Pforzheim/Ettlingen "Falsche Polizisten": Betrüger bestiehlt 82-Jährige in Pforzheim

Eine ältere Frau ist am Freitag von Trickbetrügern reingelegt worden: Aus Angst vor Einbrechern übergab sie einem unbekannten ihr wertvolles Hab und Gut. Auch in Ettlingen versuchten "falsche Polizisten" hier Glück.

Wertvolle Gemälde und Stiche, eine Münzsammlung, teure Taschenuhren und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro erbeuteten Trickbetrüger am Freitag bei einer 82-Jährigen in der Pforzheimer Nordstadt. Am Vormittag rief ein Mann mit der Nummer 07231/110 an, der sich als Polizist ausgab. Er sagte, die Rentnerin sei im Visier von Einbrechern. Sie solle daher ihre Wertsachen zur Abholung bereitstellen, damit die "Polizei" sie vor den Einbrechern sichern kann.

In Glauben das Richtige zu tun, übergab sie dann um 21.30 Uhr einem Mann die Wertsachen. Anschließend fuhr er mit einem Audi A3 davon. Das Kennzeichen dieses Autos war bereits vor Jahren gestohlen worden, stellte sich später heraus.

Der Mann wird als etwa 37 Jahre alt beschrieben, 1,80 Meter groß und schlank und mit dunklen Haaren beschrieben. Er hatte ein schwarzes oder dunkelblaues T-Shirt an und trug eine lange Hose. Zudem fiel der Geschädigten an dem Mann ein Ohrstecker auf.

Weitere ähnliche Anrufe gingen am Freitag auch bei zwei Senioren im Pforzheimer Sonnenhof sowie in Ettlingen ein. Hier blieben die Taten aber glücklicherweise im Versuch stecken.

Aktualisierung, Dienstag, 13.11 Uhr:

Die Polizei hat zu dem Vorfall nun einen neuen Ermittlungsstand: Bei einer erneuten Vernehmung des Opfers wurde klar, dass der unbekannte Anrufer der Frau die Beobachtung eines Audi A3 mit Berliner Kennzeichen nur suggeriert hat.

Zeugen wiederum konnten beobachten, wie der Abholer das ergaunerte Gut in einen dunkel lackierten Kleinwagen in etwa der Größe eines VW Polos bei der in der Schauinslandstraße wohnenden Frau geladen hat. Vermutlich hatte das Fahrzeug ein Freiburger Kennzeichen.

ka-news-Hintergrund:

Die Polizei warnt noch einmal nachdrücklich vor den Tätern und gibt folgende Tipps:

  • Polizisten rufen weder unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an noch bitten sie um Geldbeträge oder Wertsachen. Das tun nur Betrüger.
  • Sind Sie unsicher, rufen Sie die Nummer 110 an und fragen nach. Um nicht wieder bei den Gaunern zu landen, sollte hierzu aber keinesfalls die Rückruftaste benutzt, sondern eigenhändig gewählt werden.
  • Sie können sich aber auch rund um die Uhr an Ihr zuständiges Polizeirevier wenden.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. 
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Geben Sie Betrügern keine Chance, legen Sie einfach den Hörer auf. Nur so werden Sie Betrüger los.
  • Auflegen sollten Sie auf jeden Fall, wenn:
    • Sie nicht sicher sind, wer anruft.
    • Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, zum Beispiel, ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.
    • Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben beziehungsweise Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.
    • Sie der Anrufer unter Druck setzt.
    • Der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, zum Beispiel zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.
    • Wurden Sie angerufen, verständigen Sie bitte umgehend die Polizei!
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