel während ihrer Brutzeit nicht gestört werden dürften. Die Brutzeit gehe allerdings bis August. Ornithologen hätten angemerkt, dass die Feldlerchen die Ersatzflächen nicht angenommen hätten.
"Ich weiß, dass ein Schutz so nicht funktioniert", meint Manegold im Hinblick auf die Auflagen des RPK. Umso merkwürdiger: Die EU fördere Edeka mit 18 Millionen Euro, trotz Nichteinhaltung des Tierschutzes. Insgesamt erinnere das Vorgehen aber sehr stark an jenes beim neuen Kohlekraftwerkblock im Rheinhafen. Dort sei die Grundsteinlegung ebenfalls vor der endgültigen Genehmigung erfolgt.
"Es muss etwas geben, dass sehr schwer zu genehmigen ist"
Dass an der ganzen Sache etwas faul sein müsse, habe Manegold aber schon früher bemerkt. Immerhin sei der Antrag auf eine endgültige Genehmigung bereits vor sieben Monaten gestellt worden. Für die Anwohner und die Umwelt solle es keine Beeinträchtigungen geben - von wegen, meint Manegold: "Es muss etwas geben, dass sehr schwer zu genehmigen ist", wertet sie das lange andauernde Verfahren. Die vorzeitige Baugenehmigung sei gerade deshalb ein bisschen irritierend, findet der Vorstand. "Da sieht man, mit welchen Mitteln sich ein Unternehmen mit Rückendeckung des RPK schützt", so Manegold.
Schließlich sei eine Klage ebenso wie eine einstweilige Verfügung nach baden-württembergischen Recht schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Mit der Genehmigung auf vorzeitigen Baubeginn würde die Sachlage nun zunehmend erschwert: erst gegen den vorgezogenen Baubeginn klagen, anschließend nochmal gegen die allgemeine Bewilligung - ein riesiger Aufwand. "Man kann als Bürger nichts dagegen tun", bedauert sie. Warum die Naturschutzbehörde bislang nicht eingegriffen habe, sei ihr deshalb ein Rätsel.
Das Land habe die Fläche auf dem Silbertablett serviert
Sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene stößt die Bewilligung bei den Grünen auf Ablehnung. "Es passt vollständig in die Linie, die seit Beginn gefahren wird", findet Michael Körner, der Vorstand der Rheinstettener Grünen. Der Agrarminister Peter Hauk, das RPK und die Gemeinderäte würden hier eindeutig an einem Strang ziehen, ob mit oder ohne Zustimmung der Bürger.
Diese Meinung teilen Landtagsabgeordnete Gisela Splett und Renate Rastätter: "Der Landtag hat über den Verkauf des Grundstücks abgestimmt, bevor die dazu anhängigen Petitionen entschieden waren, jetzt darf die Firma bauen, bevor das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist." Das Land habe der Firma Edeka die Fläche quasi auf dem Silbertablett angeboten und komme ihr auch mit der Entscheidung über den vorzeitigen Baubeginn entgegen, urteilen sie.
Alles zum Thema Edeka-Fleischwerk in Rheinstetten lesen Sie im Fleischwerk-Dossier.
Mehr zu: RPK Fleischwerk Baubeginn Genehmigung Naturschutz
- (380 Beiträge) | 08.07.2009 14:18scheisz......auf das federvieh, schafft endlich arbeitsplätze!
- (10 Beiträge) | 08.07.2009 16:15@motzkiAuf solche Kommentare kann man echt verzichten...
Erst Hirn einschalten und sich mit dem Thema beschäftigen - dann versteht man auch, dass es hier um eine Verlagerung von Arbeitsplätzen geht. Durch Rationlaisierung letztendlich sogar um eine Reduzierung!
