Traurige Routine: Greifvögel-Vergiftung in Jagdrevieren
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Rheinstetten-Mörsch (trs) - Bei Rheinstetten-Mörsch hat ein Spaziergänger 20 tote Bussarde sowie Überreste von mehreren Rehen und Wildschweinen entdeckt. Möglicherweise sind die Tiere mit präparierten Fleischstücken vergiftet worden. Veterinäramt, Tierschützer und Polizei sind mittlerweile eingeschaltet. Traurige Tatsache ist jedoch, dass solche Fälle keine Seltenheit sind.
Bereits im vergangenen Jahr musste Pierre Fingermann vom Vogelschutz Rastatt zahlreiche getötete Vögel in Empfang nehmen, die in Elchesheim-Illingen im Landkreis Rastatt gefunden wurden. Untersuchungen ergaben, dass die Tiere mit dem Insektengift Carbofuran getötet wurden. Täter fand man trotz polizeilicher Ermittlungen allerdings nie.
Giftanschlag zielte auf Greifvögel ab
Diesmal schlug der Hund eines Spaziergängers direkt hinter dem Industriegebiet Rheinstetten-Mörsch Alarm. Zwanzig Mäusebussarde, mehrere Wildschwein- und Rehfelle mit Kopf lagen dort. "Gerade sichten wir noch den Fundort", erklärt Fingermann gegenüber ka-news. Der Vogelschutzwart war direkt von dem Spaziergänger verständigt worden, der auch einen noch lebenden Vogel zu ihm brachte. "Er ist aber direkt gestorben", berichtet Fingermann. Man gehe davon aus, dass die Greifvögel mit Fleischstücken der anderen Tiere vergiftet wurden, denn solche Fälle seien deutschlandweit dokumentiert.
"Einige Bussarde hatten noch große Fleischstücke im Schnabel", so Fingermann weiter. Seiner Meinung nach handele es sich bei den Mäusebussarden um Zugvögel, die vom Norden zum Überwintern gekommen seien, denn sie wiesen ein typisches Federkleid der nordischen Vögel auf. Die Wildkadaver seien außerdem bereits gut einen Monat alt gewesen und wiesen Einschusslöcher auf.
"Die Rehe und Wildschweine wurden wahrscheinlich woanders getötet und dann entweder an dieser Stelle entsorgt oder eben mit Gift präpariert." Lediglich das Gift habe man auf Anhieb nicht finden können. Oftmals seien nämlich noch Spuren der toxischen Substanz wie etwa Granulat zu sehen, die diesmal nicht sichtbar waren.
Polizeiliche Ermittlungen haben begonnen
"Die Tiere haben den typischen süßlich-bitteren Geruch verströmt, als wir sie im Auto transportiert haben", schildert der Vogelschutzwart. Man spüre auch ein Brennen auf den Lippen, ebenso können die Augen tränen - denn auch für Menschen ist der Giststoff gefährlich. Daher ist der Einsatz in Pflanzenschutzmitteln zugelassen seit 2007 nicht mehr zugelassen.
Das polizeiliche Untersuchungsverfahren zum aktuellen Fall läuft an: "Zuerst werden die Vögel im tierhygienischen Institut in Heidelberg auf Seuchen untersucht, für die Giftsuche kommen sie anschließend nach Freiburg", erläutert ein Sprecher der Polizei Karlsruhe. Es sei bereits ein Veterinär eingeschaltet, der jedoch bisher noch keinerlei konkrete Anhaltspunkte gefunden habe, die auf eine Vergiftung schließen lassen.
Der bundesweit aktive Verein Komittee gegen Vogelmord kann viele erschütternde Geschichten erzählen, die dem mysteriösen Fall ähneln. Landeten die Vergiftungsdelikte vor Gericht, hätten sich meist Taubenzüchter, Geflügelhalter und Jagdscheininhaber als Täter entpuppt. "Greifvögel werden von einem Teil dieser Interessengruppen immer noch als Hühnerdiebe und Niederwildschädlinge betrachtet und deshalb mit allen Mitteln verfolgt", erläutert der Biologe Axel Hirschfeld in einer Pressemitteilung des Vereins.
Kontakt-Gift-Köder locken die Tiere an
Angelockt würden die Vögel dabei durch Köder mit so genanntem Kontakt-Gift: Tauben, Kaninchen, Hasen, Fleischstücke oder Hühnereier werden aufgeschnitten, mit Gift gefüllt und als Köder ausgelegt. Die tödliche Substanz werde dabei häufig in Form von Granulat verwendet. Dies sei manchmal auffällig gefärbt und rieche fast immer "chemisch", wie der Verein erläutert. Als Gifte kämen dabei vor allem Insektizide zum Einsatz, die heute meist nicht mehr auf dem freien Markt erhältlich sind.
"Vergiftete Greifvögel haben oft auffällig verkrampfte Krallen oder krampfartig verdrehte Gliedmaßen", schildert Hirschfeld weiter. Oft hätten sie auch noch einen Köder im Rachen stecken, der auch aus dem Schnabel herausragen könne. Denn die tödliche Wirkung trete oft so schnell ein, dass den Tieren keine Zeit zum Schlucken mehr bleibt - daher der Name "Kontakt-Gift". Typischerweise finde man die Mehrzahl der vergifteten Greifvögel in intensiv zu Jagdzwecken genutzten Revieren mit hohem "Niederwildanteil" - also in einer eher offenen Landschaft mit Äckern und Wiesen.
