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Karlsruhe Zweite Rheinbrücke: Sympathien für Alternativplanung und Bedenken

Die bereits Anfang März vom SPD-Landtagsabgeordneten Johannes Stober vorgestellte Alternativplanung einer zweiten Rheinbrücke nördlich des Ölhafens sorgt in Karlsruhe für Diskussionsstoff. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther begrüßt, dass sich "Teile der SPD in Karlsruhe endlich für den Bau einer Zweiten Rheinbrücke öffnen". Auch FDP-Stadträtin Rita Fromm findet, "die Planung hört sich gut an". Beide sehen aber noch einige offene Fragen bei dieser Variante.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther begrüßt in einer Pressemitteilung, dass sich nun "Teile der SPD in Karlsruhe endlich für den Bau einer Zweiten Rheinbrücke öffnen". Er sieht aber bei der "wieder ins Spiel gebrachten Variante" nördlich der Miro noch einige Fragen offen.

Naturschutz ein Problem?

"Dass sich nun offenbar auch Teile der SPD in Karlsruhe grundsätzlich für den Bau einer Zweiten Rheinbrücke öffnen und die gesetzliche Planungspflicht dafür anerkennen, ist positiv. Die Realisierung dieses für Karlsruhe und die gesamte TechnologieRegion so wichtigen Projekts kommt damit ein Stück weiter voran", so Wellenreuther weiter. "Ein Trassenvariante nördlich der Miro halte auch ich für prinzipiell vorstellbar", erklärt der Bundestagsabgeordnete, der bereits im Jahr 2004 das Regierungspräsidium Karlsruhe um die Prüfung einer derartigen Variante gebeten hatte.

"Ein gravierender Nachteil ist jedoch, dass für eine solche Variante ein komplett neues Planfeststellungsverfahren erforderlich wäre, was einen erheblichen Zeitverzug mit sich bringen würde", gibt Wellenreuther zu bedenken. Neben dem verkehrlichen Gesamtnutzen und dem Entlastungspotenzial einer solchen Variante für den innerstädtischen Verkehr in Karlsruhe müssten auch naturschutzrechtliche Fragen geklärt werden.

FDP findet Vorschlag gut, aber wohl nicht durchsetzbar

"Die durch den Landtagsabgeordneten Stober nun ins Spiel gebrachte Abwandlung durchschneidet zwar nicht mehr die Naturschutzgebiete auf badischer Seite, berührt diese aber unmittelbar am Rande. Es wäre daher schon verwunderlich, wenn ausgerechnet die Arbeitsgruppe der grün-roten Landesregierungen eine solche Variante nun favorisieren würde", erklärt Wellenreuther.

Rita Fromm, FDP-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, findet: "Die von dem Landtagsabgeordneten Johannes Stober vorgestellte Alternativplanung entlang des Abwasserkanals hört sich gut an, kommt auch den Vorstellungen der FDP-Fraktion näher als die bisherige Planung. Sie würde Knielingen entlasten, stoße aber auf der badischen Seite auf die vor drei bis vier Jahren von der EU finanzierten und angelegten Biotope am Ölhafen und am kleinen Bodensee." Eu-naturrechtliche Einsprüche seien schon jetzt zu erwarten und diese Variante wohl auch nicht durchsetzbar.

Vorschlag von Stober bereits Anfang März

"Wiederholt ist im Karlsruher Gemeinderat die Öffnung des Knielinger Pförtners diskutiert und abgelehnt worden, da aus Sicherheitsgründen der Lkw-Verkehr vom Ölhafen eine entsprechende Einfädelspur braucht", so Fromm weiter. Die Neureuter- und die Karlsruher FDP-Fraktion erwarten von der Stadtverwaltung und der länderübergreifenden Arbeitsgruppe einen Kompromissvorschlag, um wirkliche Verkehrsverbesserungen für Karlsruhe zu erreichen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober hatte bereits Anfang März eine weiter nördlich gelegenen Rheinquerung auf Basis der als "Variante E" bezeichneten Trasse vorgeschlagen. Diese komme mit weitaus weniger Eingriffen in die Natur aus und könne möglicherweise als Kompromiss für alle Beteiligten in der Region taugen, so Stober damals.

Siehe auch:

Zweite Rheinbrücke: Stober konkretisiert Vorschlag für "Variante E2"

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Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
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Kommentare (47)
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  • unbekannt
    (41 Beiträge)

    Ja die Fakten...
    Wenn der Franzose genauso Geld-Geil wird, wie unsere Madame Merkel und Co., die jedem der arbeitet noch den letzten Cent aus der Taschen ziehen will, und feststellt, das mit der Franzosen Rhein-Autobahn A35 Geld zu verdienen ist,dann bin ich mal gespannt..

