Wieder Schockanrufe in Rastatt und Baden-Baden: Polizei warnt vor Betrügern
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Rastatt/Baden-Baden - Am Montag kam es in Rastatt und Baden-Baden wiederholt zu mehreren Betrugsversuchen am Telefon - den sogenannten Schockanrufen. Bereits im Juni 2012 gab es eine Vielzahl solcher Anrufe. In vier Fällen wurden die älteren Opfer um mehrere tausend Euro betrogen. Die Polizei Rastatt/Baden-Baden warnt deshalb vor den russisch sprechenden Schockanrufern und gibt Tipps, wie Betroffene mit den Anrufen umgehen sollten.

Opfer der Schokanrufe sind laut Polizeiangaben überwiegend ältere Spätaussiedler, die durch die Variante der Enkeltrick-Betrügereien verunsichert werden sollen. Im Juli 2012 konnten im Raum Schweinfurt zwei litauische Staatsangehörige festgenommen werden, die vermutlich einer international agierenden Bande angehören und im hiesigen Bereich als Geldabholer fungierten. Die beiden Tatverdächtigen befinden sich seither in Untersuchungshaft.
Schockanrufe: Polizei gibt Tipps
Die Polizei geht davon aus, dass die in jüngster Zeit bekannt gewordenen betrügerischen Anrufe von Litauen aus mit der Ländervorwahl 0037 erfolgen. Allein im letzten Juni wurden dem Landeskriminalamt rund 100 Fälle in Baden-Württemberg bekannt. 33 Mal hatten die Täter dabei Erfolg und ergaunerten insgesamt über 200.000 Euro, so die Polizei in der Pressemeldung weiter.
Das Telefon klingelt und am anderen Ende ist vermeintlich ein naher Verwandter, der ganz dringend Hilfe und vor allem Geld braucht - viel Geld. Ein Schock für jeden Familienmenschen - und genau diesen Schock und das Verantwortungsgefühl machen sich skrupellose Betrüger zunutze, berichtet die Polizei. Die russisch sprechenden Anrufer täuschen den Angerufenen durch geschickte Gesprächsführung vor, ein naher Angehöriger oder guter Bekannter zu sein. Als Erklärung für ihre nicht bekannte Stimme täuschen die Betrüger eine Verletzung oder eine Erkältung vor.
Forderungen bei Schockanrufen von über 10.000 Euro
Dann spiegeln die Täter vor, sie seien in einen Unfall verwickelt. Für die eigene medizinische Betreuung oder die Versorgung anderer Unfallbeteiligter sei dringend Bargeld notwendig. In anderen Fällen geben sich die Anrufer als Rechtsanwalt, Polizist oder Botschaftsangehörige aus und behaupten, ein Angehöriger der Angerufenen habe einen Unfall verursacht. Dabei seien Unfallbeteiligte schwer verletzt worden und eine Notoperation sei nötig. Damit das angebliche Familienmitglied nicht bestraft werde, sollen die Angehörigen sofort hohe Summen Bargeld bezahlen.
Die Bargeldforderungen betragen meistens mindestens 10.000 Euro, können aber auch erheblich höher liegen. Wenn die Angerufenen nicht über soviel Bargeld verfügen, lassen sich die Betrüger meist auf geringere Beträge "herunterhandeln". Anschließend bieten die Täter den Angerufenen an, das Geld schnellstmöglich von einem Kurier abholen zu lassen, so die Beamten. Um diese betrügerischen Machenschaften zu vereiteln, rät die Polizei deshalb zur Vorsicht. Wer von einem unbekannten Russisch sprechenden Anrufer kontaktiert wird, sollte unbedingt folgendes beachten, empfiehlt die Polizei:
- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
- Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie nicht auf die Forderungen ein.
- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
- Notieren Sie sich (wenn vorhanden) die auf Ihrem Telefon angezeigte Nummer des Anrufers.
- Notieren Sie sich auch die vom Anrufer genannte Nummer, wenn Sie zu einem Rückruf aufgefordert werden. Rufen Sie aber nicht zurück!
- Prägen Sie sich möglichst Stimme und sprachliche Besonderheiten des Anrufers ein.
- Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
- Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.
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