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Karlsruhe Zweite Rheinbrücke: Stober konkretisiert Vorschlag für "Variante E2"

In der Diskussion um eine mögliche zweite Rheinbrücke erneuert der Karlsruher Landtagsabgeordnete Johannes Stober (SPD) seinen Vorschlag zu einer weiter nördlich gelegenen Rheinquerung auf Basis der als "Variante E" bezeichneten Trasse. Diese komme mit weitaus weniger Eingriffen in die Natur aus als vom Regierungspräsidium behauptet und könne möglicherweise als Kompromiss für alle Beteiligten in der Region taugen.

Daher sei es umso ärgerlicher, dass das Ausscheiden der Variante E auf eine Bewertung zurückgehe, bei der ganz offensichtlich "Äpfel mit Birnen" verglichen wurden, so Stober in einer Pressemitteilung.

"Äpfel mit Birnen verglichen"

Bereits Anfang Februar hatte Stober das baden-württembergische Verkehrsministerium gebeten, die Variante E erneut zu prüfen. Diese war in den Planungen aufgrund angeblich stärkerer Einschnitte in Natur und Landschaft gegenüber der aktuellen Planungsvariante ausgeschieden - für Stober eine Fehleinschätzung. Denn Variante E enthält den Anschluss an die B36, der in der vorliegenden Planung fehlt. Klar sei spätestens seit dem Faktencheck Ende November jedoch, dass eine neue Brücke nicht ohne B36-Lückenschluss auskomme, der zu weiterem Flächenverbrauch und höheren Kosten führe.

"Spätestens durch die notwendige B36-Anbindung sind die Vorteile gegenüber der Variante E nicht mehr vorhanden. Dies zeigt, dass beim Auswahlverfahren ganz offensichtlich 'Äpfel mit Birnen' verglichen wurden", mahnt Stober an. Eine weitere Prüfung der fälschlicherweise ausgeschiedenen Variante E sei angesichts der veränderten Situation somit zwingend erforderlich.

"Stinkkanal" als Alternative

Um die Eingriffe in den Naturraum jedoch soweit wie möglich zu minimieren, schlägt Stober eine abweichende Variante E2 vor, die bereits vor vielen Jahren vom SPD-Ortsverein Neureut ins Gespräch gebracht, bisher aber von den Planungsbehörden ignoriert worden sei. Dabei würde auf badischer Seite die Brücke direkt nördlich des Ölhafens über den Rhein führen und entlang des Miro-Geländes und des Hauptsammelkanals ("Stinkkanal") zwischen Klärwerk und Rhein zur B36 verlaufen. "Diese Variante kommt ohne größere Eingriffe in den Naturraum aus und berücksichtigt alle verkehrlichen Anforderungen, die an eine zweite Rheinbrücke gestellt werden", begründet Stober den Vorschlag.

In einem neuen Schreiben an die Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Gisela Splett, bat er daher um eine Prüfung dieser Variante E2. "Wenn wir schon eine Zweite Rheinbrücke bauen müssen, dann am ehesten diese", so Stober. Damit lässt der SPD-Mann keinen Zweifel an seiner Einschätzung, dass die vorhandenen Verkehrsprobleme auch entlang der Bestandsachse gelöst werden können (wie durch die Verlegung des Knielinger Pförtners oder den Bau der "Ersatzbrücke Maxau", sowie die Optimierung des "Honsellknotens").

Allerdings gebe es im geltenden Bundesverkehrswegeplan leider eine Planungspflicht für eine zusätzliche vierstreifige Rheinbrücke bei Karlsruhe, wie es ihm zuletzt auch die Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) mitgeteilt hatte. "Dieser Planungspflicht können wir uns nicht entziehen", so Stober. Jedoch gelte es, wenn man schon bauen müsse, dann auch die für Karlsruhe und die Region beste Variante zu wählen. Die "Variante E2" könnte seiner Ansicht nach hier möglicherweise eine Lösung sein.

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