    Die B9 (Maut-pflichtig) Kandel - Lauterbourg ist jetzt schon eine LKW und "Ausländer" - Ersatzstrecke und entlastet die Brücke sowie die Tangente !!!!!!!

    Wenn die auch noch über die Brücke und der Tangente müssen............

    Der Grund warum die A35 nicht Peage ist, liegt darin das viel der Franzosen im Randgebiet zu Deutschland leben und in Straßbourg arbeiten. Da es die einzige Richtige Verbindung ist, bzw. die Bahnverbindung miserabel ist, ist diese kostenfrei und gehört dem Staat. Fehlt Geld wird Privatisiert = MAUT (Peage).

    Die Tangente war auch mal so was, ist aber HEUTE eine ECHTE BAB geworden.

    Tangente und Brücke sind als EIN Teil zusehen.

    Und glaube keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast.
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    Ausgeblendet, geschönt, klein geredet..
    In der Verkehrsuntersuchung, Fortschreibung 2010 von Modus, ist auf Seite 11 für den Bezugsfall 2025 ausgeführt:Von 98.500 Kfz/24h durchfahren 17.300 Kfz (18%) das Stadtgebiet im Zuge der Südtangente bis zur A5. Die Fahrzeugmengen, die die Südtangente an der Honsellstraße Richtung B36/BAB Rastatt und am Bulacher Kreuz zur BAB Ettlingen verlassen/auffahren werden nicht erwähnt, sind in den 18% auch nicht enthalten. Erkennbar werden diese Verkehrsmengen auf den Plänen 2.4 und auch 1.4. Diese Verkehre sind alle südlich orientiert. Wenn eine Argumentation mit Schwerpunkt: Nur 18 % Durchgangsverkehr auf der Südtangente keine Vernebelung darstellt,ja was denn dann.
    Ein Lkw belastet die Umwelt in der Gesamtbilanz ca. 20 bis 40 mal zu stark wie ein Pkw. In Bezug auf die Straßenbelastung aufgrund seiner Achslasten sogar 10.000 mal so stark (s.Zeit-Online). Nur 10.000 Lkw auf der Südtangente belasten die Bevölkerung genauso wie 200.000 bis 400.000 Pkw. Hierüber sollte gesprochen werden.
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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    Nur 10%-15% haben Quelle oder Ziel außerhalb von KA
    Die Aussage, wieviele Fahrzeuge angeblich von/zur A8 unterwegs sind oder wieviele Fahrzeuge die Südtangente durchgehend von der Rheinbrücke zur BAB Durlach (und umgekehrt) dient nur der bewußten Vernebelung=Teillwahrheit. Fahrzeuge die über das Bulacher Kreuz von/zur A 5 fahren und Fahrzeuge die ab der Honsellstraße von/zur südlichen B36 fahren werden einfach ausgeblendet. Diese Verkehre sind aber alle Fernverkehr, Mautvermeidungsverkehr oder großräumiger Regionalverkehr. Auf der Südtangente hat nur der Verkehr eine Berechtigung, der Quelle oder Ziel im Stadtgebiet KA hat. Dies gilt vor allem für den Schwerverkehr. Merke: 1 Lkw verursacht die Belastung von vergleichsweise 40 Pkw. Viele Lkw fahren von der A8 oder von der südl. A5 und der südlichen B36 über die Südtangente Richtung RhPf, sehr viele nur nach Wörth (und umgekehrt). Alles kein Verkehr, der der KA-Bevölkerung zugemutet werden darf. Verkehr aus/nach RhPf aus dem Norden nutzen bereits heute gerne die Strecke Bruchsal / B35.
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Hättest nur 1x einen Blick in die Unterlagen geworfen, wüsstest Du, dass da nix ausgeblendet wurde. Du darfst gerne selbst nachzählen und wundern.
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  • unbekannt
    (41 Beiträge)

    Faktencheck - Titanic
    Jetzt da die Titanic vor 100 Jahre gesunken ist , weiß man das diese Fakten der "Unsinkbarkeit" falsch waren.

    So ist es auch mit dem Faktencheck über die zweite Rheinbrücke usw.

    Ist zwar nicht so tragisch, die das Titanic Unglück, aber mit der Realität hat die Papierform selten was zu tun.

    Wer täglich die Tangente als "Arbeitsmittel" (Servicetechniker) benutzt, seht den Faktencheck mit anderen Augen.

    Fiktion (weil künstlich der Auswärtige Verkehr klein gerechnet wurde )statt Realität.

