Karlsruhe Landratsamt Rastatt will kein weiteres FFH-Gebiet

Das Landratsamt Rastatt lehnt die vom Regierungspräsidium Karlsruhe vorgeschlagene Erweiterung des bestehenden FFH-Gebiets "Wälder und Wiesen um Baden-Baden" ab. Das die Städte Gaggenau und Kuppenheim sowie die Gemeinde Sinzheim betreffende Vorhaben schränke unangemessen die Entwicklung der Kreisgemeinden sowie die bestehende Nutzung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft ein.

Dies teilten am Dienstag Landrat Jürgen Bäuerle und der Erste Landesbeamte Jörg Peter mit. Hintergrund der ablehnenden Äußerung des Landratsamtes ist die derzeit in der öffentlichen Auslegung befindliche Managementplanung des Regierungspräsidiums Karlsruhe für das FFH-Gebiet "Wälder und Wiesen um Baden-Baden", die einen besseren Schutz des Steinkrebses und des Scheckenfalters vorsieht.

Rastatt liegt über dem Durchschnitt im Bezirk Karlsruhe

Hierzu sollen zirka 190 Hektar Fläche, davon 38 Hektar im offenen Land und rund 150 Hektar im Wald, neu in das FFH-Gebiet aufgenommen werden. Nach Auffassung des Landratsamtes ist im Landkreis Rastatt eine Erweiterung der Schutzgebiete nicht notwendig. Bisher bestünde schon ein im Landesvergleich überdurchschnittliches Maß an Schutzgebieten. So könne der Landkreis Rastatt schon jetzt 15 FFH-Gebiete mit einer Fläche von über 12.000 Hektar, 16 Prozent der Landkreisfläche, aufweisen. Damit liege er über dem Durchschnitt im Regierungsbezirk Karlsruhe und könne etwa mehr FFH-Gebiete als jeder Landkreis im Regierungsbezirk Stuttgart vorweisen.

Mit 27 Naturschutzgebieten auf einer Fläche von fast 4.000 Hektar, das seien über fünf Prozent der Landkreisfläche, habe der Landkreis Rastatt in ganz Baden-Württemberg nach den Landkreisen Emmendingen und Lörrach den höchsten Anteil aller Landkreise. Dies unterstreiche den hohen Stellenwert des Natur- und Artenschutzes, der sich im Landesvergleich sehr gut sehen lassen könne. Weitere Schutzgebiete stießen aber im Landkreis auf wenig Akzeptanz, wie auch das Votum des Gaggenauer Gemeinderates zur Ausweitung des FFH-Gebietes auf Selbacher Gemarkung beweise.

Interessen von Fischern und Forstwirtschaft nachteilig berührt

Die im Bereich Selbach noch vorhandene Tierhaltung werde durch die FFH-Gebietsausweisung weiter erschwert, so dass die Bereitschaft zur Bewirtschaftung von Flächen verloren gehen könne. Auch die Interessen der Fischer sowie der Forstwirtschaft seien nachteilig berührt. Der notwendige Schutz der nach europäischem Recht geschützten Steinkrebs- und Schmetterlingsarten könne besser durch partnerschaftliche Vereinbarungen mit den Gemeinden sowie mit dem bewährten Vertragsnaturschutz mit den Landwirten sowie Forsteigentümern gewährleistet werden. Das Landratsamt Rastatt hoffe, dass das Land Baden-Württemberg die vorgelegten Pläne überdenke und in Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und dem Landkreis überarbeite.

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