- Zweite Rheinbrücke:
"Wirtschaft für Karlsruhe": Einigkeit bei zweiter Rheinbrücke in weiter Ferne
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Karlsruhe (sas) - Die Wirtschaft in Karlsruhe braucht die zweite Rheinbrücke. Dieser Meinung sind rund 80 Unternehmen aus der Region, die sich in der Initiative "Wirtschaft für Karlsruhe" zusammengetan haben. Zu diesem und anderen Themen will die Initiative deshalb über Parteigrenzen hinweg mit den politischen Entscheidern der Stadt in den Dialog treten. Einen ersten Gesprächstermin der Unternehmer mit Vertretern der Fraktionen im Gemeinderat gab es bereits am Mittwoch. Doch angenähert haben sich die beiden Gesprächspartner keineswegs.
Auf der einen Seite stehen die Karlsruher Unternehmer, die von der Notwendigkeit einer zweiten Rheinbrücke überzeugt sind und diese lieber heute als morgen gebaut wissen wollen. Auf der anderen Seite steht die Mehrheit des Karlsruher Gemeinderats. Bis auf die CDU-Fraktion haben alle Parteien vergangenen Mai gegen den geplanten Bau gestimmt.
Stadträte erfreut über Initiative
Diese Situation war keine Überraschung bei der Podiumsdikussion zwischen den beiden Seiten. Doch eine Annäherung in einer scheinbar endlosen Geschichte schien auch an diesem Abend in weiter Ferne zu liegen. Vielmehr schrieben die anwesenden Fraktionsvertreter ihre Positionen ein weiteres Mal fest und rückten keinen Moment von ihren Standpunkten ab.
Dabei war der Abend einvernehmlich gestartet. Alle Kommunalpolitiker begrüßten grundsätzlich die Initiative der Unternehmer. "Es ist gut, dass sie sich zusammentun, um Dinge an den Gemeinderat heranzutragen", sagte Lüppo Cramer, Fraktionsvorsitzender der KAL. Auch Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) fand: "Innovative Lösungen findet man nur, wenn man miteinander spricht." Elke Ernemann von der SPD betonte, dass es die Aufgabe der Parteien sei, den Dialog mit der Wirtschaft zu suchen, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören.
CDU: Nein zur Rheinbrücke war größter Fehler
"Wenn wir uns alle einig sind, können wir ja abbrechen", scherzte Thorsten von Killisch-Horn, Sprecher der Initiative, und äußerte im gleichen Atmenzug seine Bedenken über diese scheinbare Einigkeit. "Ich habe den Eindruck, dass der Gemeinderat nicht einheitlich hinter einem Konzept steht." Diese Einschätzung bestätigte sich in dem anschließenden Dialog, den er mit dem Thema "zweite Rheinbrücke" eröffnete.
"Ich bin für die zweite Rheinbrücke, aber nicht so wie sie sich derzeit gestaltet", sagte Lüppo Cramer als Erster in der Reihe der Redner. "Es macht keinen Sinn eine zweite direkt neben der alten zu bauen." Stadtrat Kalmbach stimmte ihm zu und sprach sich gleichzeitig für eine nördliche Variante der Brücke aus. "Das Problem mit der zweiten Brücke neben der erste ist, dass sich der Verkehr von zwei Brücken treffen würde."
Thorsten Ehlgötz von der CDU nannte das Nein des Gemeinderats "den größten Fehler, den der Gemeinderat gemacht hat. Wir brauchen diese Straße dringender denn je." Rita Fromm, Fraktionsvorsitzende der FDP, plädierte zwar auch für eine zweite Brücke über den Fluss, aber eben an einem anderen Standort. "Wir wollen keine Rheinbrücke mit einer Anbindung zum Ölkreuz", stellte sie klar. "Das wäre der Verkehrskollaps."
Vom Konsens weiterhin weit entfernt
"Ein gemeinschaftlich auftretender Gemeinderat könnte etwas bewegen", appellierte von Killisch-Horn an die Stadträte. Ein uneinheitliches Auftreten führe nur zu Minimallösungen. Mut zu infrastrukturellen Veränderungen forderte auch Erste Bürgermeisterin Margret Mergen, die ebenfalls zum Dialog hinzugestoßen war und für ihre Äußerung den Applaus der anwesenden Unternehmer bekam. Zahlreiche Veränderung seien schon in der Vergangenheit zwar unmittelbar nicht akzeptiert worden, mittelfristig aber schon. Viele Menschen hätten sich dann doch überzeugen lassen.
