29  

Karlsruhe Zweite Rheinbrücke: Landesregierung checkt heute die Fakten

Der Faktencheck zu einer zweiten Rheinbrücke von Karlsruhe nach Wörth ist ist vorbei. Doch eine Einigung hat er nicht gebracht - der Streit geht weiter. Sowohl Befürworter als auch Gegner des Projekts sehen sich durch das Ergebnis des Faktenchecks bestätigt. Die geplante zweite Rheinbrücke ist am Dienstag Thema auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung der rheinland-pfälzischen und baden-württembergischen Landesregierung.

Vor einer Woche endete der zweitägige Faktencheck zu einer zweiten Rheinbrücke in Karlsruhe. Seit dem erklären sowohl Gegner als auch Befürworter des umstrittenen Brückenprojekts der Faktencheck habe sie in ihrer Auffassung bestätigt. Jede Seite will Recht haben.

Befürworter sehen sich bestätigt

So sehen die Befürworter ohne den Bau einer zweiten Rheinbrücke den Wirtschaftsstandort Karlsruhe in Gefahr. Zudem sei die bestehende Brücke der starken Verkehrszunahme nicht mehr gewachsen und müsse bald umfassend saniert werden. Das würde zu dauerhaften Vollsperrungen führen, ein Verkehrskollaps drohe. Auch sehen sie sich durch die Erkenntnisse des Faktenchecks darin bestätigt, dass das Projekt insbesondere aufgrund der künftigen Verkehrszunahme dringend notwendig sei. Bürger könnten so von Verkehrsproblemen entlastet werden.

Der Faktencheck widerlege die Argumente der Brückenbefürworter, finden dagegen die Brücken-Gegner. Im Rahmen des Faktenchecks sei klar belegt worden, dass die Rheinbrücke nicht für den Stau verantwortlich sei. Dieser würde durch die neue Brücke nicht gelöst, sondern nur verlagert. Auch sei  herausgearbeitet worden, dass eine Sanierung der bestehenden Rheinbrücke ohne längeren Eingriff in den Verkehr, sowie der Bau einer Ersatzbrücke möglich seien.

Gegner sehen sich im Recht

"Viele Fragen konnten geklärt werden, wir nehmen aber auch eine ganze Reihe von Hausaufgaben mit", sagte Staatssekretärin Gisela Splett am Ende des Faktenchecks. Die nun anstehenden Schritte sollen am Dienstag, 29. November 2011, im Rahmen einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abgestimmt werden.

Das rund 100 Millionen Euro teure Projekt "Zweite Rheinbrücke" ist seit Jahrzehnten Zankapfel in der Region. Wirtschaftsverbände fordern dringend den Bau einer zweiten Brücke, sie sehen ohne Brücke den Wirtschaftsstandort Karlsruhe in Gefahr. Umweltverbände und Bürgerinitiativen warnen zudem vor starken Belastungen für Mensch, Natur und Umwelt und befürchten eine Zunahme an Lärm und Abgasen.

Mehr zum Thema "Zweite Rheinbrücke" bei ka-news

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (29)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (50 Beiträge)

    Redundanz
    Es gibt auf X Kilometern keine Brücke, die in der Lage wäre die Verkehrsmassen der Aktuellen zu bewältigen,sollte diese länger gesperrt werden.damit das passiert muss nur ein schwereres Schiff oder LKW Unglück passieren. Allein das sollte grund genug sein die Brücke zu bauen.Eine halbe Ersatzbrücke ist zwar gut für planbares, aber nicht im Unglücksfall und kostet auch nicht wenig Geld.
    Warum wollen die die am lautesten schreien in D immer nur halbe Sachen?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pendler
    (149 Beiträge)

    Vielleicht
    verhilft ja eine Vollsperrung am kommenden Sonntag zur Bombenentschärfung zu größerer Einsicht. Könnte ein richtig schöner Test unter realen Bedingungen werden. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Brücke für die Dauer der Entschärfung wirklich gesperrt werden muss und bin schon gespannt auf das Gejammere. Bekommen eigentlich alle "über den Rhein Pendler" die sonntags arbeiten müssen - Kranken- und Altenpfleger, Gastronomie- .....beschäftigte dann Sonderurlaub? Es sollte doch für KA kein Problem sein die entsprechenden Schichten mit Brückengegnern zu besetzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (2687 Beiträge)

    Das bringt eine 2. Rheinbrücke
    nach allen Faktenchecks steht fest:

    - Eine 2. Rheinbrücke ohne Anschluss an die B36 bringt nur noch mehr Stau, bestenfalls nix
    - Eine 2. RB mit Anschluss an die B36 bringt ein bissl Stauentlastung => dafür Knielingen weitere Lärmprobleme
    - Eine 2. RB mit Nordtangente bringt
    a) 17-6% Verkehrsentlastung auf der Südtangente (17% am Ölkreuz => zur Autobahn hin immer weniger)
    b) nur 25% des Gesamtverkehrs werden über die 2. RB fahren
    c) bringt zusätzlichen Verkehr nach Karlsruhe rein
    d) belastet damit TAUSENDE! Anwohner zusätzlich mit Lärm
    e) von Umweltschutz, Zerstörung der Karlsruher Facherbauweise ganz zu schweigen
    Die Vorteile die eine solche 2. Rheinbrücke bringt sind also limitiert. Eine 2. RB funktioniert nur richtig mit Nordtangente, die massive Nachteile für den Rest von KA mit sich bringt!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (435 Beiträge)

    Zahlen - Jongleur ?
    Was bringen Zahlen ? 17% usw.