Vielleicht sollte man auch mal über den Tellerrand der eigenen Generation hinausdenken. Was bleibt unseren Kindern und Enkeln mal an Arbeitsplätzen, wenn wir immer weiter rationalsieren? Und nicht zuletzt: Natur brauchen wir in Zukunft gar nicht mehr? Sauerstoff und Nahrungsmittel werden nur noch in geschlossenen Systemen erzeugt? Leben findet unter Verschluss statt? Tolle Aussichten!!! - (861 Beiträge) | 08.07.2009 16:44Bedenklich...... ist doch eher die vorzeitige Genehmigung, die unsere Politiker in vielen Fällen bereits erteilen, obwohl klar ist, dass sich ein Großteil der Bevölkerung gegen ein solches Projekt ausspricht. Fleischfabrik, Kohlekraftwerk, es sind immer die gleichen Mechanismen. Der mündige Bürger - und davon gibt es eben leider zu wenig - wird vor vollendete Tatsachen gesetzt, weil es die große Masse leider eh nicht interessiert. Genau das nutzen Lobbyisten aus, die mit unserem Geld, das wir durch einen Einkauf bei Edeka oder dem Strombezug bei der EnbW auch noch selbst geben, um damit die Interessen der Unternehmen durchzusetzen. Wobei man sich bei vielen Entscheidungen, wie dem Kohlekraftwerk, auch mal Fragen darf, ob es für das Unternehmen überhaupt sinnvoll ist.
- (1102 Beiträge) | 08.07.2009 18:21Das müsste nicht sein,......würden die Leute nicht dieses abgepackte Fleisch im Supermarkt kaufen. Aber Hauptsache billig! Schließlich muss man schon genug für das große Auto, Handy, Zigaretten und Computer berappen. Da muss man halt Prioritäten setzen.
- (103 Beiträge) | 08.07.2009 18:27Boah motzki !!!Welch geistiger Erguss!
- (103 Beiträge) | 08.07.2009 18:30@motzki: Scheiß draufDas schlimme ist das Menschen so schreiben, denken, reden,
mit Mitmenschen umgehen, die Natur achten, oder auch Auto fahren. - (281 Beiträge) | 08.07.2009 19:43casioVon Ökofaschos werden ich mir NICHTS VORSCHREIBEN
- (281 Beiträge) | 08.07.2009 19:46casiolassen. Endlich entstehen Arbeitsplätze.Zum Glück gibt es noch Menschen die normal denken können. Gnade uns Gott vor diesen Ökos!
- (103 Beiträge) | 08.07.2009 20:05Oh Gott, noch so einer!
- (281 Beiträge) | 08.07.2009 20:21Ach Casiosei doch nicht so naiv,Bärbel Höhn fordert die Deutschen auf, zugunsten des Klimas weniger Fleisch zu essen.
Da kann ich nur sagen : Dann fange bei dir an ! - (5872 Beiträge) | 08.07.2009 21:04Das war vorauszusehen...Einfach zum kotzen diese Korruption, Arbeitsplätze wegrationalisieren, in einem Naturschutzgebiet bauen mitten aufm Acker, nach und nach unverhältnis mäßig hoher Flächenverbrauch...
- (5872 Beiträge) | 08.07.2009 21:07@ mozkiDas war doch mit Sicherheit Ironie...
Wenn nich, so engstirnig und ungebildet kann keiner sein der auf ka-news die Hintergründe liest... - (500 Beiträge) | 08.07.2009 22:38von wegen...... "normal denken" und "nicht naiv sein".
Ich hau mir auch gerne mal ein Steak auf den Grill. Schmeckt einfach
Aber rational gesehen verbraucht Fleisch ein vielfaches an Resourcen im Vehältnis zu pflanzlicher Nahrung.
Da hilft's auch nicht die Leute hier zu verunglimpfen. KLingt komisch, ist aber so.




twittern
facebook melden
StudiVZ melden
Google melden
Webnews melden
del.icio.us empfehlen
Mister Wong empfehlen
Linkarena melden
Windows live melden
Yahoo melden
Yigg melden
Kledy melden






























Social Bookmarks
Tweet