Von einem Konsens waren die Dialogteilnehmer auch nach den eineinhalb Stunden Diskussionszeit weiterhin weit entfernt. Das monierte auch der ein oder andere Unternehmer, der sich zu Wort meldete. Es gebe nur Stimmung und Gegenstimmung. Der Konsens werde unterdrückt, warf ein Redner den Stadträten vor. FDP-Stadtrat Thomas Hock, selbst Unternehmer, wie er mehrmals betonte, gab dagegen zu bedenken, dass Wirtschaft und Politik in ihrer Arbeitsweise nicht immer die gleichen Wege gingen. "Das ist ein Beispiel dafür, wie schwierig es in der Politik ist, Gemeinsamkeiten und einen Konsens zu finden."
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- (3235 Beiträge) | 24.03.2012 10:41Es besteht doch insoweitein Konsens, dass man eine zweite Brücke will. Dann dürfte es doch nicht weiter schwer sein das Teil weiter nördlich zu bauen und nutz die vorhandene Infrastruktur (z.B. L559 mit Einfallrouten nach KA B36, L605 und L560). Diese kann, dann nach bedarf noch weiter ausgebaut werden. Der Dreck und Lärm bleiben ausserhalb der Stadt. Bei der Variante kann sich der Verkehr auch auf zwei Autobahnauffahrten verteilen, Bruchsal und KA-Nord.
Jedenfalls ist das immer noch besser, als die Stadt mit einer weiteren Megabaustelle (siehe der Unmut über UStrab) und deren Folgen zu belasten. Aber das ist ja der Volkspartei CDU egal. Bei ihr stehen halt Cash, [b]D[/]bividende & [b]U[/]bmsatz an erster Stelle und wenn es gerade mal opportun ist kommt vielleicht der Bürger. - (3235 Beiträge) | 24.03.2012 10:43Grummelin der vorletzten Zeile sollte es heißen:
Cash, Dividende & Umsatz - (391 Beiträge) | 24.03.2012 12:50Wie naiv!Da glaubt doch tatsächlich ein neugegründeter "Lobbyistenverein", dass mit einem Treffen mit OB Fenrich und einem Treffen mit Fraktionsvertretern ein Konsens geschaffen werden kann. Wie naiv sind die eigentlich? Der Konsens ist schon durch die letzte Kommunalwahl praktisch geschehen. Die Zusammensetzung der Gemeinderates spiegelt die Meinung der KA-Bevölkerung in Sachen 2. Rheinbücke wider. Denn vor der Wahl waren die Positionen der Parteien und Wählervereinigungen bekannt. Also bleibt es bei der mehrheitlichen Ablehnung der 2. Rheinbrücke und Nordtangente. Daran kann und wird auch der sehr konservative CDU-Politker Ehlgötz zum Glück nichts ändern.
- (41 Beiträge) | 25.03.2012 14:46Hier spricht einer für Alle ?Die Zusammensetzung der Gemeinderates spiegelt die Meinung der KA-Bevölkerung in Sachen 2. Rheinbücke wider.
Von der ganzen Bevölkerung ?
Nicht ganz , ich bin auch DIE Bevölkerung von Khe.
Ich bin 100% für eine Zweite !! (andere Lösung unten)
So sprich nicht von alle!
Der Gemeinderat ist nicht lernfähig wie man ja auch bei der U-Strab sieht.
Blockadehaltung und Weltfremdes Handeln bzw. "Dörfler" Denkweise sind hier Gang und gebe im Gemeinderat.
Die haben den Zahn der Zeit verpasst.
KEIN AUSLANDSVERKEHR mehr auf der Tangente und damit auch auf der Brücke.
DANN wir brauchen keine Zweite Tangente und Brücke, aber RAUS aus KHE mit dem Durchgangsverkehr und Maut- Prellerverkehr zur A65 usw. !!! - (5483 Beiträge) | 24.03.2012 13:58Fehler im ArtikelDort wo "Auf der einen Seite stehen die Karlsruher Unternehmer," müsste "Auf der einen Seite stehen 80 von 10.000 Karlsruher Unternehmern," stehen. Das sollte unbedingt berichtigt werden.
Man könnte mit mehr Recht die Stadträte als "die Karlsruher Bürger" bezeichnen, da sie gewählt und repräsenativ zusammengesetzt sind. Diese obskure Initiative hingegen ist selbsternannt. - (4047 Beiträge) | 26.03.2012 12:02Unddazu kommt noch,dass diverse dieser Unternehmer Einzelpersonen sind wie z.B. Rechtsanwälte oder Steuerberater.