Mehr zu: Mäusebussard Vergiftung Jäger Taubenzüchter
- (1400 Beiträge) | 13.01.2011 15:59Triebtäter Hundwaren sicher die!
- (1131 Beiträge) | 14.01.2011 08:33Vielleicht auch ein Anlass......Hunde nicht nach belieben wildern zu lassen...
Wär doch dumm, wenn er mit was falschem im Maul zurückkommt (oder eben nicht mehr).
Das ist ein anderes Thema, zum eigentlichen:
Was wir getan um solch menschliche Bestien zu finden?
So ganz spurlos kann das doch auch nicht abgehehen?
So viel Überwachung überall, da müsste es doch Möglichkeiten geben... - (813 Beiträge) | 14.01.2011 13:23blöderweise können hundeweder gift auslegen noch mit gewehren schießen - sonst hätten die tölen das auch noch an der backe.
- (1131 Beiträge) | 14.01.2011 16:44Nur TretminenAllerdings davon eine Menge!
Manche Besitzer lassen die Tiere mitten auf den Gehsteig oder in eine Einfahrt kacken und lassen die Sch*%& einfach liegen!
Hierfür wären saftige Strafen incl. Putzdienst eine gute Lösung. - (6849 Beiträge) | 13.01.2011 16:01Die Menschheit verblödet zusehends!Was soll das für einen Sinn gehabt haben?
- (619 Beiträge) | 14.01.2011 00:23Könnte mir vorstellen,dass ev. die toten Vögel zu einem Präparator kommen, der sie ausstopft und diese "Trophäen" dann in irgendwelchen Wohnzimmern rumstehen.
Manche Menschen stehen darauf, tote Tiere in ihren Wohnungen zu haben... - (294 Beiträge) | 14.01.2011 11:35Du hast
- (619 Beiträge) | 14.01.2011 15:02Ja welchenGrund soll es dann sonst haben, diese schönen Tiere einfach umzubringen?
Essen kann man die nicht, zumal sie auch noch vergiftet wurden. - (614 Beiträge) | 13.01.2011 16:40Tiere vergiftenTiere vergiften ist ja nur Sachbeschädigung und eine eventuelle Strafe besteht aus einer Spende an das Tierheim oder so.
Und das schlimmste Tier ist dabei der Mensch. - (2828 Beiträge) | 13.01.2011 16:47Kann man nur hoffen, daß...der oder die Täter ermittelt werden und die Konsequenzen zu tragen haben.
- unbekannt(1429 Beiträge) | 13.01.2011 17:57Solch Stolze Tiere!So zu Ermorden ist ja erbärmlicher wie es kaum noch geht. Was bist du bitte für ein jämmerliches Würstchen ? Wir wissen das du das hier liest!
Die Polizei bekommt dich schon - sei dir sicher! - (3003 Beiträge) | 13.01.2011 19:50Ansatzpunkte gibts da ja reichlich!Wenn da ernsthaft ermittelt werden würde dürfte es kein Problem sein, die Täter zu finden.
Wenn ich mir allerdings die Diskussion zum Thema "Streunende Hunde" ansehe, fürchte ich, dass die eher noch einen Orden kriegen!
- (239 Beiträge) | 13.01.2011 21:18Das ist einfach falschwas Du da erzählst. Das Tierschutzgesetz ist überarbeitet worden. Derjenige der Tiere quält vergiftet oder wie oben heimtückisch töter kann mit einer Freiheitsstrafe belegt werden.
Egal ob es sich um Tiere oder Menschen handelt. Wenn jemand in seiner Anonymität solche Schandtaten vollbringt ist er ein ganz ganz kleiner "Schwanzklemmer" . Ein unendlich kleines feiges Nichts.
Kleine Versager...
Ich würde so eine "Ratte" vergiften... - (383 Beiträge) | 13.01.2011 23:09der Mensch,das dümmste Tier auf dieser Erde? Für solche Menschen fallen mir nur Begriffe ein, die ich hier nicht schreiben möchte.
- (13748 Beiträge) | 14.01.2011 00:13Kondore?
- (29 Beiträge) | 14.01.2011 02:13Das beweistnur wieder, dass Jagdscheininhaber was an der Waffel haben.
- (13748 Beiträge) | 14.01.2011 03:37Und mir beweist es,dass Kommentatoren wie du schnell wieder verschwinden sollten.
- (4339 Beiträge) | 14.01.2011 08:51-->Für jemanden, der sich einen Pulli um den Hals legt, ganz schön mutig
App. verschwinden sollten: Het hat den gleichen Weg. - (128 Beiträge) | 14.01.2011 11:01Wildkadaver mit Schußlöchern?Da stellt sich doch die Frage, wo die (fast zahmen) Wildschweine aus dem Rheinstettener Gehege letztlich geblieben sind, welche die Verwaltung kürzlich hat erschießen lassen.
Das Motiv, durchziehende Greifvögel zu vergiften, entzieht sich mir völlig; wer und warum - außer einem kranken Hirn - kann das wollen? - (4339 Beiträge) | 14.01.2011 11:08-->SensationslustIm Zusammenhang mit anderen Massenvogelsterben weltweit zu Silverster und drumherum, wollte da einer Fakten schaffen und Karlsruhe auf diesen Weg in der ganzen Welt bekannt machen...




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