    BSP. Heute 15 Autos nur aus Luxemburg gesichtet, nur als kleines Beispiel....22 LKW nur aus LT / SLO.....das in ca. 1,5 Stunden !!
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  •   seisiKSC
    (178 Beiträge)

    wo ist die Alternative?
    genau
    die momentane Lage ist so fragil
    wenn auf der Südtangente eine Störung ist (Unfall,Baustelle)
    ist KA lahmgelegt, das sollte die Politik vor Augen haben
    das ist doch für eine Firma die just in time arbeiten will kein Standort
    es muss eine Alternative her. ob da im Normalfall 500 oder 50000 Autos durchfahren ist zweitrangig, aber so kann das nicht bleiben
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    das ist kein guter Grund
    sich an den Bedürfnissen einiger weniger oder gar des einen großen Unternehmens auszurichten, weil dieses gerne just-in-time produzieren will, ist wirklich keine gerechtfertigte Leitlinie ob und wo eine weitere Brücke gebaut werden soll.

    Es geht um die Frage nach einer weiteren "Karlsruher Rheinbrücke". Und da erwarte ich, dass der Karlsruher OB nachdrücklich die Interessen der Stadt Karlsruhe und ihrer Bürger vertritt. Das kann Konfrontation mit Unternehmen, mit dem Landkreis KA, mit dem Land, dem Bund oder mit Naturschützern bedeuten. Im Moment hat man eher den Eindruck, dass die Stadt der schwächste Spieler oder gar nur der passive Spielball ist. So kann das nicht sein. Und Just-In-Time-Produzierern ein Geschenk machen kann am allerwenigsten sein.
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  •   Laetschebachschorsch
    (2780 Beiträge)

    Planung
    Die Südtangente war für einen geringeren Verkehr geplant. Und wie bei jeder vernünftigen Planung wurden Reserven eingeplant. Und die Grenzen dieser Reserven sinderreicht - zunehmendes Verkehrsaufkommen in ganz Deutschland. Und nun kommt noch ein Tropfen - Unfall auf der Autobahn - dazu und ganz Karlsruhe und Umgebung ist dicht. Das sind doch Alarmzeichen, dass schnellstens gehandelt werden muss. Zur Planung sollte man sich auch mal eine Straßenkarte von beiden Seiten des Rheins anschauen, den Bestand der "vorhandenen Straßen" zur Kenntnis nehmen und dann Lösungen suchen. (Wie geht eine Verkehrsweiterführung z. B. in Richtung Landau ?). - Menschen vor Ochsenkröten -
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  • unbekannt
    (41 Beiträge)

    Ob Pro o. Contra Brücke
    Eins sollte jedem Khler klar sein, dass Aktuell unser Tangente einfach eine A65 Weiterführung ist.

    Das ich hier Öko Dumbasses usw. schreiben muss ist leider so, das DIE Blockierer einfach nicht wissen und wahrhaben wollen, dass die einzigen unter dieser Belastung leidenden wir Khler sind.

    Hier sollte man mal Mauern einreißen um eine "Normale" Lösung für beide Seiten zu finden.

    Die Günther-Klotz-Anlage liegt direkt, als Grüne Lunge, wie man gerne sagt, an einer nicht offiziellen BAB 65.

    Das sollte das Ziel sein hier auch Entlastung für Khe "City" zu erreichen.

    Das wird aber ein Wunschdenken bleiben, bzw. das der ganze Durchgangsverkehr von der Tangente verschwindet.

    Das ist leider Fakt und der Faktencheck ist Müll.

    Wer lesen kann wird auch sehen das eine Brücke, direkt parallel zu aktuellen uns GAR NICHTS bringt.

    Auch eine Öffnung des Pförtner bringt nichts.

    Die aktuelle "BAB 65 in Khe" muss wieder zur B10 werden !!

    Fremdverkehr raus aus Khe und der Tangente.
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  •   mueck
    (8975 Beiträge)

    !
    Zitat von Fremdverkehr raus aus Khe und der Tangente.

    Fakt ist, dass DERZEIT fast alle Brücken- und Südtangentennutzer ihr Ziel in KA haben. Nur 10-15% haben ihr Ziel deutlich jenseits von KA. Daher bringt eine Fernverkehrstangente irgendwo nix für KA, nie, never!
    Hörbare Lärmminderung gibt es erst bei einer Halbierung des Verkehrs.
    Eine Nordtangente brächte gerade mal rund 10.000 weniger auf der Südtangente, das ist weit weg von einer Halbierung und da hört niemand einen Unterschied.

    Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Südtangente eine echte Fernverkehrsachse wird: Wenn die B10 im Pfälzer Wald 4-spurig wird UND eine 2. Rheinbrücke kommt, DANN haben wir eine transeuropäische Achse IN Karlsruhe auf Nord- UND Südtangente, denn andere Achsen werden in unserer Region NIE kommen. Wir haben die ST und die dann mit Knielingen-Spange und KA-Ost eh schon halb fertige NT wäre dann nicht mehr verhinderbar und dann hat der Bund genug Achsen und kein Interesse mehr an neuen Autobahnen!
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