Bei denen fragt man sich schon,warum die nun unbedingt eine zweite Brücke brauchen,für ihre eigenen Geschäfte sicherlich nicht. - (5483 Beiträge) | 24.03.2012 14:00Auffällig istwie penetrant die Argumente gegen die derzeitigen Planungen, die von Experten wie Stadtpolitikern kommen und an und für sich sehr eingängig sind, von weiten Teilen der Befürworter überhört werden. Die Baumaßnahme als solche scheint das Ziel zu sein, nicht der verkehrliche Nutzen.
- (467 Beiträge) | 24.03.2012 15:44Genau dasWer gegen die aktuelle Planung ist wird gleich als Brückengegner, Wohlstandsverhinferer usw. beschuldigt. Zu traurig, dass sich die breite Bevölkerung erst mit dem Thema richtig befasst, wenn bereits gebaut wird und alle Kopfschüttelnd vor der "Lösung" stehen.
- (3235 Beiträge) | 25.03.2012 13:27Wie sich die Begebenheiten zu S21 gleichenda wurden auch jahrelang falsche/fehlerhafte Fakten als absolute Wahrheit verkauft bis das Volk mürbe war und zugestimmt hat. Der Nutzen und die Kosten von S21 sind immer noch mehr als fraglich.
So scheint es leider wohl auch mit der 2. RB und der NT zu kommen. - (1329 Beiträge) | 24.03.2012 15:46ich finde die zweite brücke ist nötig ...... aber die jetzige anbindung an die südtangente ist schwachsinnig und entlastet auch nicht den süden der stadt bzw. die weststatdt.
- (467 Beiträge) | 24.03.2012 15:50Konsens?Welcher Konsens soll eigentlich heraus kommen, wenn Politiker und Wirtschaftsverteter zusammen kommen? Ist doch klar, dass da nix bei rum kommen kann. In der Runde kann ohne Ingenieure und Verkehrsplaner doch ganz bestimmt kein neuer vernünftiger Vorschlag erarbeitet werden. Gibt es eigentlich ein generelles Gutachten, welches sich der Frage ob und wenn ja wo eine zweite Rheinquerung Sinn machen würde? Also nicht nur die Situation auf Karlsruher Genarkung angeschaut... Vielleicht wäre es ja auch klüger eine große Querung bei Rastatt oder Baden-Baden ein zu richten...
- (5483 Beiträge) | 24.03.2012 17:34Was mir auch nicht in den Kopf willWenn das Fehlen einer zweiten Rheinbrücke so eine Wachstumsbremse für die Region ist, warum ist es die B9 zwischen Kandel und Lauterbourg sprich deren Zustand als Bundesstraße statt als Autobahn nicht?
Auch hier könnte man mit "Was, wenn die B9 mal wegen eines Unfalls komplett gesperrt ist?" argumentieren.
Hier kommt die Anbindung des Elsass viel mehr ins Spiel, die z.B. Herr Groh gerne anführt, wenn er sich für einen Brückenbau ausspricht.
Im Falle der B9 könnte Rheinland-Pfalz ganz ohne Rücksichtsnahme auf Baden-Württemberg und ohne Zank mit dem Karlsruher Gemeinderat handeln.
Aber es passiert nichts. - (502 Beiträge) | 24.03.2012 20:00Im letzten Jahr ....... war die B9 über einige Tage (Wochen?) auf einem Teilstück zwischen Grenze und Kandel-Nord gesperrt - und ich habs erst gemerkt, als ich einen Umweg von ein paar Minuten fahren musste. Ärgerlich, aber eben nur wenige Minuten - das wars dann.
Im Westen sind ja auch keine ahnungslosen Lautsprecher am Werk, sondern Verkehrsplaner, die sicherstellen, dass nicht gleich das Chaos ausbricht, wenn mal eine Hauptverkehrsachse für einen Tag gesperrt werden muss. Die wissen auch, dass eine langfristige Planung und eine solide Infrastruktur im Fall des Falles mehr bringen als ideologisch motivierte Wunschvorstellungen und haltlose parteipolitische Fantasien.
Wer erst jetzt eine zweite Rheinbrücke angeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn dabei nur eine Krückenlösung rauskommt.
Ist aber normal, wenn man jahrzehntelang hinter den Scheuklappen nur Verweigerungspolitik getrieben hat.
Das schlimme ist nur - viele östlich des Rheins haben trotzdem immer noch nix dazugelernt! - (438 Beiträge) | 25.03.2012 11:12Wunschvorstellungen?Fragt sich nur wer nicht dazulernen will!