    Bring beim nächsten Stau eine Kiste Bier mit und wir setzten uns in den Knielinger Vorgarten an der Durchgangskaff-Strasse.

    Die einzige Zahl die dann noch stimmt ist die 100% Ausweichverkehr durch Knielingen.

    Lauter und stinkender kann es nicht mehr werden als aktuell oft bei Stau.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    lediglich
    Dein erster Spiegelstrich ist Fakt, der Rest ist zusammengemurkster Blödsinn, null Fakten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (8971 Beiträge)

    !
    Die Fakten dazu stehen auf der Faktencheckseite in den Untiefen der Gutachten
    http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/104112/
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (2687 Beiträge)

    Karlsruhe muss nicht Verkehrsprobleme Anderer lösen!
    Kurios ist dabei die Pfälzer Position: Warum wollen die unbedingt die 2. Rheinbrücke?
    1. Weil dann der fehlende Lückenschluss B9 => A35 "Bienwaldautobahn nicht sofort gebaut werden muss (würde die geforderte Entflechtung von NordSüd & WestOst Verkehr mit sich bringen)
    2. Weil dann zulasten tausender Karlsruher Anwohner Maximiliansau und Wörth verkehrsentlastet werden könnte.
    Und zulasten Anderer plant es sich am Leichtesten. Das gilt natürlich auch umgekehrt...

    Deswegen werden Kretschmann und Beck sich auch sicherlich nicht einig werden. Daher finde ich es begrüßenswert, dass jetzt andere Maßnahmen geprüft werden. So wäre der zweispurige Ausbau der B9 => A35 eine Möglichkeit, den Pförtner zu versetzen, Hagsfeld Umgehung zu bauen, B36 einfädeln verbessern usw... Viele kleine Maßnahmen die in Summe den Verkehr bestimmt verbessern! Es ist möglich => wir wohnen ja schließlich in BW!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    nichst verstanden
    Die Bienwaldautobahn würde MEHR Verkehr für die Rheinquerung bei KA bringen!! Egal ob mit einer oder 2 Brücken. Das Problem hier ist die Mautfreiheit auf der A 35 für LKW bis Basel!
    zu Lasten von etwa 120 Knielingern in den Nordzipfeln allenfalls. Die alle nach neuesten Standards Lärmschutz bekämen. In Maximilansau ist schlicht kein Platz. Die Parallelbrücke bei Maxau würde den Abrif einer Häuserzeile in Maximilansau bedingen - sehr sozial diese Einstellung!

    Der 2-spurige Ausbau B 9 - A 35 würde MEHR Verkehr bedeuten für Südpfalz und Karlsruhe!!! Pförtner versetzen bringt nicht so viel, wäre aber ein erster Schritt. Verlängerung der Straße von der Raffinerie übers Ölkreuz hinaus in den Rheinhafen!

    Dass so viele Karlsruher slebst nicht verstehen, dass sie im Zentrum einer Region wohnen, die ein inneres gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis hat!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (2687 Beiträge)

    Mehr Verkehr für KA durch Bienwaldautobahn?
    Woher leitest Du das ab?
    Durch die Bienwaldautobahn wäre es jetzt endlich allen Pfälzern die in Richtung Süden müssen möglich die franz. A35 zu nutzen und nicht in Karlsruhe die Südtangente zu nehmen. Von Daimler ganz zu schweigen...
    Auf der Karlsruher Südtangente merkt man es täglich, dass es ab der Ausfahrt 5 wieder deutlich flüssiger läuft, denn ab da fahren die Südverkehre zur Autobahn. Bestätigen auch alle Gutachten: http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/104112/
    Also muss eine Entflechtung der NordSüd und WestOst Verkehre die zur Zeit leider noch auf der Karlsruher Südtangente zusammenfließen der Ansatz sein. Ein erster ist die Bienwaldautobahn, die bei guter Trassenführung keine zusätzlichen Lärmbelastungen für Anwohner bringen würde.

    Die 2. Rheinbrücke in der aktuellen Planung: http://tinyurl.com/chztr72
    bringt leider gar nix, da der Stau nur ein Stück weiter nach Karlsruhe rein verschoben wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    Teufelskreis
    Durch die Streichung der Bienwaldautobahn im RLP-Koalitionsvertrag hat die SPD im Karlsruher Gemeinderat ihre Meinung zur 2. Rheinbrücke geändert, weil sie dadurch 20.000 Autos täglich weniger sieht.

    Ergo: kommt die Bienwaldautobahn, haben wir 100.000 plus x Autos auf der Rheinbrücke, neben einer 2. braucht es dann eine dritte Brücke.

    Pfälzer, ide nach süden müssen, fahren heute schon die B 9 oder diverse Nebenstraßen bis zur A 35, das ist Ziel- und Quellverkehr.

    Baut man die Bienwaldautobahn, kommt Transitverkehr, der derzeit überweigend auf der A 5 fährt - die dafür auch ausgebaut ist. Durch die übervolle A 5 zwischen Mannheim und KA weichen viele Transitlaster auf A 65 und B 9 aus, wer weiter in die Schweiz will, bleibt linksrheinisch, wer aber nach Stuttgart oder München will, wechselt über die Rheinbrücke bei KA.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben