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Karlsruhe Verlegung des Knielinger Pförtners: Bald dritte Fahrspur ab der Rheinbrücke?

Wie geht es weiter mit der Karlsruher Rheinbrücke? In nichtöffentlicher Sitzung diskutierte der gemeinderätliche Planungsausschuss am Mittwoch, 18. Dezember, unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert die vom Regierungspräsidium vorgelegte Voruntersuchung zur Verlegung des Knielinger Pförtners in Richtung Knielingen. Das baden-württembergische Ministerium für Verkehr und Infrastruktur hatte eine Betrachtung des Standorts angeordnet. Das Ziel ist es nun, Stau zwischen der Zufahrt Ölkreuz und der Ausfahrt Knielingen zu mindern und die Sicherheit zu stärken.

Die Vorplanung sieht ab Rheinbrücke eine dritte, erst in der Ausfahrt Knielingen endende Fahrspur vor - bei getrenntem Fahrstreifen für die von der Raffinerie zufahrenden Brummis. Der Schwerlastverkehr wird dabei mit einem 80 Meter langen Bauwerk über die Ausfahrt Knielingen geführt und kann sich so über eine längere Strecke hinweg in den fließenden Verkehr auf der Südtangente einfädeln, so informiert eine Pressemeldung der Stadt.

Stau mindern, Sicherheit verbessern

Im Anschluss an die Sitzung informierte die Stadtverwaltung über die verkehrstechnischen Untersuchungen des Regierungspräsidiums, über eigene Erhebungen sowie über die möglichen Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen in Karlsruhe. Der Knielinger Pförtner, also die Reduzierung von drei auf zwei Fahrstreifen nach der Rheinbrücke vor der B-10-Ausfahrt Maxau, wurde bewusst eingebaut mit der Funktion, in den Hauptverkehrszeiten den Verkehr Richtung Karlsruhe zu dosieren, so heißt es weiter. Dies soll an den nachfolgenden Zu- und Abfahrten einen verkehrssicheren Ablauf gewährleisten. Zudem verhindere er, dass vermehrt Durchgangsverkehr von der Südtangente nach Knielingen ausweicht.

Im Ausschuss gab es Stimmen, wonach die Vorplanung des Regierungspräsidiums durchaus ausbaufähig sei. Die Mehrheit äußerte jedoch in einem ersten Stimmungsbild, dass die Verlegung des Pförtners unterm Strich das Problem nur verlagere. Eindeutig positiv sei, dass die dreistreifige Straßenführung bis zur Ausfahrt Knielingen mit eigener Fahrspur für die zufahrenden (Lkw-)Verkehre dazu führt, die Verkehrsströme zu entzerren. Dabei komme der Verkehrssicherheit insbesondere zugute, dass der von den Raffinerien kommende Brummiverkehr mit einer Brücke auf die Südtangente geführt wird. Davon profitiere die Verkehrssicherheit im kritischen Verflechtungsbereich am Ölkreuz.

Auf die Leistungsfähigkeit der Rheinquerung dürfte sich die Planung positiv auswirken. Allerdings rollen damit größere Pendlerströme im morgendlichen Berufsverkehr auf das Karlsruher Straßennetz zu - und treffen dort auf hoch belastete Verkehrsanlagen, was zu Rückstaus bis auf die Südtangente führen könne. Die zusätzlichen rund 500 Fahrzeuge in der Spitzenstunde dürften, so die Verwaltung, für Knielingen - auch sicherheitsrelevante - Mehrbelastungen durch Schleichverkehre mit sich bringen und sich über die Ausfahrt Rheinhafen sowie auf die weiteren Anschlussknoten der Südtangente verteilen. Dies dürfte die bereits heute auftretenden Überlastungen im Abschnitt Hardtschule, Kühler Krug und Bulacher Kreuz verstärken.

6,23 Millionen Euro Kosten: Planfeststellungsverfahren nötig

Kritisch wird derzeit zudem der Umstand gesehen, dass für die Planung teilweise Standstreifen aufgegeben wurden und bei Radien und der Länge von Ausfädelfahrstreifen Kompromisse eingegangen wurden, um Eingriffe in die bestehenden Über- und Unterführungen sowie das an die Südtangente angrenzende Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet zu vermeiden. Noch nicht optimal sei zudem die derzeit vorgesehene Radführung.

Nach einer ersten kritischen Würdigung der Vorplanung wollen die Ausschussmitglieder die Konzeption nun vertieft in ihren Fraktionen diskutieren. Parallel dazu werden die städtischen Fachplaner auf Veranlassung der Verwaltungsspitze die für das Karlsruher Straßennetz kritischen Punkte der Vorplanung nochmals genauer anschauen. Geäußert wurde im Planungsausschuss unter anderem auch der Wunsch, die Planung für den Pförtner mit der Öffentlichkeit zu diskutieren. Letztlich ist der Gemeinderat zu einer Stellungnahme aufgefordert. Für das derzeit auf rund 6,35 Millionen Euro geschätzte Straßenbauvorhaben wäre ein Planfeststellungsverfahren notwendig.

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  • unbekannt
    (8 Beiträge)

    GRÜNE bei Kommunalwahl abstrafen!!
    Wer sich mal einen Flug über Karlsruhe gönnt, der sieht schnell wo der "Hammer" hängt. Die Südtangente ist total überlastet. Ein Nadelöhr. Eine Rheinbrücke für eine solche Region ist viel zu wenig. Eine zweite Parallelbrücke ist ein Witz, denn sie löst das Grundproblem nicht. Die Lösung heißt "ENTFLECHTUNG" und Bau einer zweiten Brücke im Norden der Stadt. Das Ganze mit Anschluß an die erforderliche Nordtangente. Das sichert der Stadt auf Dauer Arbeitsplätze und schützt auch die Natur. Die GRÜNEN sprechen immer von einem starken Eingriff in die Natur beim Bau einer zweiten Rheinbrücke. Die jetzige Ökobilanz mit dauerhaften Katastrophenstaus ist viel schwerwiegender!!! Ein Frechheit, wenn man bedenkt, was für Gründe gegen den Bau der zweiten Rheinbrücke angeführt werden! Klar werden andere Stadtteile belastet, aber die Südtangente auch ENDLICH entlastet! Außerdem ist das ein Jahrhundertbau und bald kommt ELEKTRO. Die Devise muss heißen: GRÜNE bei der Kommunalwahl hart abwählen!
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  •   lynx1984
    (2687 Beiträge)

    wenigstens lösungsorientiert
    Naja wenigstens macht man sich jetzt überhaupt mal Gedanken darum wie der Stau vermindert werden kann, anstatt stets eine sinnfreie 2. Rheinbrücke zu fordern, die auch nur wieder den Verkehr auf die Südtangente bringt.

    Naja ein Baustein von vielen zur Verbesserung der Situation... Nicht mehr. Weitere Bausteine wären in meinen Augen:
    1. Alternative für Fernverkehr schaffen: Bienwaldautobahn
    2. Phantomstaubildung auf der Südtangente minimieren: Honsellkreuz bis Ausfahrt L605 optimieren
    3. B36 Einfädelung und Ausfädelung von Südtangente neu gestalten
    4. Prüfen: komplett neue Zufahrt zum Rheinhafen entlang der Alb/Kurzheckweg und Anschluss (mit Brückenbauwerk) an Rheinhafenstraße
    5. Ersatzbrücke
    6. Wenn das alles nichts hilft: Dann ggf. Neubau Tangente Kreuz B9/A65->Hafen->neue Messe->A5/Ettlingen
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  •   samsonsulzbach
    (428 Beiträge)

    Mit dieser Lösung,
    die im Endeffekt keine Lösung ist, sondern nur eine Verlagerung des Gesamtproblems, werden nur einige "Bruddler" beruhigt. Woran, wie üblich, keiner denkt, sind gewisse Faktoren, die meistens dann auftreten, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann, nmlich in den verkehrsstarken Zeiten. Eine kleine Panne am Pkw, ein Auffahrunfällchen, ein bisschen verlorene Ladung auf der Straße: schon steht allesauf mindestens 5 km. Und bis dann ein Abschleppdienst oder Fahrbahnreinigung o.ä. sich durchgekämpft hat, dauerts schon eine ganze Weile, so etwas ist nicht in 10 Minuten erledigt. Eine Ausweichmöglichkeit für den Nahverkehr ist nicht vorhanden.
    Mach doch mal einem Hagenbacher klar, dass er bei einer Brückensperrung einen Umweg entweder über Iffezheim/Wintersdorf oder Germersheim fahren soll - jeweils ca.60-70 km!
    Der Fernverkehr kann seine Route noch ändern - der Nahverkehr hat die größten Nachteile.
    Noch´n Hinweis für die ach so studierten Verkehrsplaner: stellt euch mal selbst in den Stau
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  •   JuliusM
    (1994 Beiträge)

    Da
    muss man nicht nur die Hagenbacher fragen. Die Wörther wären genauso beschi..en dran.

    Ach und was die aAgenbacher angeht: Die lieben doch den Stau mitten in ihrem Dörfchen. Wäre das nicht so, dann hätten die längst eine Ortsumgehung gebaut.
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  •   JuliusM
    (1994 Beiträge)

    Upps
    tausche ein a gegen ein H für Hagenbacher
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