Gute Infrastruktur ist eben nicht gleichzusetzen mit Wirtschaftswachstum - siehe neue Bundesländer, die haben in Mitteleuropa die beste Infrastruktur - geht da jemand hin?
Ideologie ist immer nur schlecht wenn es um Nachhaltigkeit oder Logik geht - bei Wirtschaftswunschdenken komischerweise nie, da soll die Ideologie positiv sein.
Wer westlich des Rheins immer noch glaubt er kommt mit einer zweiten Rheinbrücke schneller nach Karlsruhe hat wirklich nicht aufgepasst! - (1339 Beiträge) | 25.03.2012 11:31nader dumme eh-wessi outet sich endlich das er KEIN Karlsruher ist, solche Flachpfeifen wie DU haben mit SIcherheit nicht zu entscheiden ob eine Brücke gebaut wird oder nicht. Ihr seid ja zu blöd die Hagenbach-Variante umzusetzen, aber uns Karlsruhern eine zweite Rheinbrücke inkl. Nordtangente aufzuzwingen!
Bleib da wo Du herkommst!
Die bllligste und einfachste Lösung endlich den Pförtner zu öffnen wird NICHT umgesetzt, selbst intelligente Pfälzer( Du nicht eh-wessi) sehen das genauso, weil ein großer Teil in Knielingen abfährt und dadurch sich der Verkehr besser verteilt. Beim Nachmittag Verkehr geht es ja komischerweise auch! - (502 Beiträge) | 25.03.2012 12:49Das Forum tut schon gutweil ich immer wieder feststellen kann, dass es Leute gibt, deren Horizont und intellektuelles Niveau meins noch deutlich unterbieten.
Aber einen Trost für meine(n) Vorredner/-Schreiber: auch für Euer Niveau findet sich jemand, der selbst das noch unterbieten kann.
Denn das steht immerhin fest: Die Dummheit des Menschen ist grenzenlos. - (5483 Beiträge) | 25.03.2012 19:05Das Outingist meiner Ansicht nach weitreichender. Zwischen den Zeilen lese ich, dass er eine weitere Rheinbrücke haben möchte, um einen Ausbau der B9 zwischen Kandel und Lauterbourg weniger nötig erscheinen zu lassen. Er will einfach Ruhe am Kirchturm seines Dorfes und stattdessen eine der größten Städte Deutschlands überfahren.
- (502 Beiträge) | 25.03.2012 19:52Eine der größten Städte Deutschlands?Das Problem ist doch nicht, dass es vielleicht in einer der größte Städte Deutschlands zu Staus kommt, sondern einfach, dass die Anbindung von Karlsruhe nach Westen schlechter ist als in jedem 3000-Einwohner-Dorf im Umland.
Es geht dabei nicht so sehr darum, ob die Rheinbrücke jetzt um 50 Prozent oder um 63,4 Prozent über den Planungswert ausgelastet ist.
Wenn nämlich die Rheinbrücke durch irgendeinen Zwischenfall (muss nicht mal ein Tsunami sein) gesperrt ist, ist Schluss mit lustig.
In solchen Fragen ist der Gemeinderat einer 150-Einwohner Kommune kompetenter als der hochprofessionelle Stadtratrat von Karlsruhe.
Der Bund wird wohl die Rheinbrücke durchdrücken - so groß kann die Inkompetenz dort gar nicht sein.
Für das hausgemachte Chaos dahinter ist aber einzig und allein der Stadtrat "einer der größten Städte Deutschlands" (Allgemeines Gelächter!) verantwortlich. - (5483 Beiträge) | 25.03.2012 22:06und wiesteht der Lustigkeitsindex, wenn es dann einen Unfall auf dem Ölkreuz bzw. dem Flaschenhals unmittelbar östlich davon gibt, Profi Dr. Wessi? Zum Grübeln hilft die Übersichtskarte des Standes der aktuellen Planungen.
Karlsruhe steht in Deutschland übrigens auf Platz 21, was die Bevölkerungszahl angeht und ist in der Lage ein von seiner eigenen Landesregierung infrastrukturell vernachlässigtes Zonenrandgebiet mit Arbeitsplätzen zu versorgen. Da sollte diese Landesregierung einfach abwarten, was diese Stadt über das Ob und wenn ja den Standort der Brücke entscheidet und dann "Jawohl, danke." sagen. - (1602 Beiträge) | 24.03.2012 18:12Hier ist eine Schlichtung angesagtund ein möglicher Kompromiss wäre nur eine halbe Brücke zu bauen - so bis Rheinmitte.




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